Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1878)
- Date
- 1878-03-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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292 Ptnzn Pt? in? ]QpP 7» *anp «n o'pjn ’DiyoP '8 \xd -nos o'oy bar iw map. Diese Frage würde keinen Sinn haben, wenn, wie der Vers, annimmt, die Mischnah ausschließlich von den j'Doy njntp handelte. Tatsächlich ist die Bestimmung nichts als ein Act legislatorischer Nothwehr gegen die mangelhafte Rechtspflege in heidnischen Kreisen. die ja der Vers, in seiner Einleitung so treffend geschildert hat. pnnbo oa-do jnctpo oa’K rnso:) jn\u pjno m««sn) oPiyn hdd» p D3«nn -rP dni Es ist überflüssig, zu bemerken, daß diese und einige ähnliche Ausstellungen den hohen Werth des vorliegenden Werkes nicht wesentlich beeinträchtigen. Es will nicht viel heißen, diese Uebersetzung, formell und inhaltlich, als das Beste zu bezeichnen , das überhaupt auf diesem Gebiete bis jetzt geleistet wurde; weil die sämmtlichen Uebertragungen einzelner talmudischer Tractate,.die bis jetzt versucht wurden, das Gepräge des Ungenügenden fast auf jeder Seite an sich tragen. Dagegen glauben wir, daß die ganze Ordnung und Behandlung des Stoffes eine so glücklich gewählte ist, daß sie jeden Kenner des Talmuds befriedigen, und ihm viele neue Freunde zuführen wird. Schmerzlich bleibt es, daß bei der heutigen Lage des ganzen Talmudstudiums es voraussichtlich in erster Reihe nicht - jüdische Kreise sein werden, in denen ein so vortreffliches Buch neues Interesse für das Studium des Talmud erwecken wird. Es sind christliche Gelehrte, die dem Talmud von Tag zu Tag eine größere Aufmerksamkeit zuwenden. Freilich nur dem agadischen Theile, der halachische blieb ihnen bis jetzt eine rätselhafte Sphinx. Erst Bücher wie das vorliegende lüften auch nicht-jüd. Gelehrten den Schleier, der für sie noch auf dem gesetzlichen Theil des Talmud ruht; und werden daher von dieser Seite mit einem Interesse ausgenommen, das deshalb den Juden so schmerzlich berührt, weil es die dumpfe Gleichgiltigkeit im heimischen Kreise doppelt fühlbar empfinden läßt. — Selbstverständlich trifft das Werk nicht nur keine Verantwortlichkeit für diesen Schmerz, sondern es gestattet im Gegentheil ihm sogar eine tröstliche Seite abzugewinnen. In einer Zeit, die so hohen Werth auf fremdes, und so geringen auf erprobtes eigenes Urtheil legt, sollte man keinen Versuch unterschätzen, der eine allgemeine Werthschätzung unsrer alten heiligen Urkunden dadurch anstrebt, daß er sie in moderner Form allen Gebildeten zugänglich macht. Die Anerkennung und Hochachtung', die das alte Judenthum auf diese Weise in nicht-jüdischen Kreisen erfährt, können nicht ohne erfreuliche Rückwirkung auf seine eigenen Söhne bleiben. So beschämend dieser Weg zur Erkenntniß auch ist. er scheint uns nicht erspart bleiben zu sollen. Möge er wenigstens bald zum Ziele führen, und möge es dem vorliegenden Buche vergönnt sein, zur Erreichung dieses mit beizutragen. —n - Replik. Die Nr. 10 des „Israelit" bringt im „Literarischen Bericht" eine Recensivn meines 'n nyio, worüber der Verfasser nach seiner pädagogischen Auffassung den Stab bricht. Die Kritik spricht von groben Jrrthümern, von denen es fast auf jeder Seite strotze und bringt endlich am Schluffe einige Uncorrectheiten zur Sprache, die sich verdoppeln und verdreifachen ließen. Der geehrte Recensent verschweigt nicht allein das angehängte Druckfehlerverzeichniß, sondern fabrizirt m A. grobe Sprachfehler, welche er mir und meinem Werkchen dann zur Last legt. Die Kritik verweist auf den Polstersessel, an dem sich der Erzähler legt*) (S. 11). In meinem Buche heißt es dagegen ausdrücklich: „an dem sich der Erzähler lehnt!" Das Wort „dem" wie die übrigen Uncorrectheiten sind uns sämmtlich als Dru ck fe hl er berichtet worden. Das Urtheil über diese unparteiische Kritik überlasse ich ruhig dem geschätzten Leser und den Herren Lehrern, welche mein Werkchen bereits in ihren Schulen eingeführt haben. Saarlouis. L. Wolfs, Prediger. AeitunAsuuchrichten und Correfpondenzerr. Deutschland. Mainz, 13. März. Wir haben heute für die Nothleibenden rc. im heiligen Lande 1679 M. 73 Pf. an das Centralcomite in Amsterdam gesandt. Die von uns in diesem Jahre gesammelten und übersandten Spenden betragen nunmehr 8118 M. 18 Pf. — Gestern erhielten wir ein Telegramm, nach welchem die Nothlage unsrer unglücklichen Brüder in Palästina einen furchtbaren, entsetzlichen Grad erreicht hat. Diesem traurigen Berichte entsprechen auch die Mittheilungen der in Jerusalem erscheinenden Zeitschriften. Möge der allgütige Gott bald Hilfe senden. ——_- * *) Anm. des Correct.: „legt" statt „lehnt" — dafür trifft lediglich die Schuld mich und den Setzer, und nicht den Verf. des literar. Berichts. Im Manuskripte stand richtig „lehnt".