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Der Israelit · 1878-03-13 · Heft 11 (13.3.1878) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 11 (13.3.1878)
Date
1878-03-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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260 Waisen nur bis zum Alter von 14 bis 16 Jahren in Verpflegung. Nach Zurücklegung dieses Alters verlassen dieselben das Waisenhaus, um die dort erlangten Kenntnisse und Fertigkeiten zn ihrer Selbsterhaltung zu verwerthen. Nach den Intentionen des Stifters sollen nun zehn bis zwölf Waisen, die noch nicht in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen, durch zwei Jahre mit dem Betrage von 200 bis 250 fl. unterstützt werden, um mittlerweile irgend ein Existenzmittel zu erlangen. Aus Dobromyl (Galizien) wird berichtet, daß daselbst drei Bauern zu je drei Monaten schweren Kerkers verurtheilt wurden, weil sie im Wirthshause geäußert, daß, wenn die Russen demnächst, wie sie hoffen, nach Galizien kommen werden, sie die Juden in Stücke zerschneiden und ihr Fleisch den Hunden preisgeben werden. (W. Jör.) Trieft. In Folge des orientalischen Krieges paffirt fortwährend eine große Anzahl türkischer Israeliten unsere Stadt. Dieselben sind meistens aller Mittel bar und nicht einmal im Besitze des Allernothwendigsten. Die hiesige isr. Gemeinde unterläßt es nicht, sie während ihres hiesigen Aufenthaltes mit Nahrung und sonstigen Bedürfnissen zu versehen, aber sie besitzt nicht die Mittel, um auch die Schiffskosten zu bezahlen. Sie sah sich daher gezwungen, sich an den türkischen Gesandten in Wien zu wenden, daß dieser dem türkischen Generalconsul dahier die Instruktionen ertheile, wie die traurige Lage dieser Flüchtlinge zu mildern ist. Bor Kurzem starv dahier ein reicher christlicher Kaufmann, der Ritter Michel Diana, dessen Tod vielfach von den Israeliten bedauert wurde. In seinem Testamente fand sich folgende Stelle: „Als Zeichen der Zuneigung und der aufrichtigen Anhänglichkeit, welche meine zahlreichen isr. Freunde mir stets erwiesen, nehme ich mir die Freiheit, ihnen ein Andenken für ihre Gemeinde zu hinterlassen." Er vermachte der isr. Gemeinde 13C0 FrS. (Arch. isr.) Frankreich. PariK. Ein junger iSrael. Astronom, Herr Leopold Schulhof, aus Baja in Ungarn gebürtig, 27 Jahre alt, hat von der Akademie der Wissenschaften in Paris den Vaillant-PreiS (4000 Fr.) erhalten. Dieser Preis wurde dieses Jahr zum erstenmal für solche Arbeiten bestimmt, welche zum Ziele haben, drei vor längerer Zeit verloren gegangenen Planeten wieder aufzufinden. (Un. isr.) Spanien. Lissabon- Herr Josua E. Levy, Mitglied der Deputation, welche dem Könige von Portugal eine Beileidsadresse bei Gelegenheit des Todes Victor Emanuels (Schwiegervater des Königs) überreichte, gibt in einem Briefe an -,Un. isr." eine Erzählung der Audienz, aus welcher hervorgeht, daß der König und seine Umgebung der Meinung waren, die Juden seien im vollen Genüsse der bürgerlichen und politischen Rechte. Als der König von der Deputation vernommen, daß dem nicht so sei, sagte er: Die Verfassung gewährt allen portugisischen Bürgern ohne Unterschied des Glaubens gleiche Rechte, und wenn L>ie irgend Zweifel daran haben, so gebe ich Ihnen mein Wort darauf, daß dies der Sinn der Verfassung ist. Ich autorisire Sie, die nöthigen Schritte zu veranlassen, daß die Ausführung der Verfassung bewerkstelliget werde. Amerika. Washington. Die vom Senator Horatio Gates Jones im Senat eingebrachte sogenannte „Sabbat-Bill" zerfällt in zwei Abtheilungen. Die erste Abtheilung will alle Diejenigen, die den siebten Tag als Sabbat feiern, vom Erscheinen an Gerichtshöfen und von allen vom öffentlichen Dienst ihnen auferlegten Handlungen dispenstren; der zweite Theil befreit sie von allen nach den bisherigen Gesetzen giltigen Strafen, wenn sie am Sonntag arbeiten. In Pensylvanien sind Tausende von Christen, welche den siebten Tag als Sabbat feiern. (Jew. Chr.) Feuilleton. Lsther Khiera. Eine historische Erzählung. XI. Der Sultan ging. Esther war allein; sie warf sich auf die Erde niöder und weinte laut.

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