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Der Israelit · 1878-03-20 · Heft 12 (20.3.1878) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 12 (20.3.1878)
Date
1878-03-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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287 Geburtstag unseres hochverdienten Rabbiners.-,"1" o -ijtfjyr v"' Anlaß genommen, diesen Tag zu einem frohen und festlichen dadurch zu gestalten, daß sie durch Ueberreichung eines Ehrengeschenkes, bestehend in einem silbernem Pokal, im Namen der Gemeinde, ein Zeichen der Dankbarkeit und Verehrung für die derselben 47 Jahre lang geleisteten Dienste widmen wollte. Die Verdienste unseres Herrn Rabbiners sind weit über die Grenzen unsres Vaterlandes hinaus bekannt; daß er in unsrer Gemeinde den echt jüdischen Geist erhalten, sich die Liebe und Achtung Aller erworben hat, daS weiß unsre Gemeinde am besten zu würdigen, und hateS durch die großartige Theilnahme bewiesen. Den vielen Freunden unsres Herrn Rabbiners von Nah und Kern wird eS erwünscht sein, wenn wir in aller Kürze eine Schilderung dieses Festes liefern. Nachdem der Herr Gefeierte, vom Vorstande und dem Fest - Comitö abgeholt und in den mit Teppichen und Blumen und sinnreichen Inschriften decorirten Saal eingetreten, erhob sich die ganze versammelte Gemeinde. Hierauf wurde die Feier durch einen von dem Herrn Gemeindesecretar Leopold Reiter verfaßten und von demselben in gelungener Weise vorgetragenen Prolog mit der'Aufschrift: ia nncrwi nb'H 'n Di\n m eröffnet, welcher den allseitigen Beifall der Versammlung hervorrief. Hierauf sprach der CultuS-Vorstand, Herr Salomon Ullmann im Namen der Gemeinde Worte der Anerkennung und des Dankes k-ij/s oie^ *o:x. Dem Verdienste seinen Lohn. Er hob hervor, daß diese Worte die Triebfeder der Dankbarkeit, Verehrung und Liebe seien, und die allgemeine Ovation dem Muster eines Familienvaters, dem friedliebenden und friedstiftenden Bürger, dem treuen Wächter unsrer Religion, nämlich dem ehrwürdigen Herrn Rabbiner gelte. Die auS warmem Herzen kommenden Worte versetzten die Versammlung in die gerührteste Stimmung. Sodann wurde von demselben das Ehrengeschenk dem Gefeierten überreicht. Nach kurzer Pause hielt Herr Lehrer Heilbronner die Festrede, worin er daS Leben und Wirken des Herrn Rabbiners schilderte, und den VerS 2U2 nana xian rtyi oyj' rpaioVi na n"a »teo (Demjenigen, der zurechtweist, dem wird der Segen des Guten) in trefflicher Weise verwerthete; dieser Rede folgte allgemeiner Beifall. Die Erwiederung des sichtlich ergriffenen Herrn Rabbiners wies dfof die im Jahre 1831 bei seinem Amtsantritte gehaltene Rede hin, in der er gleich dem Propheten Jeremias in Hinweis auf seine damalige Jugend, und in Anbetracht, daß er als junger Mann in seinem Geburtsort wirke» solle, ausrief: "n nvxn ,ojx nyj 'v ,nan 'nyn> nb hjh n»x -2 bv '2 r»2J» nyj naxn bn mann “psfx "'»x bJ nxi *jt>n *]r6»x (Siehe, ich weiß nicht zu reden, denn ich bin noch jung; da sagte der Ewige zu mir, sprich nicht, ich bin noch jung, sondern überall, wohin ich Dich sende, gehe, und Alles was ich Dir gebiete, thue.) Das Wort Gottes zu lehren, war die Richtschnur seines Lebens, und deßhalb sei eS ihm gelungen. den Frieden und die Eintracht während feiner 17jährigen Wirksamkeit in feiner Gemeinde zu erhalten. Als er mit den Worten n»x ny^’ do (Den Becher des Heils und des Friedens nehme ich dankend an, xnpx 'n o»ai und werde für diesen Beweis der Liebe und Anhänglichkeit Gott für meine Gemeinde anrufen) schloß, stimmte die ganze Versammlung in ein begeistertes Hoch für ihren Gefeierten ein. Dessen Sohn, Herr Raph. Sänger, dankte hierauf dem Festcomitö sowie der ganzen Gemeinde für die seinem Vater erwiesene "Ehre, und betonte, daß hiemit die hiesige Gemeinde sich selbst ein ehrendes Zeugniß, wonach sie sich zu dem religiösen Princip seines Vaters bekenne, ausgestellt habe. Auf die mit großem Beifall aufgenommenen Worte: in' dj o^nx na» o^yj noi aiö no, die Redner auf a'le hiesigen Bürger ohne Unterschied der Confession angewendel wissen wollte, nahm Herr Pfarrer Veh Veranlassung, das Versprechen zu geben, daß er Alles aufbieten wole, das friedliche Zusammenleben der christlichen und jüdischen Bevölkerung zu erhalten uud zu kräftigen, was allseitige Anerkennung fand. Herr Jsak Reiter schilderte in ausführlicher Rede das Familienleben des Herrn Gefeierten, sowie dessen Sparsamkeit, wodurch es ihm gelungen sei, unter den bescheidensten Verhältnissen seine Kinder zu erziehen und zu versorgen, wobei er der Mitwirkung der Gattin des Herrn Gefeierten in anerkennender Weise gedachte. Herr Rabb. vr. H.Sänger aus Bingen, der schon beim Frühgottesdienste in der Synagoge auf Ersuchen des Herrn Cultusvorstandes eine Predigt, worin er daS jüdische Gemeindeleben in klaren Zügen schilderte, und der Gemeinde für die ihm gebotene Gelegenheit im Kreise feiner Eltern zu weilen, und das Gebot von nxi ax maa erfüllen zu können, seinen Dank ausspraey. hob sodann hervor , daß auch die Gemeinde dieses Gebot heute erfülle, indem er auseinandersetzte. daß Vater und Mutter nicht nur die leiblichen, sondern

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