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Der Israelit · 1878-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1878) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1878)
Date
1878-04-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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401 Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Frankreich. Frankfurt n. M Der Verein zur Begleitung bedürftiger israel. Schulkinder versendet seinen Rechenschaftsbericht für 1877. Die Geschenke betrugen 2700 M- (900 ÜJL weniger als 1876), dagegen zahlten die 293 Mitglieder.300 M. mehr Beitrag, als die 255 Mitglieder des Jahres 1876. Es wurden 54 Knaben mit neuen Kleidern und Stiefeln versehen. Davon besuchten 23 die Ostend-Schule, 18 die Realschule der israel. Religions-Gesellschaft, 4 die Realschule der israel. Gemeinde, 3 die Allerheiligen-Schule, 3 die Weißfrauen-Schule, 1 die Arnsburger-Schule und 1 die Aushilfs - Schule auf der Hanauer Landstraße. Sobald der unangreifbare Fonds auf 20,000 M. gebracht ist, gedenkt der Verein seine Thätigkeit, ,wenn möglich, auch auf die Bekleidung dürftiger Mädchen auszudehnen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Reichenau (Böhmen). Es ist eine merkwürdige Correspondenz, die ein Berichterstatter aus Wien in einer der jüngsten Nummern dieses Blattes producirt hat. S. 315 plaidirt ein Correspondent aus Posen für die definitive Anstellung der Rabbinen, führt einen eclatante» Fall an, der die Bestrebungen derselben, ihre Existenz zu befestigen, rechtfertigt und auf derselben Seite schreibt ein Wiener, daß dieselben Bestrebungen der böhmischen Rabbinen unberechtigt seien. Man kann wohl verschiedener Ansicht sein, ein vernünftiger Grund muß jedoch angeführt werden können. Was fabelt aber der Correspondent aus Wien? Er spricht von Gewissenszwang, von Unvereinbarung mit den Staatsgesetzen, von Bevormundung der Gemeinden und von nachtheiligen Folgen für die gesetzestreuen Juden. Das wären in der That schwer-, wiegende Gründe, wenn sie nur auf diese Bestrebungen auch anwendbar wären. Man muß wirklich staunen über die Naivität, die dieser Artikel zeigt. Wo ist da ein Gewissenszwang, eine Bevormundung, oder ein Widerstreit gegen die Staatsgesetze, da ja die Gemeinden gar nicht gezwungen werden, einen Rabbiner aufzunehmen? Wo sind nachtheilige Folgen für fromme Juden zu besorgen, wenn das Deftmtivum erst nach einer dreijährigen Probezeit eintreten soll? Sind es nicht npir» ’jtf dru'bre. Und ändert dann der Rabbiner seine Farbe, nun so hat er feinen Vertrag gebrochen und verliert seine Stelle so wie so, wenn er sich moralisch unmöglich macht D'in ip' n1?. Die gesetzestreuen Juden sind es gerade, die sich ein Gewissen daraus machen, dem Rabbiner, den sie ausgenommen, zu kündigen. Was aber dieser! W.-Corr. die Krone aufsetzt, ist die Unwahrheit, : die sie der Welt verkündet. Am 11. u. 12. v. M. i hat erst die Landesrepräsentanz in Prag über die v. h. Ministerium ihr zur Begutachtung herabgelangte Petition berathen, so konnte ein wahrheitsliebender Cor. am 13. doch nicht schreiben: DaS Ministerium habe die Petition abschlägig beschieden. Es kann wohl kommen und wahrscheinlich wird es auch so kommen, denn in Böhmen gibt eS auch solch gesinnnngstüchtige Männer, die den Rabbiner wie den Hausknecht unter ihrer Botmäßigkeit haben möchten; aber die Schadenfreude hat sich doch etwas zu früh manifeftirt. Lengsfelder, Rabbiner. Lemberg. Der Confession nach besuchten im Jahre 1877 die Gymnasien in Galizien 4900 Polen, 1492 Ruthenen. 38 Armenier. 3 Gr.-Orthodoxen, 51 Protestanten und 1183 Israeliten; die Realschulen 1386 Polen, 135 Ruthenen, 3 Armenier, 33 Protestanten und 379 Israeliten. An der Gesammtzahl der Mittelschüler participiren Polen mit 65.47 °/0, Ruthenen mit 17.98 %, Juden mit 16.26 %• Wir finden somit unsere 450.000 Juden nur mit 1.21 °/0 kleineren Procent an den höheren Unterrichtsanstalten theilnehmen als die 2^4 Millionen Ruthenen, und es ist nicht schwer auszurechnen, daß die Juden schon jetzt einen gleichen Perzentsatz von Schülern in die Mittelschule entsenden, wie das polnische und ein bedeutend stärkeres Contingent wie das ruthenische Element. Es verdient noch besonders hervorgehoben zu werden, daß die Frequenz der jüd. Mittelschüler in jenen Städten eine große ist, in denen jüdische Volksschulen bestehen; so finden wir z. B. die vier Städte Lemberg, Brody, Tarnopol und Krakau mit über 800, alle übrigen mit 600 Schülern ausgewiesen. (Lemb. Jsr.) Frankreich. Paris. Monatsbericht (März) der „Alliance Jsr. Univ." Die Israeliten der Türkei) H. Fernandez schreibt, daß die Flüchtlinge anfangen, in ihre Heimath zurückzukehren, aber nur in kleinen Gruppen und nach bestimmten Ortschaften; sobald die Umstände es gestatten werden, wird diese Rückkehr massenhaft und allgemein stattfinden. — Zweiunddreißig israelitische Familien aus

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