Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1878)
- Date
- 1878-04-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Die Ehe wurde dann vor dem Civilstandsbeamten geschlossen. Kurze Zeit darauf starb der Mann, der nach jüdischem Gesetze in blutschändrischer Ehe gelebt hatte, und der Rabbiner hob in der Leichenrede daS musterhafte eheliche Verhältuiß, der nun durch den Tod von einander Geschiedenen hervor. Die „Neuzeit" nennt den Namen des Rabbiners und den Ort des Vorganges nicht; aus der Einleitung jedoch, in der auf eine vielgelesene Geschichte der Juden hingewiesen wird, deren Autor bei der Fabrication moderner Rabbiner betheiligt ist, kann man vermuthen, daß der in Rede stehende Rabbiner aus der Breslauer Schule, an der bekanntlich, Herr Professor Dr. Grätz, wirkt, hervorgegangen sei. n«; rrrayn no „Was soll euch dieser Dienst?" In dieser Frage gipfeln die Bestrebungen der modernen Verwüster des jüdischen HeiligthumS; das ruwv das Joch der göttlichen Gebote, ist ihnen zu schwer; sie wollen es abwerfen. Gegen diese Feinde des Judenthums gibt es nur ein Mittel; da sie sich vom Judenthum ausschließen tosnn» 'Svi np’ya nss p iDsy n« müssen wir uns gegen sie abschließen. '»n sb dp «in )bs. Diese Menschen gehören nicht zu den Erlösten des Herrn, wenden wir ihnen den Rücken. Es wäre vergebliche Mühe, hier einwirken zu wollen. Aber wirken können wir auf den Unwissenden, indem wir seine einfache Frage sanft und einfach beantworten v^s mDNi „und du sollst dich freundlich , liebevoll zu ihm wenden und ihn belehren, weise ihn hin auf die großen Wunder, die Gott für uns gethan onsroo 'i uersin t pnna o auf die großen Wohlthaten, die Er uns erwiesen, ohdj/ rvzio, indem Er uns aus dem Hause der Sclaven geführt und uns zu freien Männern gemacht hat. — Wirken kannst du auch auf Denjenigen, dessen geistige Entwicklung noch so wenig gediehen, daß er nicht einmal zu fragen versteht. O, schätze ihn nicht gering, sondern i1? nna nntt rege Du ihn an rrum mit Liebe und Strenge zugleich, wie es der hebräische Ausdruck man bezeichnet. — Man hat die Frage aufgeworfen, warum der jni» der geistig Unentwickelte dieselbe Antwort enthält wie der y&n, der Böswillige. Die Erklärung ist einfach; für den geistig Unentwickelten fällt das Verletzende, das in dem V? liegt, weg. Ihm muH ich sagen: Das hat Gott mir gethan, als ich aus Mizrajim zog; er steht noch nicht auf der geistigen Höhe, um zu begreifen nn: ->n ton» DnsoD ton ton 1^40 iD»y ns nitot? dis daß die Gott unfern Voreltern erwiesenen Wunder auch uns sind gethan worden; auch wird vorausgeschickt rrum, du sollst deinem Sohne, liebevoll und herzgewinnend ntt ptpio man nm, die Wunder und Wohlthaten Gottes auseinandersetzen. Es sind dieselben Worte, die im liebevollen Tone gesprochen eine ganz andere Bedeutung gewinnen als im abweisenden Tone. Mögen wir es nicht versäumen, die geistig noch unentwickelten Kinder in Gottes Lehre sorgfältig einzuführen und sie dafür zu begeistern, damit sie sich später entwickeln zu weisen Mänuyrn, denen Gottes Zeugnisse, Satzungen und Rechte heilig sind. eitangSnachriehten und Gorrefpondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 4. Nisan. Hochherzige Thaten verdienen wohl, bei dem leider so vorherrschenden Materialismus, alsLeuchtpunkte, DDianrfr dj, zur Nachahmung, der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten zu bleiben, was mich zur Mittheilung an Ihre geschätzte Zeitung veranlaßt, daß der hiesige Lernverein: „in rvo" zu seinem fünfzigjährigen Jubiläum, der hiesigen Realschule der israel. Religionsgesellschaft einen Fond von M. 2228. 57 Pf. zuwies, um damit einet^ Frei pl atz für ewige Zeiten zu stiften. Würdiger konnte eine solche Jubiläums-Feier gewiß nicht verewigt werden; denn mit dieser Stiftung hat sich dieser, verhältnißmäßig kleine Verein, seinem Namen gemäß, auf das ehrendste „gekrönt", und es dadurch verstanden, den ursprünglichen Gründern sowohl, als den gegenwärtigen, sowie aller Mitglieder derfernftenZukunft, das bleibendste Denkmal, mit der Inschrift: „in N'iv ]nn" zu setzen. Möge dieser Freiplatz, der den Namen dieser nnnn trägt, stets nur von solchen Schülern benützt werden, welche die hohe Aufgabe desselben p'ina ton»»!? nmn jtt sein, zur vollen Wahrheit bringen! \ds. I. G Frankfurt a. M., 8. April. Eine schmerzliche Kunde durcheilte gestern Vormittag unsere Stadt: Herr Geh. SanitätS-Rath vr. Heinrich Schwarzschild ist plötzlich einem Herzschlag erlegen. Tausend durch seine Kunst Genesene, namentlich die Frauen-Welt und die mit irdischen Glücks- Gütern nicht Gesegneten, denen er allezeit ein uneigennütziger Helfer war, werden dem Heimgegangenen aufrichtige Thränen des Dankes nachweinen. Doch wird sein Name nicht nur als der eines vielbeschäftigten Arztes lange Zeit in der dankbaren Erinne-