Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1878)
- Date
- 1878-04-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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245 dern Mannes, ist plötzlich, am vergangenen Freitag, im 53. Lebensiahre nach 14tägiger Krankheit von feiner irdischen Laufbahn abberufen worden. Der Schmerz, der die trauernden Verwandten getroffen, der Verlust, den unsre ohnehin schon kleine Gemeinde, den die Armen und Nothleidenden erlitten, ist viel zu groß, als daß er an dieser Stelle geschildert werden könnte. Der Verstorbene war ein m,-p in der vollen Bedeutung des Wortes; er war ein DHDn tou u. pm p"2, gleich pon pn« war er ein DPtp ddin diVip «p-n, gleich wa-» rwö ein bescheidener, anspruchsloser, um des Guten selbst willen aufopferungsfähiger Mensch und Jude. Ein sehr großer Leichenzug, zu dem trotz des sehr viele Glaubensgenossen aus der Nähe und der Ferne herbeigeeilt waren, und dem sich alle christlichen Honorationen unserer Stadt angeschlossen hatten, legte Zeugniß davon ab, wie es der Verstorbene verstanden hatte, sich die Liebe und die Achtung aller Bekannten zu erwerben. Möge Gott der Herr die trauernde Familie, die verwaiste Gemeinde recht bald trösten. n'nVi'n Oesterreichisch-Ungarifche Monarchie. Niikvlsbitrg, (Mähren). Der 24. März d. I. war für die hiesige israelitische Gemeinde ein wahrer Festtag. Wir feierten das füufundzwanzigjährige Jubiläum des Herrn Dr. Moriz Eisler, des verdienstvollen Religionslehrers der israelitischen Studirenden am hiesigen Gymnasium und gleichzeitig Direktors der Volksschule für die israelitische Schuljugend. Am bezeichneten Tage um 2 Uhr Nachmittags versammelten sich in dem entsprechend der Feier decorirten Festsaale der Volksschule der Chef der politischen Behörde, Herr Statthaltereirath Adolf Kaschenreuter, die Spitzen der Gemeinde, Vertreter des Bezirksschulrathes, der Ortsschulrath, Lehrer - Deputationen aus der Umgebung und zahlreiche Gäste und Verehrer des Jubilars aus Wien und Nikolsburg. Der Jubilar wurde bei seinem Erscheinen von allen Anwesenden in der herzlichsten Weise begrüßt. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang hielt eine gediegene Ansprache, in welcher er die Verdienste des Jubilars um das Schulwesen und um die Schuljugend hervorhob. Herr Dr. Sigismund Feßler sprach sodann im Namen der ehemaligen Schüler deö Jubilars, dem auch ein prächtiges Ehrengeschenk überreicht wurde. Aus Böhmen, 1. April. Im Hauptblatte der Nummer 13 des „Israelit" berichtet ein Corre« spondent aus Wien über den abschlägigen Bescheid, welcher der Petition böhmischer Rabbinen geworden. Der erwähnte Bericht ist geeignet, ein schiefes Licht auf die Rabbiner und Gemeinden Böhmens zu werfen. Mit dem Berichterstatter werde ich mich in keine Controverse einlassen. Ich theile Ihnen den Inhalt der von den Rabbinen überreichten Petition mit, und Ihre Leser mögen selbst urtheilen. Die Rabbiner wünschten: 1) daß nach Zjährigem Amtiren ihre Anstellung eine definitive werde; 2) daß kein Candidat von den gesetzlich vorgeschriebenen philosophischen Disciplinen dispensirt werde; 3) daß ihnen das Recht eingeräumt werde, in den kleinen Gemeinden, welche kein religiöses Oberhaupt besitzen, die Dusnter, die mp* rc. überwachen zu dürfen. Yoilä tont. Schließlich erlaube ich mir noch zu bemerken, daß der erwähnte Berichterstatter nicht recht informirt war. Die Petition der Rabbinen wurde vom hoh. Ministerium bis heute noch gar nicht beschieden. Das hohe Ministerium hat die Petition an die löbl. Landesrepräsentanz gesendet, und diese, die Landesrepräsentanz nämlich, soll sich für die Nichtgewährung der Wünsche ausgesprochen haben. Prag. Der hiesige israelitische Freitisch- Verein versendet soeben folgenden Aufruf: „Der israelitische Feitisch-Verein in Prag wurde im Jahre 1859 blos zu dem Zwecke gegründet, arme Knaben vom Lande, welche sich in Prag ausbilden wollen, mit einer guten und ausgiebigen Mittagskost zu unterstützen. Was der Verein in dieser Beziehung während seines nahezu 20jährigen Bestandes geleistet hat, hier aufzuzahlen, würde zu weit führen, und möge nur Einzelnes hievon erwähnt werden. Viele, welche im Genüsse der Freitische und dadurch von der Sorge der Beschaffung der Beköstigung befreit waren, konnten ungestörter ihren Studien obliegen, und nehmen bereits im bürgerlichen Leven eine achtungsvolle Stelle ein. Weiters werden folgende Daten zur Genüge darüber Aufschluß geben, was der Verein in materieller Beziehung nur in den letzten 3 Verwaltungsjahren leistete; es wurden im Schuljahre 1874—lt-75 für vertheilte 7220 Essenportionen an 86 Koftnehmer 1336 fl. 78 kr. ö. W., 1875 bis 1876 für vertheilte 7301 Essenportionen an 94 Kostnehmer 1396 fl. 89 kr. ö. W., 1876—1877 für Vertheilte 10,956 Essenportionen an 10 l Kostnehmer 1635 fl. 68 kr. ö. W. ausgezahlt und wird im laufenden Schuljahre die BeköstigungsauSlage eine weit größere sein, da seit Beginn der Schulen 115 junge Leute vom Lande die Mittagskost haben. Daß der Verein so wohlthütig wirken und so