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Der Israelit · 1878-03-06 · Heft 10 (6.3.1878) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 10 (6.3.1878)
Date
1878-03-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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228 alle gelöst; zunächst ist noch zu erörtern: Bedarf es wohl einer Andeutung des Namens Moscheh, da dieser vom zweiten Buche an so vielfach erwähnt wird; dann, warum sind es gerade diese Namen, für die man eine Andeutung in der Thora stndet; drei Namen von Personen, die gleichzeitig lebten, und einer, der ihnen um ein Jahrtausend fast voranging! — Wir können uns demnach mit der Erklärung Raschi's nicht begnügen. Rabbi Samuel Jdeles der geistreiche Erklärer so vieler dunkler Agadoth, erleuchtet unsere Augen auch in Bezug auf die uns vorliegende. Er macht nämlich die Bemerkung, daß die hier genannten Eigennamen sämmtlich fremden Ursprungs sind und daß alle diese Personen außer diesen, aller Welt geläufig gewordenen, fremdländischen Namen auch noch hebräische Namen führten. Moscheh hieß ursprünglich Tobijah; das war sein eigentlicher, ihm von seinen Eltern gegebener hebräischer Name; erst die Tochter Pharao's hat ihm den ägyptischen Namen „Moscheh" gegeben; so hieß Haman ursprünglich Memuchon, Esther hieß Hadassah, Mordechai hieß Balschan Petachjah; die Namen, unter denen diese drei berühmt geworden, sind sämmtlich persischen Ursprungs. Es geht also die Frage des Talmuds dahin: Wieso sind gerade diese fremdländischen Namen im Geiste der Thora begründet, derart, daß sie die genannten Personen kennzeichnen? Nachdem wir nunmehr die Frage erklärlich gefunden, wollen wir auch die Antworten zu ergründen versuchen. Es gibt uns der uns vorliegende Ausspruch der Weisen Aufschluß über das Wesen des Menschen, über die Versuchungen, denen er ausgefetzt ist und denen er nur zu oft verfällt, und über die Art und Weise, wie er sich, nachdem er der Sünde verfallen, wieder aus derselben erheben soll. Das Meisterstück der Schöpfung ist der Mensch. Gott hat ihm einen Körper verliehen, der diejenigen aller übrigen Geschöpfe an Fähigkeiten und Geschicklichkeit übertrifft; Er hat mit diesem Körper einen Geist verbunden, der da ist Geist von Seinem Geiste. Kein Zeitalter hat Menschen geschaut, die an Schönheit, Kraft, Gesundheit und geistiger Befähigung denen glichen, die vor der Sündfluth lebten. Die Lebensdauer betrug fast ein Jahrtausend; Krankheit und Altersschwäche waren unbekannte Dinge; die wichtigsten Entdeckungen und Erfindungen wurden zu jener Zeit gemacht; die Bebauung des Bodens, die Zähmung der Hausthiere, die Erbauung von Wohnungen, die Dichtkunst, die Instrumental-Musik, die Bearbeitung des Eisens zu den nothwendigsten Werkzeugen. Und dennoch verfielen jene hochbegabten Menschen der sittlichen Verkommenheit und Verderbtheit. Sittenlosigkeit, Gewaltthat und Räuberei waren allgemein eingerissen unter den Menschen: diese mußten hinweggerafft werden, damit aus den Nachkommen des allein fromm gebliebenen Noach aufs Reue das Menschengeschlecht hervorwachse. Aber wird es den Nachkommen Noachs nicht wieder so ergehen; wird nicht nach abermals 1556 Jahren die Menschheit zur Vertilgung reif sein? Da gibt Gott eine Andeutung, daß ein Moscheh wird geboren werden, „ein Herauszieher" (□»an D’DD mc6ö), der die Menschheit emporziehen wird aus dem Pfuhle der Versunkenheit, wenn sie in einen solchen gerathen sollte; denn „Moscheh" heißt nicht „der Herausgezogene", wie er doch nach dem Vorgänge bei seiner Rettung heißen sollte; möglich, daß „Moscheh" in ägyptischer Sprache „der Herausgezogene" heißt; im Hebräischen heißt das Wort „der Heraufziehen"; der Herausgezogene würde nttfDj oder 'WQ heißen müssen. Die Thora, die Gott uns durch Moscheh gegeben, sie läßt das Menschengeschlecht nimmer versinken, sondern reißt sie stets und immer wieder empor. Daß aber ein solches Hervorziehen nothwendig wird, das liegt in der eigenthümlich gearteten Natur des Menschen. Die Freiheit, dieses köstliche von Gott dem Menschen verliehene Gut, bedingt zugleich die Möglichkeit des Abirrens vom rechten Pfade. 12a wn djbq, auch die sinnliche Seite der menschlichen Natur hat ihre Berechtigung. An sie tritt die Versuchung heran, und diese zu überwinden ist unsere Aufgabe. Erliegt aber der Mensch der Versuchung, so ist die Strafe, die der Sünde folgt, das beste Mittel zur Besserung pn p?n pn po mmn p „Haft tu etwa von der verbotenen Frucht gegessen? In dieser Frage ppn pn ist der Name „Haman" angedeutet. Wie einst der ersten Versuchung im Paradiese die erste Sünde folgte, und die Strafe die ersten Menschen vom ewigen Tode rettete, so findet auch Israel stets und' immer durch drohendes Verderben Rettung vor dem Verfalle. Es war eine schreckliche Zeit, die Periode des ersten Exils; Verfall und Auflösung drohte dem. Judenthume; aus dem Lande der Väter vertrieben, glaubten sie, sich von allen Gcttesgeboten lossagen zu können. In kurzer Zeit vergaßen sie die Thora, die hebräische Sprache, vermählten sich mit heidnischen Frauen. Da galt es, ein gewaltsames Aufrütteln aus tiefem Schlafe -imox nmon »djw mmn p nnDK „Die Zeit der Esther ist in der Thora durch eine zwiefache Dunkelheit angedeutet. Verborgen ist Gottes Angesicht; denn die Israeliten wollten -l

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