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Der Israelit · 1878-05-22 · Heft 21 (22.5.1878) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 21 (22.5.1878)
Date
1878-05-22
Page
– (sequence 19)
Language
German
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521 Rumänien betrifft, so hat im Sommer vorigen Jahres Minister Cogolnitscheanu dem Vereins- Präsidium gelegentlich einer Besprechung die vorläufig theilweise Emancipation der rumänischen Juden in nicht ferner Zeit in Aussicht gestellt. Behufs Forderung des Schulwesens hat die Wiener „Alliance" für sieben CultnSgemeinden Subventionen im Gesammtbetrage von 900 fl. bewilligt. Der Vorstand bemerkt bei dieser Gelegenheit mit Bedauern, daß seine Bestrebungen zur Hebung des Erziehungsnnd Gemeindewesens in Galizien bei der jüdischen Bevölkerung dieses Landes kein Entgegenkommen finden. Endlich hat der Verein behufs Förderung von Leistungen auf dem Gebiete der jüdischen Literatur im verflossenen Jahre im Gesammtbetrage von 950 fl. gewährt. Der Verein zählt derzeit 468 JahreSmitglieder, 7 Stifter, 19 Gründer und 72 lebenslängliche Mitglieder. Nach Genehmigung des Jahresberichtes wird eine Statuten-Aenderung angenommen, welche den Verein zur Errichtung von Filialen berechtigt, und wird der Jahresbeitrag der Mitglieder desselben gleich wie der Centrale mit 3 fl. festgesetzt. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder I. Ritter v. Wertheimer, Samuel Gottlieb, Dr. A. Jellinek, B. Singer und Ed. Wiener, Ritter v. Welten wurden wiedergewählt. Pretzbrrrg, 10. Mai. Bezugnehmend auf den in Nr. 19 des „Israelit" veröffentlichten Bericht, datirt vom 14. April, dessen treffliche Ansichten jeder wahrhafte Jehudi aus dem Grunde seines Herzens beipflichten muß, erlauben wir uns zur Ergänzung an einen concreten Fall zu erinnern, der die dreijährige npm, von der der Correfpondent aus Böhmen spricht, trefflich zu illuftriren geeignet ist. Der Fall ist zu allbekannt und können wir uns darauf beschränken, auf die Behandlung desselben in a"1? 'O «’/'no hinzuweisen. WaS würden die Aussprüche der Rabbiner genützt haben, wenn dem Betreffenden das Definitivum seiner Stellung von den Staatsgesetzen garantirt gewesen wäre. Sonderbarerweise sind es zumeist Reformhelden, die um ihre Zukunft so ängstlich besorgt sind. Wo liegt der Grund dieser Besorgniß? Darüber mag der oben angewiesene Fall belehren. Betreffende Gemeinde — Neologen reinsten Wassers — fand sich wahrhaft nicht veranlaßt, ihrem Rabbiner zu kündigen, weil es demselben an philosophischen DiSciplinen fehlte. ron» npb niDi; minol? *i. Dies das Definitivum. S. H. D. Reichenart, 12. Mai. Ein und dasselbe Lied wiederholt singen, muß dem Zuhörer doch sehr unangenehm werden; ich werde daher gegen den Wiener Correspondenten, der zwar nicht gegen meine Zurückweisung loSgezogen, von dem ich aber dennoch einen Theil mir nehmen konnte, nicht polemisiren. Der gelehrte einseitige Kram imponirt mir nicht, ich gehöre nicht zu den Wiederkaueuden und weise auf meinen Artikel in Nr. 16 u. 17 hin. Nur richtig stellen will ich die so von unbetheiligter Seite angegriffene Denkschrift der böhmischen Rabbinen. In Böhmen sind 37 Rabbiner, darunter 8 (bis auf 2 provisorisch angestellte) Kreisrabbiner, denen die Landes-Repräsentanz selbst ihre Stellung lebenslänglich zugesichert. In Pilsen waren 18 Rabbiner, darunter 3 emeritirte. Einige haben ihre Abwesenheit entschuldigt, theilS wegen Krankheit, theils wegen Amtsfunctionen und Mehrere, welche die Reisekosten scheueten, die Meisten haben schriftlich ihre Zustimmung gegeben; protestirt hat nicht ein Einziger. Es sind demnach nicht bloS die 2 Rabbinen von Pilsen und BudweiS, sondern die Mehrzahl der böhmischen Rabbinen, die petitionirt haben. Die Landes-Repräsentanz hat ein Comite gewählt, das bei der nächsten Sitzung — im September — über diese Petition Bericht erstatten soll, worauf erst das Gutachten an das h. Ministerium gehen wird. Damit, glaube ich, ist für jetzt jede Polemik geschlossen. Lengsfelder, Rabbiner. - Leiprtik, 14. Mai. Heute Vormittags 10 Uhr brach in der Unteren Judengasse Feuer aus, welches so rasch um sich griff, daß 18 Häuser gänzlich eingeäschert wurden und 10 Häuser in der Stadt theilweise abbrannten. Zwanzig Familien haben nichts retten können und find obdachlos. Die Besitzer der Häuser in der Judengasse sind Krämer; Keiner von ihnen war zu Hause, da heute im benachbarten Keltsch Jahrmarkt ist. Auch die Synagoge ist abgebrannt. England. Lorrdorr. Am 9. Mai wurde dem greisen Lord Rüssel eine Denk- und Dankadresse für die vor 50 Jahren durch ihn bewirkte Abschaffung der Eidesakte (lest and Corporations Acts) überreicht. Darüber ist genau ein halbes Jahrhundert verflossen , so daß das jüngere Geschlecht von heute kaum eine Ahnung von dem Kampfe hat, den dieser Akt >er Duldsamkeit erforderte. Besagtem Gesetze zufolge mußten alle Civil- und Militärbeamten des Reiches das Sakrament in den von der Staatskirche vorgeschriebenen Formen empfangen. Das hieß alle NichtstaatSkirchlichen von Staats-

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