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Der Israelit · 1878-04-10 · Heft 15 (10.4.1878) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 15 (10.4.1878)
Date
1878-04-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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369 zwischen Mensch und Mensch regeln, und deren Weisheit und Güte Jedermann anerkennen muß. AVer sie alle nny wie D»p>n wie d’dbjpd sind nicht Produkte menschlicher Klugheit, sondern ms pv«, sie sind uns geboten von 'i, dem Ewigen, dem Gotte des Weltalls, dem allmächtigen Schöpfer und Herrscher, der da ist unser Gott, der mit besonderer Fürsorge uns lenkt und leitet, uns liebt, uns beglückt. Und dem, der also fragt. dem wolle nichts vorenthalten, dem verkünde Alles nDsn no^ro, bis zur letzten Mischnah nD£?n -in« in’iosD v« iDip’EN, läge ihm, daß der Vollgeschmack der Mizwah bleiben muß, daß die Erfüllung des Gottesgebotes Selbstzweck ist, daß es nach dem Genüsse des Peßachopfers keinen Nachtisch gibt. Ja, wir, unser Geschlecht, wir haben die Große undBedeutung dieser Antwort erfahren. Alle die Zuthaten und Leckerbissen, die man seit länger als einem halben Jahrhundert zu den Geboten unseres Gottes hinzufügen hat wollen oder hinzugefügt hat, sie sind theils dahingeschwunden, theils schwinden sie dahin; aber das Wort unseres Gottes wird ewiglich bleiben. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten & Gnrrefpondenzen. Deutschland.' Berlin Der Vorstand der hiesigen jüd. Gemeinde hat, wie man hört, den Beschluß gefaßt, noch eine, also die vierte Gemeinde-Synagoge, in der LiNdenstraße, nahe der Kommandantenstraße, zu errichten. Der Plan, zu dessen Verwirklichung der Ankauf dreier Grundstücke in Aussicht genommen worden und zwar derer, welche in dortiger Gegend einst dem Markthaüenprojecte dienstbar gemacht werden sollten, kann natürlich erst zur Ausführung kommen, wenn die Repräsentanten denselben gebilligt und genehmigt haben. Die Absicht geht dahin, die Synagoge einfach und ohne Glanz, auch ohne Orgelwerk herzustellen. Die Herstellung, welche den Bewohnern der Luisen- und eines größern Theils der Friedrichsstadt zu Gute käme, würde die Berufung eines Hilfspredigers bedingen. (Brrl. Tagebl.) Frankfurt a. M., 5. April. In einem Artikel d. d. Mainz, 2. April, in Nr. 14 Ihres Blattes berichten Sie über Zerwürfuisfe innerhalb der iSr. Religionsgesellschaft dahier. Ein Theil der Mitglieder sei aus der Gemeinde getreten, ein anderer Theil habe sich ohne Austritt beruhigt und ein dritter habe ein Compromiß abgeschlossen und durch den Vorstand der Reformgemeinde einen Rabbiner Herrn Or. Horowitz in Gnesen berufen lassen. Sie fügen hinzu, daß dadurch der Riß in der Religionsgesellschast zu einem dauernden werde, was sehr zu beklagen, da die Religionsgesellschaft bisher der Stolz und die Freude des orthodoxen Judenthums war durch ihre herrlichen Institutionen, ihre musterhaften Unterrichtsanstalten, durch die Hingebung und Einigkeit ihrer Mitglieder u. s. w. und schließen mit dem Wunsche, daß die schützende Hand Gottes die Religionsgefellfchaft die schwere Crisis überwinden lassen möge. Ich muß gestehen, daß Zweck und Absicht dieser Auseinandersetzung mir unklar sind. Wenn damit die Anhänger des Compromisses, namentlich aber der gewählte Rabbiner auf die schwere Verantwortlichkeit aufmerksam gemacht werden sollen, welche schon der Versuch der Religionsgesellschaft zu schaden rnvolvirt, wenn dem Rabbiner klar gemacht werden soll, daß er in die Dienste der Reformgemeinde tritt, so habe ich nichts dagegen einzuwenden. Die Religionsgesellschast entbehrt des schützenden Arms des Staates, welcher der Gemeinde zur Seite steht, sie ist auf die freiwillige Hingebung ihrer Mitglieder angewiesen und verdankt ihre Entstehung und Blüthe dem Bedürfnisse, indem es vorher kaummöglich war, als gesetzestreuer Jude hier zu leben, weil die Gemeinde die religiösen Institutionen verfallen und eingehen ließ. Die Religinisgesellschaft ist seit mehr als 25 Jahren in die religiösen Pflichte« der Gemeinde eingetreten und hat damit auch deren religiösen Rechte erlangt. Daß die Gemeinde, die bis zum Erlaß des Äustrittsgesetzes, nichts zu Gunsten des orthodoxen Judenthums gethan, sich erst nachdem der Austritt in Fluß gekommen zu,s. g. Concessionen entschloß, beweist zur Genüge, daß nur ein Schachzug gegen den Austritt ins Werk gesetzt werden soll, indem sie der Religionsgesellschast den Boden streitig zu machen sucht durch Errichtung einer Concurrenz, welche zudem einer jeden Garantie für ihre Dauer entbehrt. In diesem Sinne haben Sie ganz recht, wenn Sie auf die große Verantwortlichkeit Hinweisen, der die Förderer solcher Bestrebungen unterliegen. Wenn aber von Zerwürfnissen, von beklagenSwerthem, dauerndem Riffe innerhalb der Religionsgesellschaft, wenn von einer schweren Erisis gesprochen wird, deren Ueberwindung nur der schützenden göttlichen Hand möglich und wenn damit angedeutet werden soll, daß die Fortdauer aller bisherigen Leistungen gefährdet erscheint, so fühle ich mich verpflichtet dem, als mit den tatsächlichen

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