Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 8 (20.2.1878)
- Date
- 1878-02-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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183 Fehler, so weit es mir möglich, wenigstens theilweise wieder gut machen kann." Die Majestätsgesuche wurden zur Begutachtung und Berichterstattung bei dem Landesgerichte in -vollem Senat verhandelt, und das Prager Landesgericht empfahl dieses Gesuch mit vollständiger Einstimmigkeit. — Vorige Woche ist nun der kaiserliche Erlaß herabgelangt, und hat unser großherziger Monarch in gewohnter Weisheit und Milde die Bitte gewährt. Frankreich. Paris. Monatsbericht (Decembcr 1877) der „All. Jsr. Univ." (Schluß.) In einem zweiten Briefe wird ausführlich von der wahrhaft väterlichen Fürsorge erzählt, womit namentlich die Herren Baron v. Hirsch und I. P. Veneziani bemüht sind für den Unterhalt der Unglücklichen zu sorgen. In dieser Beziehung drückt sich Herr M. v. Toledo, Präsident des Adrianopler Comitös, in einem Schreiben vom 29. Nov. folgendermaßen aus: Mir fehlen die Worte, um Ihnen, H. Präsident , zu schildern, wie wir uns jedesmal, wenn wir die Gaben in Geld oder Naturalien vertheilen, freuen, zu sehen, wie alle diese armen Leute im Uebermaß der Freude mit Thränen in den Augen den Namen der Alliance iSr., sowie den des H. Baron v. Hirsch und seines würdigen Vertreters des H. I. P. Veneziani aussprech, n. Außer den zahlreichen Wohlthaten. die H. Veneziani im Namen des H. Baron v. Hirsch verbreitet, außer den fünf Waggon Holz aus dem Walde von Bellova, die er uns zum Geschenke gemacht hat, hat er uns auch zum Transport der von mir für unsere Flüchtlinge gekauften Kohlen durch die Eisenbahndirection von Constantinopel 12 leere Waggons zur Verfügung stellen lassen. Die Art und Weise, wie er für die Bekleidung unserer Brüder gesorgt hat, entsprach wahrhaft der Sorgfalt eines zärtlichen Vaters für die Bedürfnisse seiner Kinder. H. Veneziani erweist allen Flüchtlingen, den Muselmännern und Bulgaren, wie den Israeliten dieselben Dienste. Auch bitten wir Sie, H. Präsident, den Ausdruck unseres Dankes dem Central-Comito, H. Baron v. Hirsch und dem Ritter Veneziani übermitteln zu wollen, denn ohne dieselben würden so viele isr. Seelen sicher dem Hunger und der Kälte erlegen sein. Das C.-Comitä hat die nöthigen Mittel zur Fortsetzung der Thätigkeit des H. Veneziani und des Constantinopeler Comites votirt. Die neuen Wahlen ins ottomanilche Parlament sind für die Israeliten sehr günstig ausgefallen: Es sind gewählt: in Salonichi, H. Abr. Effendi von Mayo; in Bosnien. HH. Javer Effendi Schalon und Sal. Effendi Schalon; in Bagdad, H. Menahem Effendi Levi; in Jauina, H. Davidjon Effendi Levi; in Constantinopel. H. Samuel Molho Kemel Effendi. — Der Senat zählt 2 Israeliten: H. Di*. I. v. Castro, Arzt des Sultan, und H. Davidjon Effendi Carmona Schaptschyzaadäe. (Die Israeliten von Marocco.) Das Central- Comit« erhält Mittheilung von nachfolgenden, auf die wiederholt an Israeliten begangenen Mordthaten bezüglichen Schreiben des bevollmächtigten italienischen Ministers zu Tanger, H. Etienne Scovazzo, an den CabinetSchef des auswärtigen Ministeriums von Italien, H. Jacques Malvano: Tanger, 25. October 1877. Vor etwa 2 Monaten wurden 7 arme Juden, worunter 1 Kind, in einem Gehölz in der Nähe von Larache ermordet; schon einige Monate vorher waren dort 2 andere Israeliten getödtet worden. Ich benutzte den Augenblick, da das diplomatische Corps rn anderen Angelegenheiten sich veriammelt hatte, um die Aufmerksamkeit desselben auf diese Mordthaten zu lenken, und schlug vor, vermittelst des Ministers des Aeußern, eine identische Note an die Regierung von Fez zu richten. Die Majorität beschloß, im Namen aller Vertreter eine mündliche Botschaft an den H. Minister Bargasch abzuschicken und ihm unsere tiefe Betrübniß über jene Thatsachen auszudrücken. Ich begnügte mich jedoch mit diesem Schritte nicht, sondern forderte Sid Mussa schriftlich auf. im Interesse der maroccanischen Regierung die Mörder zu bestrafen. Derselbe antwortete mir, daß er einen kaiserlichen Commissar mit dem Aufträge, an Ort und Stelle eine Untersuchung einzuleiien, nach Larache geschickt habe. Ich drückte hierauf die Hoffnung aus, daß Marocco diesmal Europa beweisen werde, daß die Regierung dieses Landes Gerechtigkeit zu üben wisse; aber, sagte ich noch, diese Gerechtigkeit muß streng, unerbittlich sein; die Mörder müssen ihre gräßliche Frevelthat mit dem Leben bezahlen, damit ihre Bestrafung zum Exempel diene und die Mauren nicht ferner sagen, daß man einen Muselmann nicht bestrafen kann, wenn er nicht mehr als 7 Juden getödtet hat. Ich erwarte die Antwort auf dieses letztere Schreiben. Diese armen Juden können Unrecht haben, aber es ist ein so intelligenter und arbeitsamer Stamm, daß man sich mit ganzem Herzen für ihr Schicksal interessiren muß, um so mehr, als sie