Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1878)
- Date
- 1878-05-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ihm gegönnt, ein Vierteljahrhundert das Wort Gottes an heiliger Stätte zu lehren und zu verbreiten; sodann sprach er dem Vorstande und den Mitgliedern der Synagoge warmen Dank aus in so eindringlicher ergreifender Weise, daß Viele der Zuhörer zu Thränen gerührt wurden. Die Ansprache fand auch ungetheilten Beifall und nach Beendigung derselben drängten sich alle Anwesenden an den gefeierten Redner und beglückwünschten freudestrahlenden Angesichtes den geliebten Rabbi auf das Herzlichste. Auch wir schließen uns den Gratulanten an und wünschen dem hochgeehrten Jubilar: □'31? HND ly rj'OI' H31 'H H3 Groß * Kanizsa. Am 2. Avril d. I. starb dahier ein Herr Michael Danneberg im Alter von 101 Jahren. Danneberg. welcher bis vor etwa sechs Monaten noch vollkommen rüstig war, gehörte der dortigen Intelligenz an und war in früheren Jahren ein rühriges Mitglied der Kanizsaer israel. Gemeinde. Herr Danneberg war der Vater des im Jahre 1857 in London verstorbenen Herrn Eduard Theodor Danburghy, Commandant im Jahre 1848 des ersten ungarischen Honved-Jäger- Bataillons, ungarischer Geschäftsträger bei den Vereinigten Staaten von Nordamerika im Jahre 1849 und der Onkel des in Wien bekannten Romanschriftstellers Eduard Breier. Im Dorfe Belpetz (Raaber Comitat) brach neulich Feuer aus. Die Einwohner warfen auf den daselbst wohnenden Juden Joseph David den Verdacht den Brand gelegt zu haben. David, die gereizte Stimmung wahrnehmend. suchte aus dem Dorfe zu entkommen; die Dorfleute aber setzten ihm nach, warfen ihn zu Boden, traten ihn mit Füßen und hieben so lange mit Schaufeln, Hacken und Knütteln auf ihn ein. bis er todt war. Bei der darauf eingeleiteten Untersuchung stellte sich heraus, daß David unschuldig gewesen. Gegen 40 Personen wurden in Untersuchung gezogen. Wien, 23. April Gestern fand die Gene-! ralversammlung der Gründer und Gönner des israel. Blindeninstitutes statt. Gleichzeitig waren die Arbeiten der Zöglinge ausgestellt. Nach dem vorgelesenen Berichte betrug die Zahl der Zöglinge von 1875 bis Ende 1877 18 Knaben und 10 Mädchen. Im verflossenen Jahre verließ die älteste Schülerin (ein 20jähriges Mädchen) das Institut, welcher ein Webstuhl errichtet wurde, womit dieselbe sich anständig ernährt. Der Verein hatte im vorigen Jahre ein Deficit von 200 fl. und appellirt daher an die Mildthätigkeit unserer GlaubenSzenoffen. (W. Jsr.) Amerika. $ßottIattb (Maine). Herr David Miranda, welcher den Sabbat streng feiert und an diesem Tage sein Geschäft geschlossen hält, wurde wiederholt von der Polizei dafür bestraft, daß er am Sonntag seinen Laden öffnet, mehrmals hat ihm die Polizei sogar das Geschäft geschlossen. Er sah sich daher gezwungen, die Sache vor den hiesigen Gerichtshof zum Austrage zu bringen, und sieht man der Entscheidung desselben mit großer Spannung entgegen. .Türkei. Constantinopel Die Israeliten des Reiches haben beschlossen, ihren Knaben, welche im Laufe dieses Jahres geboren werden, den Namen Hirsch zu geben als Anerkennung der außerordentlichen Wohlthaten. die sie von Herrn Baron Moritz v. Hirsch empfangen haben. (Un. Jsr.) Konftantinopel. Zum erstenmale hatte die hiesige israel. Cultusgemeinde die Aufgabe, die israel. Soldaten am Peßach mit Kost zu versorgen. Auf Verwendung des Chacham Baschi hatte der Sultan den israel. Soldaten, welche im Freiwilligencorps dienen, einen zehntägigen Urlaub gewährt. (W. Jsr ) »Feuilleton. Simon Aeding.') Erzählung aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts von S. Kolm. (Verfasser von „Gabriel") 1. Kapitel. Es war Erew Schowuos *), in den Straßen der Prager Judenstadt herrschte ein reges leben- *) Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. Uebersetzungsrecht Vorbehalten. 1) Rüfttag zum Wochenfeste.