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Der Israelit · 1878-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1878) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1878)
Date
1878-04-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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IhumS, auch in diesem Jahre wieder eine Anzahl Zöglinge als examinirte Lehrer entlassen und eine größere Anzahl Aspiranten aufnehmen konnte. Es kann unsere Absicht nicht sein, über die Leistungen eines Instituts, an welchem anerkannt tüchtige und erprobte Lehrer mit unermüdlicher Thätigkeit und heiliger Begeisterung ganz ihrem Berufe leben, an dieser Stelle zu berichten; die bedeutenden Erfolge, die die Anstalt seit ihrem Bestehen erzielt und die sich immer mehrenden Bitten von Gemeinde» um Zuweisung von Lehrern aus derselben, sie sprechen deutlicher und beredter als alle Worte. Zweck dieser Zeilen ist vielmehr, die echten und wahren Jehudim unserer Provinz mehr und mehr auf dieses Institut aufmerksam zu machen nnd sie zum Nachdenken anzuregen, welche unschätzbare Vortheile eS gerade für unsere Provinz bietet, wenn die Anstalt durch Zuwendung reichlicherer Mittel in den Stand gesetzt wird, eine größere Anzahl von Zöglingen aufzunehmen, um jo wieder in jedem Jahre eine größere Anzahl von Lehrern an Gemeinden abgeben zu können. Noch herrscht in unserer Provinz, ein echt religiöser Geist, wahre Frömmigkeit, unverfälschtes Judenthum. Diese Zustande sind jedoch arg gefährdet, sorgen wir nicht zeitig dafür, daß unseren Schulen der Geist gewahrt bleibe, der bis jetzt unter den Schülern unserer großen Rabbinen in ihnen vorherrschend gewesen. Solches werden wir aber unter den gegenwärtigen, veränderten Umständen nur dann erreichen, wenn wir in der Zukunft Lehrer aus einer Anstalt zu gewinnen suchen, die nur für die echt jüdischen Bestrebungen ihrer Zöglinge Gewähr leistet. Eine solche Gewähr leistet nun das in Rede stehende Institut in vollem Maaß, versäumen wir deßhalb nicht, unsere Pflicht zu thun, und suchen wir durch reichlichere Unterstützung, als eS bis jetzt geschehen, eS der Anstalt zu ermöglichen, auch auf unsere Provinz ihre Segnungen ausdehnen zu können. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Kittdbevg (Steyermark). Am 22. April feiert Herr Ignatz Fischer dahier seinen 100. Geburtstag. Derselbe hat die Befreiungskämpfe, so die Schlachten bei Leipzig, Aspern u. s. w. mitgemacht. Der Beteranenverein, dem Herr Fischer angehört, bereitet große Festlichkeiten für diesen Tag vor. (W. JSr.) Frankreich. ftatfö. „Arch. isr." schreiben: Der Municipalrath von Paris, dessen Majorität allbekannt zu den Radiealen zählt, ist den katholischen Corpvrationen ungünstig gestimmt, insbesondere verfolgt er die Ausschließung „der Religiösen" von den Hospitälern und Gefängnissen, um sie durch Laien zu ersetzen. Die Reaction bekämpft mit Zorn eine solche Prätention. Uns Israeliten kommt eS gewiß nicht zu, in diese Debatten uns zu mischen, wir sind bei diesen Streitigkeiten nur Zuschauer; das hindert aber nicht Mittheilungen, die als Argumente angeführt sind, aber nicht der Wahrheit entsprechen, entgegenzutreten. In einem von Herrn P«an de St.-GilleS verfaßten officiellen Bericht, der ganz zu Gunsten „der Religiösen" geschrieben ist, wird behauptet, daß man für das Rothschild'sche, also für ein israelitisches Hospital zur Bedienung für israelitische Kranke „katholische Religiösen" verlangt habe/ Wir glauben sicher, daß dies den Thatsachen nicht entspricht, weil wir uns nicht denken können, daß man zur Ueberwachung jüdischer Kranken kathol. Klosterfrauen anstellen wolle. Sehr zu wundern ist eS, daß die Verwaltung unsres Hospitals gegen eine solche Behauptung in einem officiellen Schriftstücke nicht protestirt oder zum Wenigsten ein öffentliches Dementi entgeqengestellt hat. Paris. Baron Gustav von Rothschild, Präsident des israel. ConsistoriumS, hat in der Üuv äss Reuillantinss ein Grundstück angekauft, um darauf ein großes Schulgebäude erbauen zu lassen, welches die Consistorialschule der Kue Joliveau ersetzen soll. Man hat außerdem ein Grundstück zu einem Gebäude für das Rabbiner- Seminar, welches bis jetzt in einer Miethwohnung untergebracht war, erworben. In zwei Jahren soll das neue Gebäude erbaut sein. Herr R. Bifchoffsheim hat zwei Astronomen, welche den Sonnen-* durchgang des Merkur am 6. Mai beobachten wollen, da der nöthige Credit von den Kammern nicht bewilligt wurde, 80,000 Frs. zur Verfügung gestellt. (Arch. Isr.) England. Lorrdo« Der Präsident desJewishHome (isr. Asyl) in London, Herr F. D. Mocatta hat die Anzeige gemacht, daß bei Gelegenheit deS 60. Jahrestages der Verheirathung seiner Eltern, für dieses Institut das Terrain, worauf eS errichtet ist, ankaufen werde. Das ist ein Geschenk im Betrage von 32000 Mark. (Jew. Ehr.)

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