Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1878-02-20 · Heft 8 (20.2.1878) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 8 (20.2.1878)
Date
1878-02-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447747-2447756--14625-2470542
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

182 Stadt, sowie zahlreiche Glaubensgenossen aus den umliegenden Ortschaften bei. Auf dem roty no schilderte Herr Lehrer Schwarzschild, ebenfalls ein -nn des Verewigten, in beredten Worten die Verdienste des Verblichenen, welche alle Zuhörer, die sämmtlich einen lieben, guten Freund und wahrhaft gottesfürchtigen htv betrauerten, zu sichtlicher Theilnahme rührten. na-o^ pns ist. H. G. Stratzhurg. Die Frage der Erbauung eines neuen Tempels ist bald ihrer Lösung nahe und dürfte das Verlassen der jetzigen Synagoge, die ihr ehemaliges klösterliches Gepräge nie gänzlich verloren hat, in baldiger Aussicht stehen. Wie verlautet, hat die Familie Lantz in Mühlheim neuerdings einen Beweis ihres Edelmuths gegeben, und zwar durch Gründung eines israelitischen Waisenhauses, das bereits ohne Sang und Klang dieser Tage in der Waisengasse Nr. 7 in's Leben getreten ist. Das Consistorium in Colmar hat an die Gemeinden ein Circular erlassen, in welchem die baldige Eröffnung eines israelititischen Seminars in Straßburg und einer rabbinischen Borbereitungsschule zu Colmar in Aussicht gestellt wird. („Jsr. Elf. Loth.') . Oesterr. - Ungarische Monarchie. Wien. Die Zeitungen berichten: Juda Czerny, ein gelehrter Jude aus Wilna in Russisch-Polen, ist kürzlich von einer vor acht Jahren vorgenommenen Forschungsreise aus Kaukasien zurückgekehrt. Hauptzweck dieser Reise waren archäologische und ethnographische Forschungen; außerdem Ermittelungen über die Herkunft der im Kaukasus wohnenden Juden. Herr Czerny neigt sich auf Grund seiner Untersuchungen der bereits wiederholt ausgesprochenen Ansicht zu, daß man es hier mit den verloren gegangenen zehn Stämmen Israels zu thun habe. Durch den assyrischen König Salmanassar aus dem Lande Israel fortgeführt, nahmen dieselben um däs Jahr 700 vor der gew. Zeitr. im Kaukasus ihren Wohnsitz. Herr Czerny sammelte auch zahlreiche interessante Daten über die Juden in Persien und Bokhara und über die assyrischen * Nestorianer, die ebenfalls zu den zehn Stämmen Israels gehörten, außerdem aber auch historische Daten über viele bisher noch wenig bekannte kaukasische und asiatische Stämme. Wien. Die Salomon Freiherr v. Rothschild'sche Stiftung betrug Anfangs 1877 2096 st. 89 kr. bar und 31,526 fl. 69 kr. in Fonds-Obligationen. Die Ausgaben beliefen sich im Jahre 1877 auf 1470 fl. 10 kr. bar. so daß für das Jahr 1878 ein Kassenrest von 626 fl. 79 kr. und 31,526 fl. 69 kr. in Obligationen verblieben. Betheilt wurden aus der Stiftung unter Anderen zwanzig verarmte Geschäftsleute mit je 52 fl. 50 kr. und ein Techniker mit 105 fl. Wien. Der Sohn des Buchhändlers Salomon Netter Hierselbst wurde in Rußland als Spion verhaftet. Ein Bauernbursche sagte nämlich, er halte Herrn Netter für einen Spion, weil er nicht russisch spreche, und weil er einmal in Constantinopel gewesen sei. Der Bedauernswerthe, ein Mann von Bildung und jüdischem Wissen, wurde auf diese Aussage hin verhaftet und befindet sich auf dem Wege nach Sibirien. Obgleich man bei ihm keine anderen Papiere fand, als seine Handelscorrespondenz, wird er dennoch im Wolensker Gouvernement in strengem Gewahrsam gehalten. Die israelitische Allianz zu Wien hat sich zu Gunsten des Herrn Netter viele Mühe gegeben, und es steht zu hoffen. Laß man ihn dieser Tage entlassen werde. (Ist inzwischen frei gelassen worden). (Wien. Jsr.) M. Prag, im Februar. Folgende Begebenheit ist wohl werth in den weitesten Kreisen verbreitet zu werden. Ein junger lediger Mann hatte mit einem christlichen Mädchen ein Verhältniß und von dieser einen Sohn gehabt, den er als sein Kind anerkannte. Später verheirathete er sich mit einer jüdischen Dame, welche, nachdem sie drei Kinder gehabt kürzlich gestorben ist. — Der uneheliche Knabe ist jetzt acht Jahre alt und Jude, und der Mann sucht seinen Jugendfehler dadurch nach Möglichkeit gut zu machen, daß er an den Kaiser ein Majestätsgesuch richtete, seinem außerehelichen Kmde die Rechte ehelicher Geburt zu verleihen. Eine Stelle in dem Gesuch lautet ungefähr so: „Da ich von der Erfindung der Confessionslosigkeit keinen Gebrauch machen kann und will, da meinem Character und meinem Gewissen widerstrebt mich als confessionslos zu bezeichnen, da ich noch viel weniger daran denke, meine angestammte, ererbte Religion, in der ich geboren und erzogen wurde, die ich fürwahr und heilig halte, aus irgend einer Rücksicht gegen eine andere zu vertauschen, da ich somit die Mutter meines außerehelichen Sohnes nicht heirathen kann, so erübrigt mir nichts, als die allerhöchste Gnade Eurer k. u. k. apostolischen Majestät allerunterthänigst anzurufen und in tiefster Ergebenheit zu bitten, dem Knaben.die Rechte ehelicher Geburt verleihen zu wollen, damit ich meinen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.