Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1878)
- Date
- 1878-05-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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w. 512 fehlen, s. Z. das Ergebniß der Verhandlungen in diesem gesch. Blatte mitzutheilen. Die Hinterbliebenen befinden sich, da der Ermordete fast kein Vermögen besaß, in der drückendsten Lage und nehme ich, da die Gemeinde Wehrda selbst nicht im Stande ist, für die Wittwe und deren sieben Waisen genügende Existenzmittel aufzubringen, Veranlassung, „unter Hinweisung auf den im „Annoncentheile dieser gesch. Zeitschrift enthaltenen „Aufruf die schon so oft erprobte Mildthätigkeit „der gesch. Leser des „Israelit" recht dringend „um Veranstaltung von Sammlungen für die armen „Hinterbliebenen des Ermordeten zu bitten. Herr „Provinzialrabbiner Dr. Cahn zu Fulda sowie die „Redaction des „Israelit" sind zur Empfangnahme „von Gaben und späterer Veröffentlichung in die- „sen gesch. Blättern gern bereit." G. Stratzburg. Am 5. Mai versammelten sich ungefähr 50 Vorsänger aus Elsaß-Lothringen und gründeten einen Unterstützungsverein für Krankheitsfälle, für Wiitwen und Waisen. Der Verein führt den Namen moy. Jedes active Mitglied hat einen Beitrag von 16 M. jährlich und ein Ehrenmitglied einen solchen von 8M. zu entrichten. N. W. Weil!er, Wittersheim. Holland. Aus Amsterdam wird nns berichtet, daß ein gewisser Moses Sajet, ein jro, dessen Frau vor einigen Monaten gestorben, eine Christin, die zum Judenthum übergetreten, geheirathet hat. Obgleich der hiesige und Haager Rabbiner sich geweigert, die Frau in's Judenthum aufzunehmen, weil unter diesem Umstande es ein^O'x ist, wurde dieselbe von Herrn Rabbiner vr. Rahmer in Magdeburg auf Veranlassung des Rabbinatsaffessors Luttomirsky in Rotterdam, der sie, nachdem sie vom Untercantor de Korse daselbst in der jüd. Religion unterrichtet worden, geprüft hat, doch als Jüdin ausgenommen. Sämmtliche Herren haben gewußt, daß Herr MoseS Sajet, welcher die Frau heirathen will, ein in? ist. Oefterr. - Ungarische Monarchie. Wien. Baron Hirsch, Mitglied der österreichischen Ausstellungs - Commission, hat eine Summe von 100,000 Gulden in Baarem zu gleichen Theilen den Regierungen von Oesterreich-Ungarn zu dem Behufe übergeben, daß um diesen Betrag für die LandeS-Gewerbe-Museen Industrie-Artikel angekauft werden. Diese der Anerkennung werthe Spende wird zweifelsohne unsere Gewerbe-Museen ansehnlich heben. Den auf Ungarn entfallenden Betrag hat Baron Hirsch, wie „Hon" meldet, vorläufig zu Händen des österreichischen AusstellungS- Commiffärs Grafen Edmund Zichy deponirt. Rumänien. Darabany. Frau Cimara ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden und hat bei ihrer Rückkehr die Drohung ausgesprochen, daß sie veranlassen wird, daß bei der nächsten Ausschreitung alle Juden getödtet ' werden. Der Schrecken war so groß, daß die israel. Gemeinde sich telegraphisch an den Fürsten Karl, den Ministerrath, an die Deputirtenkammer und den Minister des Innern um Schutz gewendet hat. Der Fürst ließ sofort eine Abtheilung Soldaten dahin abgehen, die die Ordre hat. jede Unordnung streng zu unterdrücken. (Arch. JsrJ Griechenland. Athen. Der Kriegsminister hatte auf Ansuchen des Oberrabbiners von Corfu gestattet, daß die in einer von Juden nicht bewohnten Festung liegenden jüdischen Soldaten die Peßachtage in Corfu zubringen durften. Der Minister stellte sogar diesen Soldaten ein eigenes Dampfschiff zur Verfügung, welches dieselben nach Corfu führte. Der Oberrabbiner schickte in Folge dieses eine Dankesdepesche an den Kriegsminister. (W. Jsr.) Türkei. Korrstarrtinopel. Graf Camondo hat, wie „SchaareZion" mittheilt, 18,000 Frs. für die bulgarischen Flüchtlinge nach Konstantinopel geschickt. Feuilleton. Licht und Schatten. Erzählung von Friedrich Rott. XXXVII. Ueberrascht blickte Emma auf den ihr ganz Fremden, der fo ohne Anmeldung zu ihr trat. „Habe ich die Ehre Frau Grün vor mir zu sehen?" „Grün ist mein Name, doch was wünschen Sie mein Herr? darf ich um Ihren Namen bitten?"