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Der Israelit · 1878-03-20 · Heft 12 (20.3.1878) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 12 (20.3.1878)
Date
1878-03-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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288 audr die geistigen Ettern seien, tonr» pdj3, in ihrem Bündnisse mit Gott, habe auch einen Ehebund geschlossen, und stehe zum Gesammtvolke wie ein Kind zu seiner Mutter. Jede einzelne Gemeinde, die sich einen geistigen Führer gewählt, vertrete mit demselben Elternstelle an dem nachfolgenden Geschlechte. Wenn daher das heutige Geschlecht eine Jubelfeier einer fast nahezu 50jährigen Vermählung der hiesigen Gemeinde mit ihrem Rabbiner feiere, dann habe es auch Theil an dem Gebote, Vater und Mutter zu ehren. Der katholische Lehrer, Herr Saumweber von hier, gab seinem Wunsche, daß der Gefeierte noch eine Reihe von Jahren, in ungeschwächter Gesundheit wirken möge, in einem höchst gelungenen Rechenexempel Ausdruck, er wies darauf hin, daß das 50jährige Jubiläum Seiner Majestät unferm erhabenen König Anlaß geben möge, das Verdienst des Jubilars durch eine Auszeichnung zu belohnen , und schloß in dieser Erwartung mit einem Hoch auf Seine Majestät, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. Der Neffe und Schüler des Herrn Rabbiners, nämlich Herr Jakob Sänger d'd'd -jsid führte das schöne Gleichniß 'n rvjyn von Rabbi Jizchak auf Rabbi Nachman vor, und wendete dieses seines ganzen Inhaltes nach auf den Jubilar an, und schloß mit dem Wunsche, daß seine Nachkommen an Tugend und Gelehrsamkeit ihm gleichen mögen. Herr Salomon Einstein toastirte sodann auf den Herrn Jubilar, sowie auf die ganze Gemeinde. Herr Simon Fuchs überbrachte in seinem Vorträge. als Vertreter der Jugend, die Glückwünsche derselben, während der Cultusdiener, Herr Max Lamm, in kurzer Rede seinen Wunsch, daß es ihm vergönnt sein möge, noch viele Jahre den Anordnungen eines so friedliebenden Oberhauptes Folge leisten zu können, äußerte. Hierauf verlief das Fest in der heitersten Stimmung, und konnten erst die frühen Morgenstunden das Auseinandergehen veranlassen. .England. Liverpool. Zum bevorstehenden Purimfeste wird hier zunächst für die jüdischen Armen zu deren Aufheiterung eine im großen Maßstabe auszuführende Purim-Unterhaltung vorbereitet, die gut auszufallen verspricht. Das Programm ist ein reichhaltiges und umfaßt Ansprachen, Recitationen, Lieder- und Pianoforte-Vorträge und Vorführung von Schattenbildern mit der magischen Laterne (Camera obscura). Nach Beendigung des Programms soll ein ausgiebiges Dejeuner eingenommen werden, an welchem Theil zu nehmen jedem Besucher freisteht. Die Kosten dieses Festes bestreitet Herr Moritz Ranger, ein seit mehreren Jahren hier wohnender Deutscher unserer Confession, und Baumwoll- Großhändler, ein Mann von sehr edlem Herzen, der viele arme Familien hier unterstützt und in den Listen der zu den verschiedenen hiesigen Wohlthätigkeitsvereinen und zur Erhaltung der Schule Beitragenden zumeist mit den größten Ziffern figurirt. Als der Raum der von Herrn Abraham Hoffnung vor Kurzem hier gestifteten jüd. Kleinkinderbewahranstalt (Inkant - shool) sich im Verhältniß der Aufnahme Suchenden zu klein erwies, war es Herr Ranger, der, aufgefordert von ersterem, im Vereine mit demselben und Herrn. B. Neugaß die Anstalt um ein Bedeutendes vergrößerte und durch einen neuen Anbau die Aufnahme einer doppelten Zahl der Zöglinge ermöglichte. — Der Name eines solchen Mannes, der keinen Hilfesuchenden leer abziehen läßt, verdient, so bescheiden und anspruchslos der Träger desselben auch im Wohlthun ist und jede Ostentation perhorrescirt, als nachahmenswerthes Beispiel öffentlich genannt zu werden ihdd nBrjw doi istp Möge an solchen Männern sich erfüllen: 4ri njn ova >1 bn b'awv Herr B. L. Benas, Associe des hiesigen Bankhauses L. Benas u. Sohn und zweiter Vorsteher der hiesigen isr. alten Gemeinde, ein in weiten Kreisen bekannter, gelehrter junger Mann und Philantrop, hielt neulich in der hiesigen literarischen und philosophischen Gesellschaft einen sehr anziehenden Vortrag über die Sprichwörter der verschiedenen europäischen Nationen, der sehr belehrend und erheiternd auf die Zuhörer wirkte und allgemeines Interesse erregte. Gediegenheit des Inhaltes und Eleganz in Form zeichnen alle Vorträge dieses Mannes aus. Der Schreiber dieser Zeilen hielt vorige Woche ebenfalls einen Vortrag in dieser Gesellschaft über „Moses Mendelssohn und seine Bedeutung in culturhistorischer Beziehung", der nicht ohne Interesse für die Zuhörer war, die als Engländer und Christen vorher nicht sehr vertraut mit dem Thema gewesen sind. vr. W. Stern. ♦

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