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Der Israelit · 1878-02-27 · Heft 9 (27.2.1878) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 9 (27.2.1878)
Date
1878-02-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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208 Welche sicher ohne meine Bemühung das Leben verloren hätten. Hast Du nicht eine Auszeichnung von mir erhalten, mein Sohn? sprach der hl. Vater. Ich glaube, daß Dir solche zu Theil geworden ist. Ich antwortete: Hl. Vater, ich habe ein Kreuz erhalten; doch meine Religion gestattet nicht, dieses Zeichen zu tragen: ich bin Jude. Der Papst äußerte verwundert: Ein Jude und drei katholische Priester zu retten, es ist groß. Hl. Vater, sagte ich, meine Pflicht als Mensch hat mich dazu veranlaßt, so zu handeln. Der Papst umarmte mich nochmals und gab mir sein Bild mit einer goldenen Kette, das ich tragen soll, und auch hier trage. Mein Aufenthalt in Rom ist demnach sehr angenehm gewesen und ich werde die Aufnahme nie vergessen, welche ich im Vatikan gehabt." Frankreich. Paris. Monatsbericht (Januar) der „All. Jsr. Univ." (Die Israeliten der Türkei.) Ein Telegramm aus Constantinopel vom 28. December er. bittet um sofortige Zusendung neuer Hilfsmittel, wegen „absoluter Dringlichkeit." — Ein Telegramm vom 24. Januar sagt, daß die Einwanderung in Consiantinopel alle Grenzen überschreitet. Das C.- Comitv hat sofort eine Summe von 30,000 Fr. auf Rechnung der türkischen Sammlung nach Constantinopel geschickt. Von anderer Seite-schreibt man dem C.-Cornitä, daß auf der ganzen Insel Candia eine große Noth herrscht; die Türken und J-vraeliten, die in den Gebirgen umherirrten, sind wegen der Freischärler, welche die Wege unsicher machen, nach Len Städten gekommen, befinden sich hier größtentheils ohne Obdach, ohne Kleidung, ohne Brot, ohne irgend welche Hilfsmittel; Diebstähle und Morde sind an der Tagesordnung und deren Opfer oft die isr. Hausirer. H. Baron v. Hirsch unterstützt fortgesetzt unsere unglücklichen Glaubensgenossen in der Türkei und hat soeben erst an H. Veneziani einen neuen Transport von 15 Waggons Holz aus dem Walde von Bellova für dieselben angewiesen; drei dieser Waggons, deren Beförderung sich wegen schlechten Wetters verzögert hat, sind für Philippopel und die übrigen für Adrianopel bestimmt. Für die Israeliten der Türkei sind beim Centralcomite bis jetzt 246,193 Frs. eingegangen. Das C.-Comitä, Dank der Vermittelung des Präsidenten des Comites von Marseille, H. Vidal- Naquet, hat über ein Ereigniß, das sich an der -stlichen Grenze von Marocco zugetragen hat, folgende Mittheilungen erhalten: Vier Israeliten von Dubdo, HH. Aron b. Jos. Morsiano, Mord. b. Jos. Morstno, Jac. b. Jos. Morssno und Elie b. Svssan sind neulich unter folgenden Umständen ermordet worden. Dieselben, mit einander associirt, begaben sich zu Pferde am 19. Aug. v. I. auf die Reise und hatten, um Waaren einzukaufen, eine Summe von 92,000 Fr. bei sich, wurden jedoch hinter Zan, einer marokkanischen Stadt, von Beduinen vom Stamme Schizba (aus Engad bei Uzda) verfolgt, und 5 Tage später erhielt man die Nachricht von ihrem Tode.. Sie waren zwischen Uzda und Magniah angegriffen und ermordet und am Thatorte vollständig ausgeplündert liegen gelassen worden. Ihre Thiere, die die Mörder unterlasse» hatten, mitzunehmen, kehrten instinktmäßig die einen nach Uzda, die anderen nach Magnia zurück und wurden hier erkannt. Man machte sich sofort daran, ihre Herren zu suchen, die man bald mit Schuß- und Dolchwunden bedeckt, auffand und bestattete; in der zusammengeschrumpften Hand des Einen von ihnen, Aron Morsiano, fand man ein Stück Papier, auf welchem mit Bleistift die Worte standen: „Wir sind vom Stamme Schizha überfallen worden." Sofort wurde bei den kompetenten Behörden Klage erhoben, dieselben verhalten sich jedoch vollkommen unthätig, und die Familien der Opfer warten noch auf Gerechtigkeit. Da es ihnen nicht gelang, die Wahrheit bis zum Sultan gelangen zu lassen und da die Ermordung von 20 Israeliten aus Dubdo, die vor 2 Jahren von Arabern getödtet wurden, auch noch unbestraft ist, so haben sie 2 Delegirte, die HH. Abraham und Moses Morsiano, beauftragt, ihre Beschwerden bei dem Central-Comits der Alliance darzubringen. Da aus einer der producirten Piecen chervorgeht, daß eines der Opfer französischer Nationalität war, so hat das C.-Comit« die Sache dem Central-Consistorium der französischen Israeliten überwiesen, das ouS diesem Grunde allein zur Intervention in vorliegender Sache qualificirt ist. Paris. Herr Isidore, Oberrabbiner des Centralconsistoriums der Israeliten Frankreichs, ist zum Officier der Ehrenlegion ernannt worden. (Un. isr.) Amerika. New-Uork. Die hiesige Missionsgesellschaft zur Bekehrung der Juden ist in die Brüche gegangen, sie hat ihre Zahlung eingestellt, und der einzige noch dagebliebene Missionär sitzt wegen Fälschung im Gefängmß. (Un. iSr.)

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