Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1878)
- Date
- 1878-05-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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■ttttT TT weil sich fein Herz von Gott, dem Gotte Israels, gewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war, ihm gerade deßhalb geboten hatte, nicht anderen Göttern nachzngehen, und er nicht beobachtet hatte, was Gott geboten. Und Gott sprach zu Schelomoh, weil sich das bei dir findet und du nicht meinen Bund und meine Gesetze gehütet, wozu ich dich verpflichtet, will ich dir zerreißen das Königreich und es deinem Diener geben. Nur in deinen Tagen werde ich es nicht thun, um deines Vaters David willen, aber deinem Sohne will ich eS entreißen. Doch das ganze Königreich will ich nicht zerreißen, einen Stamm werde ich deinem Sohne geben, meines Dieners David willen, und Jeruschalajim's, das ich erwählt." Diese erste prophetische Verkündigung der Reichstheilung zeigt also, daß sie nicht in politischen, sondern in eminent religiösen Motiven ihren Ursprung hatte. Noch deutlicher geht dies aus den Worten hervor, mit welchen der Prophet Achijah noch zu Schelomoh's Lebzeiten Jerobeam seine zukünftige Königswürde verkündete. „Es war um jene Zeit," heißl es an derselben Stelle weiter, „Jerobeam girp aus Jeruschalajim heraus, da traf ihn Achijah Haschiloni der Prophet auf dem Wege; er war mit einem neuen Gewände bedeckt, beide waren allein auf dem Felde. Da ergriff Achijah das neue Gewand, welches er auf sich hatte, riß es in zwölf Stücke und sprach zu Jerobeam: „Nimm diese zehn Stücke, denn so hat Gott, der Gott Israels, gesprochen, siehe, ich reiße das Königreich aus Schelomoh's Hand und gebe dir die zehn Stämme. Der eine Stamm wird ihm verbleiben um meines Dieners David willen, und um willen Jeruschalajim's, der Stadt, welche ich erwählt habe von allen Stämmen Israels. Weil er mich verlassen, und sie sich bückten der Astarte der sidonischen, dem Kemoth der moabitischen, und d-m Milkom der ammonitischen Gotrheit und weil sie nicht in meinen Wegen gingen, zu erfüllen das, was recht ist in meinen Augen und meine Satzungen und Rechtsaussprüche wie sein Vater David. Ich werde aber nicht das ganze Reich aus seiner Hand nehmen, sondern ihn als Fürst bestehen lassen alle Tage seines Lebens, meines Dieners David willen, den ich erwählt habe, weil er meine Gebote und Satzungen gehütet. Ich nehme das Königreich aus der Hand seines Sohnes und gebe dir die zehn Stämme. Seinem Sohne aber gebe ich einen Stamm, damit dem David, meinem Diener, alle Zeit ein Hort bleibe vor mir in Jeruschalajim, der Stadt, welche ich erwählt habe, meinen Namen dort walten zu lassen. Dich aber erwähle ich, und wenn Du die Gelüste deiner Seele beherrschen wirst, sollst du König sein über Israel. Wirst du gehorchen Allem, was ich dir befehle, gehst du in meinen Wegen und thust, was in meinen Augen recht ist, meine Satzungen und Gebote zu beobachten, wie es David, mein Diener, gethan, werde ich mit dir sein, und werde dir ein dauerndes Haus erbauen, wie ich es David erbaute, und gebe dir Israel. Davids Hans aber demüthige ich deßwegen, jedoch nicht für alle Zeit." Diese Worte lassen keinen Zweifel zu. Die Trennung war von Gott ausgesprochen; Jerobeam war die Herrschaft ganz, wie David, von Gott zuerkannt, wenn er es nur verstand, die Herrschaft über sich selbst zu üben. Daß Jerobeam, zur Herrschaft gelangt, die göttlichen Gebote und Satzungen nicht hütete, sondern reformirte, dieses Reformjudenthum hat die Trennung erst verhängnißvoll gemacht, sowie ja die schon unter Salomo begonnene Einführung unjüdischer Culte erst die ganze Trennung hervorgerufen hat. ll'out comme chez nous. Daß nach dieser quellenmäßigen Darstellung die Trennung aus rein religiösen Motiven erfolgte, daß die aus der ablehnenden Antwort Rechabeams erfolgte faktische Scheidung nur ein äußerer Anlaß war, ist vollständig klar, und wird zum Ueberfluß noch durch die Worte bestätigt: 'n dj;d nuD nrvn 'v, Dyn "pvn yop oyan» hx rrn« Ta 'n nan new nan n« O’pn ddj p. Der König aber hörte nicht auf das Volk, denn es war eine Fügung von Gott, damit seinAusspruch erfüllt werde, den Gott durch Achijah Haschiloni dem Jerobeam, Sohn Nebats, verkündet hatte." Thatsächlich ist es ja auch mit der Trennung im heutigen Israel nicht anders. Wenn sich heute Juden von Namen-Juden trennen, so schreien die letzteren Zeter und Mordio über eine fanatische Orthodoxie, die wegen angeblicher Kleinigkeiten, wie Orgel, christlichen Gottesdienst rc. re. das Theuerste, den Gemeindefrieden, opfert. Wäre der Fanatismus des Reformjudenthums Vernunftgründen überhaupt zugänglich, so könnte man billig fragen, ob denn das Reformjudenthum idd'bÖ sonst den Orgelgottesdienst und Alles was dazu gehört, als eine Kleinigkeit behandelt, ob nicht vielmehr in diesem Firlefanz die Summe alles dessen aufgeht, was sich mit so vielem Selbstbewußtsein Reformjudenthum nennt, und ob, wenn dies wirklich eine solche Kleinigkeit ist, es nicht in erster Linie Sache des Reformjudenthums wäre, zu Gunsten des Gemeindefriedens auf dieses Steckenpferd zu verzichten? Aber in Wirklichkeit einmal zugegeben,' die Art und Weise, wie eine jüdische Gemeinde als solche