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Der Israelit · 1878-05-22 · Heft 21 (22.5.1878) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 21 (22.5.1878)
Date
1878-05-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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520 In derselben zeigten die Vertreter des auswärtigen Amtes eine durchaus loyale Haltung und erklärten positiv formulirten Vorschlägen gegenüber Stellung nehmen zu wollen. Berlin, 20. Mai. Für den rumänischen Handelsvertrag ist im Reichstag eine Resolution zu erwarten, welche dahin geht, die Genehmigung des Vertrags erfolge nur in der Annahme, daß das israel. Religionsbekenntniß zu keinerlei Ausnahme von den allen Deutschen zugestandenen Rechten Anlaß geben könne. Frankfurt #. M Unsere Vaterstadt, insbesondere die isr. Religionsgesellschaft ist um einen braven Mann, einem thatkraftigen Jehudi ärmer geworden. Nach kurzem Krankenlager in voller Manneskcaft ist Leopold Heß uns entrissen worden. Obgleich erst einige Jahre Einwohner unserer Stadt, hat er durch sein freundliches Wesen, durch seinen echten Wohlthätigkeitssinn, durch seine ungeheuchelte Frömmigkeit es verstanden, die Zuneigung und Freundschaft aller Derer, die mit ihm verkehrten, sich zu erwerben. Eine unabsehbare trauernde Menge folgte dem Wagen, der die sterbliche Reste des braven Mannes zur letzten Ruhestätte brachte, und alte Männer brachen in Thränen aus, als Herr Carl Guggenheim im Austrage der ttvnp jnun, welcher der Verstorbene als eines der eifrigsten und thätigsten Mitglieder seit 5635 angehörte, das Leben des Verblichenen in ebenso beredten wie warmen Worten schilderte. Der tiefe Schmerz aber, der Alle erfaßt hatte, als sich die Nachricht verbreitete, Leopold Heß sei nicht mehr, ist das beredteste Zeugniß für den Werth des Verstorbenen, und dies möge den tiefbetrübten Hinterbliebenen der erhebendste Trost für den herben Verlust sein, der sie betroffen hat. Frankfurt a. M., 21. Mai. Durch den Frhrn. Wilhelm v. Rothschild sind die Herren L. Ehrmann. H. Bär und E. Rosenheim zu Administratoren des demnächst in einen prachtvollen Neubau übersiedelnden, von ihm gestifteten Krankenhauses für arme fremde Israeliten ernannt worden. Hamburg. Ein Prozeß wegen Heirathscoürtage ist bei der Prätur anhängig gemacht worden von einem Schneidermeister, der zugleich das Geschäft eines Heirathsvermittelers betreibt. Derselbe hatte ein Verlöbniß vermittelt zwei sangen Leuten mosaischer Confession, deren beiderseitige Eltern der streng orthodoxen Richtung angehören. Ein Honorar war im Voraus nicht verabredet worden, und bot man ihm später 60 M. als solches an. Damit war er jedoch nicht zufrieden, sondern meinte, daß ihm stillschweigend 1 Prozent sowohl von der Mitgift der Braut als der deS Bräutigams gebühre, weil dies bei Israeliten, zumal bei strenggläubigen, feststehender Brauch sei. Die Eltern deS jungen Paares bestritten dieses und wiesen das Verlangen des Bermittelers als ein unmoralisches zurück. Der Letztere suchte darauf auf gerichtlichem Wege seine Forderung durchzufetzen. Das Gericht legte ihm den Beweis auf, das der von ihm bezeichnete Brauch wirklich bestehe. Vermag er diesen Beweis zu erbringen, so wird seine Forderung als eine berechtigte anzusehen sein. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wie«, 13. Mai. Die „Isr. Alliane" zu Wien hielt heute ihre fünfte ordentliche General- Versammlung. Der vom Präsidenten Joseph Ritter v. Wertheimer erstattete Bericht des Vorstandes über die Wirksamkeit des Vereins im Jahre 1877 bespricht zunächst die gewaltthätigen Ausschreitungen der rumänischen Bevölkerung in Darabani gegen die dortigen Juden im Juni vorigen Jahresaus welchen sich die Ansicht rechtfertige, daß die über die Juden Rumäniens verhängte Ausnahmsstellung dieselben rechtlos erscheinen lasse und den Gewaltthaten einer fanatischen Bevölkerung preisgebe; weiters werden des Längeren die Leiden geschildert, welche nach Ausbruch des orientalischen Krieges durch die Blutgier der Bulgaren über die Juden in Kazanlik hereinbrachen. Der Bericht theilt nun mit, daß die „Isr. Alliance" in Wien im Einklänge mit den gleichartigen Vereinen in London, Berlin und Paris den beschädigten Glaubensgenossen in Rumänien außer anderen Hilfeleistungen auch die Mittel gewährt habe, um im Rechtswege bei den rumänischen Gerichten ihre Entschädigungsansprüche geltend zu machen, und gibt die Unterstützungen bekannt, welche durch Vermittlung des Vereins den jüdischen Flüchtlingen aus Bulgarien und Rumelien zugemittelt wurden und Ausgaben von mehr als 30,000 fl. verursachten. Bei dieser Gelegenheit spricht der Bericht dem Bukarester HilfScomitö für dessen Opferwilligkeit und weiter der Donau-Dampfschifffahrt-Gesellschaft, der Südbahn und anderen Eisenbahn- Gesellschaften für die Liberalität, die sie bei Beförderung jüdischer Flüchtlinge an den Tag gelegt , endlich den Wiener Journalen für deren thatkräftige Unterstützung der Humanitären Tendenzen des Vereins den Dank aus. Was speciell

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