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Der Israelit · 1878-04-10 · Heft 15 (10.4.1878) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 15 (10.4.1878)
Date
1878-04-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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368 kann, nicht hingehe, um noch in andern Gesellschaften etwas vom Peßach-Opfer zu erhaschen, rtv .mn« miarfc djdji n mono noiy Was nun die erste Variante des Jerufchalmi betrifft, so wäre man versucht, einen Druck - oder Schreibfehler dahinter zu suchen, weil ja in der heiligen Schrift (5. B. M. Cap. 6, V. 20) ddhn steht. Allein in der Mechiltha am Schluffe von 6Q steht ebenfalls in der Frage um# (während dir Antwort wie in unserer Hagadah lautet), was jeden Gedanken an einen Fehler ausschließt*). Es ist daher die Erklärung des npo 'js einleuchtend, daß der Weise in seiner Weisheit absichtlich die Ausdrucksweise der heiligen Schrift nicht wörtlich wiedergibt, damit er nicht in den Verdacht komme, V’jrsn losy nx , sich auszuschließen aus der Gemeinschaft Israels. Wir haben es jedoch nur mit unsrerHagadah zu thun, die uns maßgebend ist, und wollen demgemäß die zwei Schwierigkeiten in andrer Weise zu lösen versuchen. Warum also fragt das weise Kind Dana*, euch, und nicht um«, uns? Im Tractat Taanith f. 9 a. wird uns von dem klugen Kinde des Rabbi Simeon ben Lakisch erzählt, das seinen Oheim Rabbi Jochanan nach der Bedeutung eines Ausspruches der Thora fragt. Rabbi Jochanan führt zur Erklärung im Namen seines Lehrers Rabbi Hoschia einen Vers aus Maleachi an; da sagt das kluge Kind: Wäre ich schon bis dahin gekommen (es lernte erst das fünfte Buch Mosis), so hätte ich weder Dich noch Deinen Lehrer Hoschia gebraucht. Und hatte das Kind nicht Recht? Die schriftliche Lehre ist Jedem zugänglich; die kann man mit Hilfe von Wörterbuch und Grammatik studiren; aber die mündliche Lehre, die muß man von Mund zu Mund erlernen, selbst heute noch, nachdem auch sie niedergeschrieben, um wie viel mehr in jenen Zeiten, da die mündliche Lehre lediglich mündlich fortgepflanzt wurde. In allen Wissenschaften kann es Autodidakten geben, nur im Talmud nicht. Da also das klutze Kind die schriftliche Lehre selbst studiren und sich' zu eigen machen kann, so fragt es lediglich nach der mündlichen Lehre, und das Kriterium der Tradition ist es ja gerade, daß ich sie von den Vätern überkomme. Ich will gerade das wissen, sagt das weise Kind, was Gott Euch befohlen hat; solange ich das noch nicht weiß, ist es Euer Eigenthum; sobald Ihr es mir gesagt habt, dann allerdings gehört es auch mir. *) In alten Hagadoth findet sich die Lesart wie in der Mechiltha. Und ebenso wie in der Frage — wir werden das noch später erörtern — in jedem Worte sich die Weisheit des Weise» ausspricht, so weiß die Antwort diese Weisheit zu würdigen. Im Talmud wird uns häufig erzählt, daß die Schüler auf Schritt und Tritt den Lehrern über-, allhin folgten, um ihr Thun und Treiben zu beobachten und sich in ähnlichen danach zu richten. Der kluge Sohn, der seinen Vater bei Ausübung der Gottesgebote sorgfältig beobachtet, bedarf kaum der Unterweisung; er erlernt Alles praktisch; aber es gibt Dinge, die man nicht beobachten kann, die gesagt werden müssen; dazu gehört, daß man nach dem Genüsse des Peßach-Opfers nichts mehr effen darf. Da yiwn by bzuo nDS, da das Peßach-Opfer erst gegessen wurde, wann der Hunger bereits gestillt war, so konnte der Beobachtende nicht wissen, ob man deßhalb nichts zum Nachtische genoß, weil man nichts mehr effen mochte oder weil es verboten war. Es ist eben die rechte Art der Forschung, die uns in Frage und Antwort hier angedeutet ist. o'aanponi a»pinni nnjn 71!2. Vor Allem fragt der Weise nach den Zeugnissen. Willst Du die Erhabenheit, Herrlichkeit, Schönheit, Unverwüstlichkeit und Unzerstörbarkeit des Judenthums erkennen, so siehe Dich einmal nach seinen Zeugnissen um; da treten uns drei Zeugen an unserm Feste entgegen, nncn nra dds, ein Stückchen gebratenes Lammfleisch, ein Stückchen ungesäuertes Brod und ein wenig bittere Kräuter. Und was verkünden uns diese drei Zeugen? Die Hingebung Israels an seinen Gott (noa p*ip), die Erwählung Israels durch seinen Gott (nso, denn so hat Gott den Auszug seiner Erwählten beschleunigt, daß der Teig nicht Zeit hatte sauer zu werden) und die Leidensschule (ino), durch die Israel zum Gottesvolke ist herangebildet worden. Länger als viertausend Jahre erscheinen diese Zeugen alljährlich und bezeugen laut die großen Grundsätze des Judenthums.' Wo ist ezn Volk, das ähnliche Zeugen, ähnliche Denkmäler seiner großen Vergangenheit besäße? Diesen Denkmälern kann der Zahn der Zeit nichts anhaben, und sie sind nicht an die Scholle gefesselt; sie ziehen mit uns nach allen Gegenden, wohin die Lämmerheerde Israels ist zerstreut worden. Haben die nny, die Zeugnisse, gesprochen, dann kommen die wpm an die Reihe; die Gesetze, deren Grund wir nicht zu erkennen vermögen; diese sind's, um derentwillen uns die Völker verhöhnen. Wir aber wissen, daß gerade sie uns als auserwählte Diener unseres Gottes kennzeichnen. Und den Nationen gegenüber verwerfen wir auf die Q'vLVv, auf die Satzungen, welche das Verhältniß

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