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Der Israelit · 1878-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1878) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1878)
Date
1878-04-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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493 Tuitfl der ihn Ueberlebenden bleiben, sein rastlos thätiger und dem Idealen zugewandter Geist wußte dem Tage immer noch einige Stunden abzuringen, die er mit Erfolg der Dichtkunst, dem Drama, der Uebertragung des Alt-Elastischen widmete. So wurde es ihm möglich, seinem engeren anstrengenden Berufe mit Gewissenhaftigkeit und aufopfernder Treue zu dienen und doch zugleich bis zu seinem Ende als reges Mitglied von Vereinen thätig zu sein, welche die Wohlthätigkeit, die Wissenschaft oder sonstige edle Zwecke ins Leben gerufen. Cöl«. Dem Rechenschafts-Bericht des Vereines zur Unterhaltung eines jüdischen Lehrer-SeminarS in der Rheinprovinz für das eilfte Jahr seines Bestehens entnehmen wir: Hatten wir auch in Folge ungünstiger Zeitverhaltnisse im Einzelnen manchen Ausfall zu beklagen, so hat sich doch im Allgemeinen die Opfer- Willigkeit unserer Freunde in erfreulicher Weise gesteigert, und die gerechte Würdigung und Anerkennung, welche unser Seminar durch seine Leistungen sich in weiteren Kreisen zu verschaffen gewußt, hat unserm Verein eine Anzahl neuer Mitglieder zugeführt, so daß es uns vergönnt war, die beabsichtigte Erweiterung unseres Wirkungskreises, wenn auch für jetzt nur in bescheidenem Maaße, eintreten zu lassen und die Anzahl unserer Zöglinge um Mer gegen das Vorjahr zu vermehren. Ist es uns trotz der durch diese Vermehrung unserer Schülerzahl uns erwachsenen Mehrausgabe von Mark 3000 möglich geworden, in diesem Jahre wiederum einen Ueberschuß von Mark 6162. 69 Pf. zu erzielen, so verdanken wir dieses günstige Ergebnis zum nicht geringen Theile den ausdauernden Bemühungen unseres wackeren Curatoriums- MitgliedeS, des Herrn Rabbiners Dr. Frenkel in Frankfurt a. M., der unermüdlichen Wirksamkeit unseres verehrten Vereinsmitgliedes, Herrn I. M. Marx in Cöln, sowie nicht minder der eifrigen und umsichtigen Thätigkeit unseres hochverehrten Rendanten, Herrn S. Mannsbach in Cöln. Wir überschreiten die Schwelle des neuen Jahres wiederum mit größeren Anforderungen an die Mittel des Vereins, indem wir an die Stelle der im kommenden Herbst nach vollendeter Ausbildung ausscheidenden vier Zöglinge wiederum einer größeren Anzahl von neuen Aspiranten die Aufnahme zu gewähren beabsichtigen, und stehen daher wiederum bittend, wünschend und hoffnungsvoll an den Pforten der Zukunft. — Es berührt uns um so schmerzlicher, die Aufnahme-Gesuche zahlreicher Aspiranten, sowie die stets sich mehrenden Bitten der Gemeinden um Zuwendung von Lehrern uur zum kleinsten Theile berücksichtige» zu können, als wir mit den uns zur Verfügung stehenden Lehrkräften einer bei Weitem größere» Schülerzahl die Wohlthat des Unterrichtes könnte» angedeihev lassen, wenn uns in reicherem Maaße als bisher die Mittel zu ihrer Beköstigung zugewendet würden. Außer der unabweisbaren Nothwendigkeit einer wenn auch vorsichtigen, so doch stetigen Erweiterung unseres Wirkungskreises müssen wir als sorgsame Verwalter der materiellen Mittel unserer Anstalt auch daS Ziel im Auge behalten, durch allmälige Ansammlung eines größeren Capitals ihre Zukunft zu begründen und ihren Fortbestand gegen die Schwankungen wechselnder Zeitverhältnisse möglichst sicherzustellen. Wer zn solchem Zwecke uus eine Gabe spendet, der erwirbt sich das lohnende Bewußtsein ächt jüdischer und humaner Pflichterfüllung. Er hat durch feinen Beitrag einem strebsamen und befähigten Jünglinge die Pforten unserer Anstalt erschlossen, ihm so die Vorbereitung zu einem ehrenvollen und gemeinnützigen Beruf und zur Gewinnung einer geachteten und selbstständigen Lebensstellung ermöglicht, hat dem Vaterlande einen strebsamen und kenntnißreichen Mitarbeiter am Erziehungswerke, einer jüdischen Gemeinde einen Jugendlehrer und Cultusbeamten zugesührt und daS Thorastudium befördert. Wir Alle — Verwalter, Lehrer und Förderer dieser Anstalt — sind ebenso warme und aufrichtige Freunde und Verehrer der offenbarten GotteSlehre und des unverjährbaren göttlichen Gesetzes, wie der wissenschaftlichen und sittlichen Culturbestrebungen dieses erleuchteten und menschenfreundliche» Jahrhunderts. Es wallet ein Geist ächt wissenschaftlicher Erleuchtung und inniger, tiefernster religiös-sittlicher Begeisterung in dieser Anstalt und ergreift Lehrer und Schüler. Einem Werke von so gediegenem Werthe und so vielverheißenden Folgen für die wissenschaftliche Bildung und die religiöse Erziehung und Belehrung der kommenden Geschlechter kann und wird es in Israel an den äußeren Mitteln nicht fehlen» die zur vollen Lösung seiner Aufgabe unentbehrlich sind. Die Einnahmen betrogen 17886 Mark, die Ausgaben 10013 Mark. Aus Kttrhefseu. Vor uns liegt der Rechenschaftsbericht des Vereins zur Unterhaltung eines jüdischen Lehrerseminars in die Rheinprovinz. Mit Freude und Genugthuung ersehen wir aus demselben, daß diese Anstalt, eine der würdigste» und edelsten Schöpfungen des orthodoxen Judenm •füll f.

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