Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1878)
- Date
- 1878-05-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XIX. Jahrgang. Erste Beilage zu Nr. 22 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. NSV PIN ->t r\nü nnisui mmn nvvpn nrona m»y *psn inn milBDNp '2U Tn Das vorliegende Schriftchen bietet trotz seines nicht sehr großen Umfangs so viel des Gediegenen, daß wir es allen Freunden einer sinnigen, nngekünstelten Schrift- und Midrascherklärung nicht warm genug empfehlen können. Seine 10 Abschnitte behandeln die verschiedensten Materien theils religions-philosophischen, theils specifisch-jüdischen Inhalts, mit steter Rücksichtnahme auf die einschlägigen Stellen aus Thnach und der Agada. Die Auffassung und Erklärung dieser Stellen ist vielfach neu und überraschend, überall geistvoll und in anziehender Sprache dargestellt. Auch viele zutreffende Erklärungen seiner Lehrer hat der Verf. häufig beigefügt, und so die agadische Literatur um einen sehr schätzbaren Beitrag bereichert. Dem Schriftchen sind Approbationen verschiedener Koryphäen beigegeben, von denen wir nur den zeitigen Oberrabbiner von Preßburg zu nennen brauchen, um jedes weitere empfehlende Wort überflüssig erscheinen zu lassen. Auch einige halochische Untersuchungen sind als Anhang dem Merkchen beigegeben, die dem agadischen Theil vollkommen ebenbürtig sind. Wir wünschen dem gelehrten Verfasser einen um so reichlicheren Absatz seines Buches, als er, wie aus den Approbationen hervorgeht, den Ertrag dieser seiner Erstlingsarbeit zur Heilung seiner Sprachorgane verwenden möchte, an welchen er schon seit frühester Jugend leidet. Die Aerzte haben ihm Hoffnung auf eine glückliche Genesung gemacht, wenn er in der Lage wäre, die mit schweren Kosten verbundene Heilmethode anzuwenden. Dies Buch ist durch Herrn Salomon Katzburg in Budapest, Königsgasse 15, zu beziehen. njonm nsiBKi Glauben und Wissen. ein Lehrgedicht von FabiuS Miefes in Leipzig. Lyck 1878. Dieses bereits im „Hamagid" veröffentlichte Gedicht reiht sich würdig den an dieser Stelle mehrfach gewürdigten Bestrebungen der jüngsten Jahre an, welche sich die Pflege und Förderung der neuhebräischen Poesie mit bereits sehr vielem Erfolge als Ziel gesetzt haben. Schon der Gedanke , das bereits so vielfach ventilirte Thema „Glauben und Wissen" in poetischer Form als Lehrgedicht zu behandeln, darf ein glücklicher genannt werden, da gerade die hebräische Sprache sich besonders geeignet für die didaktische Poesie erweist. Der Verfasser verbindet nun mit einer schwungreichen, blühenden Sprache eine dem Gegenstand ensprechende Tiefe der Gedanknn, so daß sowohl rücksichtlich des Inhalts wie der Form das Gedicht eine der schönsten Perlen der neuhebräischen Poesie bildet. —n— JeilungSnaehrithle» 4? Cvrrefpondenze». Frankreich. Paris. Monatsbericht (April) der „Alliance Jsr. Univ." (Schluß.) Die Action der Alliance Angesichts der nahen europäischen Conferenz hat in Folge der Ereignisse, welche diese Conferenz vertagt haben, natürlich etwas nachgelassen; sämmtliche europäische Regierungen haben ihre bestimmte Intention ausgedrückt, die Rechte der Israeliten auf der Conferenz zu vertreten Nachstehendes Schreiben ist in dieser Angelegenheit von der italienischen Regierung an H. Rabb. Flaminio Servi aus Casale-Montferrat, Ehrendirector der Zeitung „Vessilo isisvlitico" gerichtet worden: Ministerium des Aeußern. Rom, 6. April 1878. Politische Abtheilung. Mein Herr! Mit Ihrem Schreiben vom 31. März cr. rufen Sie meine guten Dienste dafür au, daß der Vertreter Italiens bei dem Congreß, welcher zur Pacificirung des Orients eventuell zusammentreten kann, sich bemühe, den Israeliten