Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1878)
- Date
- 1878-03-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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314. genehmen Hoffnung hin, daß die ewig sprudelnde Wohlthätigkeitsliebe unsres Volkes, dieser Nationaltugend Israels, durch allseilige, kräftige Unterstützung uns in die erwünschte Lage versetzen wird, daß wir nicht nur die pecuniären Verlegenheiten, in welchen sich die Vorstände des Bamberger Soldaten-Bereins momentan befinden, beseitigen, sondern daß wir vielmehr durch hinreichende Mittel, welche wir dem Vereine zufließen lassen, bewirken, daß er alle Ansprüche, die an ihn in dieser Beziehung gestellt werden, vollkommen befriedigen kann. Sie. verehrter Herr Cultusvorsteher, werden gewiß mit aller Bereitwilligkeit recht warm die Unterstützung dieses würdigen Unternehmens Ihrer Gemeinde empfehlen und den Betrag einer Collecte, die sie freundlich st veranstalten, sofort anher einsenden. Burgpreppach, den 13. März 1878. Mit aller Hochachtung zeichnet A. Hirsch, Distrikts-Rabbiner. Wir beabsichtigen hiermit einen doppelten Zweck: 1) Wollen wir die s1? onj auch außerhalb dieses Rabbinatsbezirks auf die Unterstützung eines so edlen Unternehmens aufmerksam machen. 2) Soviel uns bekannt, wurde bisher von sämmtlichen bayrischen Garnisonsstädten nur in Wnrzburg und Bamberg armen jüdischen Soldaten Gelegenheit geboten, während ihrer Militärdienst-' zeit "tfco essen zu können. Am ersteren Orte wird diese Angelegenheit von dem durch seine Gelehrsamkeit und seine Begeisterung für alles Jüdische und Edle allgemein rühmlichst bekannten Districts- Rabbiner, Herrn S, B. Bamberger, seit einer sehr langen Reihe von Jahren geleitet. In Bamberg von denr erwähnten Soldaten-Vereine. Wie leicht könnte diese für die allgemeine Religiosität so wichtige Angelegenheit in fast allen bayrischen, ja vielleicht in den meisten deutschen Garnisons- Städten geordnet werden, wenn die betreffenden Rabbinen guten Willen und Energie genug besäßen, diese Sach«' mit Entschiedenheit in die Hand zu nehmen, oder wenn zu diesem Zwecke sich Vereine bilden würden. Ein Jehudi. Frankfurt a. M« Am 1. April sind es fünfundzwanzig Jahre, daß die Unterrichts-Anstalten der isr. Religions-Gesellschaft eröffnet wurden. Die Zahl der Schüler betrug damals 78, heute beläuft sie sich auf 489. Der Unterricht wurde damals von vier Lehrern geleitet, während gegenwärtig neunzehn an der Schule wirken. Bon diesen sind zwei bereits bei Gründung der Schule angestellt worden. nämlich die Herren I. M. Japhet und A. Baruch. Ppsertz. Die Versammlung der Rabbiner der Provinz Posen, welche am 15. und 16. April v. I. hier stattgefunden, hat die Gründung eines Vereins zur Heranbildung jüdischer Religionslehrer in's Auge gefaßt. Nach den. von einem Comitö entworfenen, provisorischen Statuten sollen auf Kosten des Vereins „Knaben und Jünglinge, welche eine näher zu bestimmende Lehrerbildungsanstalt (Präparandie, Seminar) besuchen und sich zu Religionslehrern ausbild?n wollen, in den betreffenden religiösen Disciplinen durch geeignete Lehrkräfte einen zweckentsprechenden Unterricht empfangen" und die bedürftigen Vereinsschüler durch Stipendien ausreichend unterstützt werden. Dieses Projekt ist der Verwirklichung nahe. Obschon die größere Hälfte der jüdischen Gemeinden unserer Provinz bisher theilnahmlos, wenn nicht gar ablehnend, sich dagegen verhalten hat, haben doch ca. 500 Mitglieder mit einem Jahresbeiträge von circa 2100 M. ihren Beitritt schon erklärt und 4 immerwährende Mitglieder gegen 600. M. für den eisernen Fonds zugesagt. Hoffentlich wird das Comite baldigst die Vorbereitungen treffen, welche das Jnslebentreten des Vereins und seiner Schulen ermöglichen, so daß spätestens Michaelis cr. mit dem Unterrichte wird begonnen werden können. Hiermit ist der zweiten Nabbinerverfammlung eine gedeihliche Wirksamkeit im Voraus gesichert. Doch auch nach andern Seiten hin dürften die Verhandlungen dieser Versammlung in's Gewicht fallen. Da i''t zuerst das Memorandum, welches die Desiderien der jüd. Bevölkerung in Bezug auf das Unterrichtsgesetz zusammenfassen und dem Ministerium, bezw. dem Abgeordnetenhause unterbreitet werden soll. Auch die Religionsschulfrage dürfte eingehend erörtert werden, da die Vereinigung der jüd. Religionslehrer an den höheren Lehranstalten Posens und Schlesiens ein Zusammenwirken mit der Rabbinerversammlung anstrebt. Und selbst der Punkt, der von Außen her am meisten Anfechtung erfahren, dürfte immer mehr als nothwendig sich erweisen und immer dringender gründliche Regelung verlangen. Es ist dies „die Stellung der Rabbiner." Da wurde von hierarchischen Gelüsten und von anderer Seite über Mangel an idealem Sinne gesprochen und geschrieben, und der Versammlung ein Vorwurf daraus gemacht, daß sie auch ^ro domo wirken wolle. Nun durchläuft ein Gerücht unsere Provinz, welches — falls es sich bewahrheiten sollte — all' jene Anfeindungen zum Schweigen bringen wird und den Bestrebungen, dem Rabbiner einen festen Rückhalt zu schaffen,