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Der Israelit · 1878-05-01 · Heft 18 (1.5.1878) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 18 (1.5.1878)
Date
1878-05-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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429 ordentliche Jahressitzung. DaS rentirliche Vermögen der Stiftung beträgt zwar nur 5842,88 Mk. Doch konnten, Dank den Beiträgen der isr. Cultusgemeinden Fürth. Forcbheim, Mürktbreit, Nürnberg, Regensburg und Würzburg, diesmal 1116 Mk. zur Vertheilung gebracht werden. Es erhielten vier Studirende der Rechtswissenschaft je 160 Mk., zwei Studirende desselben Faches je 108 Mk., zwei Studirende der Medicin je 105 Mk., ein Schullehrerseminarist 50 Mk. Sämmtliche Stipendiaten sind sehr gut, einige ausgezeichnet qualificirt. Um so bedauerlicher ist es, daß nur so verhältnißmäßig geringe Stipendien gewährt werden konnten. Die Collatur beabsichtigt darum, abermals sich an die bayerischen Cultusgemeinden mit der Bitte um Jahresbeiträge zu wenden. Hoffen wir, daß ihr diesmaliger Appell erfolgreicher sei. als der vorjährige. Charakteristisch ist übrigens, daß von den Mk. 7310,86 bis j tzt vertheilte Stipendien auf Studirende aus den Gemeinden, aus deren Mitte die Beiträge stoffen, im Ganzen Mk. 416 entfallen sind, nämlich Mk. 200 auf Fürth und Mk. 216 auf Regensburg. Windsbach in Bayern. Der Monat pa ist in diesem Jahre für unsere kleine Gemeinde eine Zeit größter Trauer und tiefster Betrübniß geworden. Unserem Haupte ist die Krone entfallen l u’trio moy — Wr pjptw«n as jpp -nra ist im 77. Lebensjahre po w-.uib i n Dia in ein besseres Jenseits abgerufen worden. Mit Recht können wir die Erklärung von p:up i6tao app» nspi zur Anwendung bringen. Der Heimgang dieses •vom pns läßt eine große, unersetzliche Lücke für seine Familie, für die Gemeinde, nn^ -dn pna und auch für einen großen Umkreis unserer Gegend zurück. Der Hingeschiedene, von frühester Jugend an zum Thorastudium angehalten, hat bis zu dem Tage, wo schweres Leiden ihn hinderte, mit Liebe und Hingebung dem „Lernen" obgelegen, und jede freie Stunde sahen wir ihn eifrig in D'pDisi Dtp beschäftigt. Seine ausgebreiteten Kenntnisse in allen Gebieten waren wahrhaft staunenerregend. Jede n?Ntp fand sofort ihre richtige Antwort. Mit welcher Begeisterung auch die map, der Gottesdienst , von ihm in Ausführung gebracht wurde, läßt sich nicht wiedergeben. Selbst in den letzten Tagen, bei oft getrübtem Bewußtsein, vergaß er nicht vor jedem kleinen Genüsse die vorgeschriebene na-a. Das kleine pa' -opo idd kam in den Tagen seines langen Krankenlagers nicht von seinem Bette und, selbst zu schwach, mußte man ihm die pb'LN anlegen. Seine unwandelbare Frömmigkeit war stets für feine Umgebung ein Vorbild! Was der Selige aber auch für idh mP’Dj geleistet, das ist genugsam bekannt und findet sich der Name desselben unter den Spendensammlungen in Ihrem geschätzten Blatte gewiß nicht selten. Mehr als 30 Jahre fungirte der Entschlafene als r6an bpa ppin -im Wer hier seine Begeisterung und seinen erhebenden Bortrag vernahm, mußte zur wahrhaften Andacht gestimmt werden. Aber auch als bmo, welche heilige Function der fromme Hingeschiedene 58 Jahre hindurch mit Aufopferung eigener Interessen versah, hat sich derselbe in den weitesten Kreisen verdient gemacht. Nichts konnte ihn abhalten, einem ergangenen Rufe zu einer zu folgen, und selbst Sabbat und Feiertage, die Familie allein zu Hause lassend, eilte er selbst im hohen Alter noch in die en,'ferntesten Orte TNLO.i D«pb. Als liebender Familienvater, als ein thätiges und brauchbares Gemeindemitglied, als ein treuer Bürger seiner Stadt wurde ihm auch von allen Seiten die größte Achtung, Ehrerbietung und Liebe entgegengebracht, und zeigte sich dieses sowohl während seiner langen Krankheit als auch bei der am folgenden Tage stattfindenden Beerdigung, indem die Behörden, die Vorstände der Gemeindeverwaltung und viele angesehene Bürger sich dem Leichenzuge anschloffen; sämmtliche Gemeindemitgliedcr jedoch gaben ihrem bruoi jmjd das Geleite bis zur letzten Ruhestätte aus dem 4 Stunden von hier entfernten D"n na; wie auch Herr Rabbiner Grünbaum aus Ansbach hierher eilte und seinem verewigten Freunde die letzteEhre erwies. I. Mayer, Lehrer. Hamburg. Eine große Zahl von Mitgliedern des „Vereins für jüdisch-religiöse Vorträge" veranstalteten am Sonntag Abend im Clubsaale deS Conventgartens zu Ehren des Herrn OberrabbinerS Dr. I. Js aacfo hn eine Festmahlzeit, welche einen sehr würdigen Verlauf nahm. Beim Eintritt in den festlich erleuchteten Saal wurde der hochgeschätzte Prediger zu seinem mit Blumen und Guirlanden geschmückten Ehrensitz geleitet, während die Gesellschaft sich in einem Halbkreis gruppirte. Der Tisch-Präsident, Herr Dr. M. Katzen st ein, begrüßte den Gefeierten mit einer schwungvollen poetischen Ansprache. Letzterer dankte bei der Tafel in zwei geistreichen Reden, während Toaste ernsten und launigen Inhalts auf den „Ehrengast", auf die Lehrer in Israel", die „Wissenschaft", die „Vaterstadt", auf das „Comitä für religiöse Vorträge" rc. mit heiteren Gesängen wechselten. Das

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