Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1878)
- Date
- 1878-05-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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480 siegreiche Könige aus, um das Auge der Welt (Abraham) zu blenden (1. B. M. 14 v. 7). nivv jintnb ieo Nb ,anp N\n ODtrc py Pn wm nniDDP 1L7P2 obiy Pr wy bib: (Midrasch Jalkut, zur Stelle). Die Philister verstopften die Erkenntniß- Quellen, die Abraham und Jizchak hatten erfließen lassen (1. B. M. c. 26 v. 18) und so fort, die Jahrtausende hindurch; aber die einmal gewonnene Wahrheit wird nicht vernichtet werden können; sie wird das Eigenthum der Welt bleiben bis an das Ende der Tage. Nach der modernen, sogenannten Wissenschaft soll die Welt aus einzelnen Atomen zusammengeflogen sein; woher diese Atome (kleine, untheilbare Körperchen) gekommen — darauf bleibt die allwissende Wissenschaft die Antwort schuldig. Aus diesen Atomen hätten sich dann — ganz allein — Pflanzen und Thiere gebildet; von den Thieren zuerst die Würmer, bis dann durch „Zuchtwahl und Kampf ums Dasein" die höheren Arten entstanden, die endlich, im Verlaufe von Millionen Jahren, bis zu den Affen emporgeftiegen, aus denen sich dann die Menschen entwickelt hätten. Wir brauchen uns nicht dabei aufzuhalten, unfern geehrten Lesern das Lächerliche und Thörichte dieser Theorie darzulegen; das südische Schulkind, welches die Thora übersetzen lernt, empfängt mit den Worten pwn nm D’orn na v'.ibx rwtro „im Anfänge erschuf Gott die Himmel und die Erde" mehr Weisheit und Vernunft, als alle die Modernen zu spenden vermögen. Man hat gegen die Darwinsche Theorie eingewendet, daß man doch auch im Laufe der Jahrtausende, welche schon historisch beglaubigt sind, eine Fortentwickelung der Arten hätte beobachten müssen. Seitdem geht man darauf aus, derartige Fort-Entwickelungen zu suchen und glaubt in der Fähigkeit der Netzhaut des Auges, die blaue Farbe zu erkennen, einen solchen Fortschritt gefunden zu haben. Sagen wir es gleich, daß die ganze Annahme eine irrthümliche ist, daß die Augen unsrer Vorfahren zu Moscheh's, Hillel's und -Raw Aschi's Zeiten ebenso empfänglich für die Farben waren, wie es die unsrigen sind. Man ist zu dem erwähnten Jrrthum durch die Bezeichnung der drei Farben: grün, blau und gelb durch das einzige Wort pi’ gekommen, dessen Nüancen durch nähere Bestimmungen erläutert werden. Wir werden später noch hierauf zurückkommen; zunächst wollen wir bemerken, daß die Bezeichnung der Sprache für drei Farben durch ein Wort, durchaus nicht zu der Annahme berechtigt, daß die drei Farben den Alten als eine erschienen. Auch die modernen Völker haben nicht für jede Farbennüane^ ein besonderes Wort; so hat das Roth> unendlich viele Schattirungen, die ebensosehr einander unähnlich sind wie gelb und grün. Die drei genannten Farben sind Mittelfarben, die ineinander übergehen, und daher ist es leicht erklärlich, daß die hebräische Sprache für sie nur eine Hauptbezeichnung hat, während sie die Nüancen durch Bestimmnngswörter bezeichnet do-dd pn» gelb wie Safran, 'rrüu pn-* grün wie Kresse Sipod prp blau wie der Lasur-Stein oder wie die Farbe des Himmels. Gehen wir nun speciell auf die blaue Farbe über, die den Hebräern unbekannt gewesen sein soll, so weiß jedes jüdische Kind, daß nban blaugefärbte Wolle war, von der eine Schnur an den rrss an den Schaufäden an den Ecken der Kleider getragen werden mußte. Die genaue Bestimmung der Farbe des nbDn finden wir im Talmud. pj’D Püd nbun njrnerj no noi« 'n N’in jrp-n jrp-i? non cri v'b non nPrinnr usd D'Jijosf io««» "joan ndd7 non -psdh pw i'sdh pso non nniöP D’DK/n üsjdi vsDn rua? nryoa vbn nnn> ndd man -pbd p« nenoa 3*n3t „Rabbi Me'ir sagte: wodurch ist das Techeleth (an den Schaufäden) vor allen andern Farben ausgezeichnet? Das Techeleth gleicht der Farbe des Meeres, das Meer dem Firmament, das Firmament dem Sapphirsteine und der Äapphirstein dem Throne der göttlichen Herrlichkeit, wie es heißt: und unter seinen Füßen wie das Werk der Helle des Sapphirs und wie das Wesen des Himmels an Reinheit, und ferner heißt es: wie das Aussehen des Sapphirsteines die Gestalt des Thrones." (Cholin 89a)*). Wir haben hier also die genaue Bezeichnung des Techeleth als Himmelblau.' Bestimmen wir zunächst die Farbe des Sapphirsteines; derselbe wird auch unter den Edelsteinen des hohenpriesterlichen Brustschildes als der zweite Stein in der zweiten Reihe erwähnt. Rosenmüller sagt in seinem Handbuche der biblischen Alterthumskunde über den in Rede stehenden Stein Folgendes: „Sapprr oder ^apphir ein durchsichtiger Stein von schöner, himmelblauer Farbe, mit welchem die Unterlage des göttlichen Thrones verglichen wird. Der Sapphir der alten Griechen und Römer ist unser Lasurstein (Lapis Lazuli) von reinblauer Farbe, oft mit Schwefelkiespunkten, die man sonst *) Dies ist die richtige Lesart, wonach diejenigen Sotah 17a u. Menachoth 43d zu berichtigen sind; vergleiche Toßaphoth zur Stelle.