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Der Israelit · 1878-02-27 · Heft 9 (27.2.1878) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 9 (27.2.1878)
Date
1878-02-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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213 meindewesenS anvertraut fyahen. Schechitah, Mikwah, Religionsschule, Kaschruthanstalten rc. rc. 'bieö. Alles sind Faktoren, die jedes Gemeindemitglied täglich daran erinnern, daß die Leitung der Gemeinde, Rabbiner und Vorstand unterstellt sind. Eine Religion dagegen, die alle diese und andere Institutionen nicht besitzt, die sich eben darin gefällt. Nichts zu besitzen und Nichts zu thun, für diese sind Religionsgemeinden, und also auch Gemeindevorstände vollständig überflüssig. Eine jede Gemeinde, und vor allem eine jüdische vereinigt sich ja nur deshalb, um mit vereinten Kräften das anzustreben, was für den Einzelnen unerreichbar ist. Wer aber nichts anstrebt, braucht sich auch nicht zu vereinigen. Für die nun einmal vorhandenen Reformgemeinde-Vorsteher bietet sich den naturgemäßen Principien des Reform-Judenthums zufolge, das ganze liebe Jahr hindurch, keinerlei Gelegenheit, ihre Machtstellung zu entfalten; sie mußten daher auf Mittel und Wege sinnen, wie dies auf möglichst eclatante Weise dennoch geschehen könne; nin toyn ww da entstanden die Reformsynagogen. Bei den einzelnen Gemeindemitgliedern braucht also das Bedürfniß nach prunkvollen Gotteshäusern gar nicht vorhanden zu sein, für den Vorstand existirt es jedenfalls; und das genügt. Er hat das Recht im Namen der von ihm gegängelten Gemeinde Anlehen aufzunehmen, die Steuerzettel sind geduldig, die Steuerzahler noch geduldiger; das ist daher in normalen Fällen die Genesis unserer Orgeltempel. Es erübrigt uns nun, an diesen Modus den Maßstab zu legen, den unsere Wochenabschnitte über die Entstehung des von Gott selbst gebotenen Heiligthums an die Hand geben. (Frts. folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pretzburg, im Adar 1. Herr Salomon Schreiber, jüngerer Bruder des hiesigen ehrw. Herrn Oberrabbiners, wurde von der Gemeinde Dereeske einstimmig zum Rabbiner berufen. — In unserer Zeit, in welcher leider viele Gemeinden so gleichgiltig, ja leichtsinnig bei der Wahl ihrer Rabbiner Vorgehen und Männer an ihre Spitze stellen, die nicht im Besitze der zu diesem hochwichtigen Posten notwendigen Eigenschaften sind, denen es an Energie maugelt für den wahren, unverfälschten Glauben einzustehen, jüdischen Geist in der Gemeinde zu wecken und erhalten, ist es besonders erfreulich zu vernehmen, wenn eine Gemeinde den richtigen Mann gefunden wie Herrn Schreiber, der durch sein früheres Streben und Wirken die beste Garantie bietet, ein wahrer mio bioip’3 nörnn zu werden. Wir rufen der wackeren Gemeinde Dereeske zu ihrer glücklichen Wahl, so auch der hochgeschätzten Chatham - Soferfamilie, welcher der Gewählte angehört, unser herzlichstes zu. E. GL Frankreich. Paris. Den 24. Januar ist der bekannte russische Banquier Baron Joseph v. Günzburg im Alter von 65 Jahren gestorben. Er war in Rußland und Frankreich als großer Finanzier, als Ehrenmann und Wohlthäter bekannt. Sein Wohlthätigkeit entsprach seinem großen Vermögen. Der Glanz, der ihn umgab, erregte nicht den Neid der Armen, die bei ihm ihre Rechnung fanden; denn er that Gutes zu jeder Zeit. Er benutzte vielfach seinen großen Einfluß, die Lage seiner Glaubensgenossen in Rußland zu verbessern, und hatten seine Schritte sehr oft den besten Erfolg. In seinem Hause hatte er stets po, und der Gottesdienst wurde immer feierlich abgehalten. Möge das Andenken des Gerechten zum Segen gereichen, und möge Gott seiner würdigen und edlen Familie Trost spenden. (Un. isr.) R u ß l a u d. Petersburg. Der Großhändler H. Kupfer in Swanitz wurde vom Kaiser für seine aufopfernde Thätigkeit zu Gunsten der russischen Armee durch einen Orden ausgezeichnet. Als im November 1876 etwa 20,000 Mann russ. Infanterie und Cavallerie in Swanitz den Dnister passiren wollten und dies wegen des Eisganges nicht, gut bewerkstelligen konnten, ließ Herr Kupfer auf seine eigne Kosten eine Brücke mit einem Geldaufwande von 10,000 Rubel Herstellen. Im Juli 1877 beköstigte er die dort durchmarschirenden Truppen und gab den Officieren ein Gastmahl. (W. Isr.) Petersburg. Der Londoner „Globe" erfährt, daß Dank den Bemühungen hervorragender jüd. Lieferanten, welche zum größten Theile die verantworliche Versorgung der russischen Truppen in Bulgarien seit deren Uebergang über die Donau übernommen haben, der Czar veranlaßt worden ist, einige der Verordnungen, unter denen die

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