Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1878)
- Date
- 1878-04-17
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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417 haltenen Correspondenz auS Burgpreppach, erlaube ich mir darauf hinzuweisen, daß auch in der GarnifonSstadt Aschaffenburg schon über 30 Jahre durch die Bemühungen und durch die Opferwilligkeit des durch seine große Gelehrsamkeit und wahre Frömmigkeit sowohl, als auch durch seine rastlose Thätigkeit für Erhaltung des traditionellen Judenthums rühmlichst bekannten Herrn Distrikts- Rabbiners Abraham Adler "p*<' “pan» obm mo’yjai aica rnuicn i»d» , die jüdischen Soldaten Koscher-Kost erhalten. Nicht nur, daß genannter Herr Rabbiner '"j bei den betreffenden Hauptleuten oft mit vieler Mühe die Erlaubniß erwirkte, daß die jüd. Soldaten außerhalb der Menage essen durften, und dann für Beschaffung der nöthigen Mittel sorgte, sondern er hat auch viele arme Soldaten an seinem eigenen Tisch Theil nehmen lassen. Möge diesem rwyo neny zur Freude seiner zahlreichen Verehrer Kraft verleihen, noch viele Jahre seiner gewohnten Thätigteit für Erhaltung und Verbreitung von rwvi nnn obliegen zu können, jdn. rwnonD ‘6. Frankreich. Paris. Die All. isr. versendet gegenwärtig ihren Bericht vom 11. Semester 1877. Wenn wir auch die wichtigsten Mittheilungen nach ihren Monatsberichten bereits veröffentlicht haben, so bietet der vorliegende Bericht uns doch Gelegenheit, ein allgemeines Bild von der segensreichen Thätigkeit der All. isr. zu geben. Wir entnehmen dem Berichte: Die Israeliten der Türkei haben bei den Ereignissen der letzten Zeit alle «schrecken des Krieges erfahren; ganz Europa ward durch die Nachricht von den entsetzlichen Leiden derselben aufgeregt. Es war im Monat Mai, als sie den ersten Nothschrei ausstießen, und seitdem folgten die Unglücksfälle, die sie trafen, rapide und ununterbrochen auf einander. Das Bombardement hatte die Juden von Widdin zur Flucht genöthigt und die von Rustschuk nach den benachbarten Städten, hauptsächlich nach Schumla und Varna getrieben. Bald dehnte sich dieser Krieg immer weiter aus, und die Juden von Bulgarien waren gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen, um dem Hasse der christlichen Bevölkerungen zu entrinnen; es ergriff sie eine wahre Panik. Sie suchen in Adrianopel, Schumla, Varna und anderen Städten ein Asyl. Der Hauptstrom der Auswanderung richtet sich nach Adrianopel, wo sie in dem Präsidenten des Comitss der Alliance, Herrn M. v. Toledo, einen edlen und eifrigen Beschützer finden; in Varna werden sie von der gleichfalls dorthin geflohenen Vorsteherin der Mädchenschule der Alliance von Rustschuk, Frau Jusselin, und von den ausgezeichneten Familie» der HH. Tedeschi unterstützt und getröstet, und desgleichen in Schumla von HH. Navon u. Schiprut, sowie von dem Direktor der Knabenschule, H. Semah, und der Vorsteherin der Mädchenschule der Alliance, Frl. Salzer. Dos Bezirks - Comitö von Constantinopel leitet unter den Viceprasidenten HH. Fernadez und B. Coen und mit Hilfe des H. Grafen v. Camondo in Paris dieses große Werk der Wohlthätigkeit und Menschlichkeit und besaß alsbald in Herrn Veneziani einen ausgezeichneten Mitarbeiter, der von H. Baron v. Hirsch eine Liebesmission nach der Türkei gütigst übernommen hat und in Gemeinschaft mit H. Felix Bloch die Flüchtlinge besucht, ihnen die von H. v. Hirsch in beispielloser Weise ihm zur Verfügung gestellten Hilfsmittel austheilt und Trost spendet. Die Auswanderung wandte sich nach folgenden Städten: Varna, 242 Personen; Schumla, 751 P.; Sofia, c. 700 P.; Samacoff, c. 100 P. und Philippopel 399 Pers. Zu dieser Zahl von mehr als 2000 Personen, die größtentheils aus Rustschuk, Rasgrad, Silistria, Tatar-Bazarojik, Küstendie, Plewna, Sisto» wo, Nicopoli, Carlova und Widdin gekommen waren, muß man noch zahlreiche Flüchtlinge hinzurechnen, die in letzter Zeit namentlich nach Adrianopel und Constantinopel auch aus anderen Städten, wie Birkowza, Lom. Vracza rc. gekommen sind. In den letzten Tagen des Monats Januar 1878 schien' allein die Zahl der israel. Flüchtlinge von Adrianopel auf 4000 angewachsen zu sein, und das Bezirks-Comite von Constantinopel sah sich vollends von der Emigration wahrhaft überfluthet. Unter solchen schmerzlichen Umständen lag dem Central-Comitv eine große Aufgabe ob; es suchte dieselbe mit Hilfe der Comites und vor Allem des Bezirkscomitö's der Türkei zu erfüllen. Aber es wartet seiner eine noch größere Aufgabe. Man wird nach dem Kriege diese armen Flüchtlinge wieder in ihre Heimath bringen und ihnen zur Wiederherstellung ihrer Häuslichkeit und Wiederaufnahme ihrer Geschäfte behilflich sein müssen. Das Central-Comitv hofft, daß es sich so großen Bedürfnissen werde zuwenden können. Den Aufruf, den es an die zur Wohlthätigkeit stet» bereiten Mitglieder der Alliance, an alle isr. Gemeinden gerichtet hat, hat Gehör gefunden; die Spenden sind ihm von allen Seiten zugeflossen; von der äußersten Grenze MaroccoS bis tief ins Innere Rußlands und Amerikas, haben Comites, Gemeindevorstände, Vereine, Rabbinen, Cantoren , Lehrer dasselbe in diesem Werke der Barmherzigkeit er-