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Der Israelit · 1878-05-29 · Heft 22 (29.5.1878) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 22 (29.5.1878)
Date
1878-05-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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536 von Rumänien die Anerkennung derselben Rechte, die den anderen Bürgern gewährt worden sind, zu verschaffen. Sie können versichert sein, daß die von der königlichen Regierung ausführlich dagelegten liberalen Grundsätze ihr in vorliegender Sache bei. eintretender Eventualität vorschreiben werden, ein Verhalten zu beobachten, das mit dem von meinem verehrten Vorgänger, H. Senator Melegari, am 29. August 1876 an Sie gerichteten Schreiben in Uebereinstimmung sein wird. Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherungen meiner ausgezeichneten Hochachtung. L. Corti. (Die Israeliten der Türkei.) Das Bezirks- Comitö der Türkei fährt fort, sich mit der Frage der Rücksendung der Flüchtlinge nach ihrer Heimath zu beschäftigen, allein dieselbe wird keinesfalls vor frühestens einem Monat gelöst werden können. Die christlichen Bulgaren zeigen sich übrigens gegen die Israeliten sehr feindlich, deren Sicherheit die russischen Behörden nur in den von ihren Truppen occupirten Ortschaften garantiren zu können erklären. Das Vezirks-Comrtö hat von dem internationalen Hilfs Comite die Summe von 600 Pfd. trk., ferner zu verschiedenen Malen mehrere 100 Pfd. von Sr. Exc. dem englischen Gesandten und 41,000 Fr. von Sr. kaiserl. Hoh. dem Großfürsten von Rußland erhalten, außer einer großen Menge von Bekleidungsgegenständen und Wäsche, welche Frau Fernandez durch das Damen- Comitö von Paris und durch Frau Layard erhalten hat. „Wir suchen so viel als möglich, sagt das Comitö, die Hilfsmittel der Alliance zu schonen; die Geldforderungen treten jedoch von allen Seiten an uns heran; wir mußten erst heute <22. Marz) 700 Pfd. nach Adrianopel schicken, die für 1 Monat, incl. Pessach, dienen sollen, und 500 Pfd. nach anderen Ortschaften. Unabhängig von den 650 Betten, die wir in den Hospitälern unterhalten und die uns monatlich 1200 Pfd. trk. kosten, vertheilen wir täglich Brod und Suppe an 28,000 Flüchtlinge. Unsere Casse ist fast leer, und wir bitten Sie, gef. eine neue Geldsendung an uns zu richten." — Das Central-Comitä schickte hierauf wieder 25.00 ) Fr. an das Comitö von Constantinopel. Dasselbe erkennt an, daß die Rücksendung der Flüchtlinge Schwierigkeiten begegnet und daß die Flüchtlinge gegenwärtig eine nur geringe Sicherheit finden werden, befürchtet jedoch, daß es, da seine Hilfsmittel sich erschöpfen, später denselben nicht mehr werde zur Rückkehr an ihren Heerd verhelfen können, und doch hatte es sich stets vorgenommen, für diesen Zweck einen Theil der durch die Generosität der Spender ihm zur Verfügung gestellten Fonds zu reserviren. (Die Israeliten von Tunis.) Dank der unermüdlichen Thätigkeit des H. Baron I. v. Castelnuovo und seiner College» vom Bezirks-Comit« von Tunis, ist die seit Langem projectirte Gründung einer guten israel. Schule zu Tunis endlich gesichert und wird bald eine vollendete Thatsache fein; dieses Comite hat nämlich einen kühnen, der höchsten Theilnahme und lebhaftesten Sympathie würdigen Plan gefaßt; es hat beschlossen, sämmtliche isr. Schulen von Tunis auf ein Mal aufzulösen und zu einer einzigen großen Anstalt zu vereinigen, die c. 800 bis 1200 Schüler fassen und mit welcher von Anfang an eine Handwerksschule verbunden sein soll. Es ist das erste Mal, daß ein solcher Versuch gemacht wird, und er verdient wegen seiner Großartigkeit und der Wirkungen, die er haben wird, daß alle isr. Gemeinden ihn unterstützen. Hier einige Details über diese große Anstalt, die sofort nach Ablauf des Pessachfestes eröffnet werden soll: Um dem Landesbrauch zu entsprechen, mußte man sich darauf einrichten, den Kindern Brod zu liefern, aber man wird ihnen gutes geben; in Betreff der Bekleidung der Armen hat ein Mitglied des Bezirks-Comites, H. Daninos, die ausgezeichnete Idee gehabt, einen Aufruf an die tunesischen Damen zu richten, es wurde eine Subscription eröffnet, die schon Resultate gebracht hat. Zugleich mit der Schule orgauisirt man die Arbeitsschule, welche eine Schmiede, eine Kunsttischlerei, eine Weberei, ein Maleratelier und eine mit einer sehr schönen Maschine versehene Werkstätte für Strickerei enthalten wird. Die Meister werden zum Lohn für die ihnen gebotenen Locale die Zöglinge in ihren Handwerken unterrichten. Für den Anfang wird es 30—40 Lehrlinge geben. Da es unmöglich war, ein zur Aufnahme einer so großen Zahl von Zöglingen hinlänglich großes Local zu finden, und da es andererseits von Wichtigkeit schien, dem unternommenen Werke einen Charakter der Dauerhaftigkeit zu verleihen, so glaubte das Bezirks-Comits eine außerordentliche Gelegenheit, die sich darbot, benutzen zu sollen, indem es für einen Preis von 100,000 Piaster (60,000 Fr.) ein Haus kaufte, das nicht weniger als das Dreifache gekostet hatte, aber bei den jetzigen Zeitverhältnissen keinen höheren Preis erlangen konnte. Dieses Grundstück bietet nicht nur den nöthigen Raum zur Einrichtung sämmtlicher Classen, sondern es gestattet auch, die Handwerkerschule darin unterzubringen, deren Thätigkeit daher zugleich unter der unmittelbaren Aufsicht des Direktors wird stehen können. Da jedoch in Tunis die Häuser und der Boden, auf welchem sie stehen, zwei verschiedene Besitzthümer bilden, so ist das Bezirks-Comitö nur Eigentümer des Einen

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