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Der Israelit · 1878-02-13 · Heft 7 (13.2.1878) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 7 (13.2.1878)
Date
1878-02-13
Page
– (sequence 20)
Language
German
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170 Bis zur letzten Zeit war sie im Besitz ihrer vollen Verstandeskräfte. Bamberg, 21. Januar. Der Vorstand der Centralstelle Bamberg zur Unterstützung durchreisender Israeliten versendet an die hiesigen Mitglieder und an die beitragenden auswärtigen Cultusgemeinden den dritten Jahresbericht, dem wir entnehmen: Die rege Theilnahme, die nicht nur die hiesigen Gemeindemitglieder, sondern auch die auswärtigen unserem Vereine entgegenbringen, ist lobend hervorzuheben. Im verflossenen Jahre sind zwei Gemeinden neu beigetreten und pro 1878 haben sich weitere zwei angeschlossen; es sind nunmehr mit einer Ausnahme sämmtliche Gemeinden Oberfrankens Genossen unseres Vereines. Die stete Zunahme der Frequenz unserer Centralstelle und die Ausbeutung derselben während der Sommermonate ist sehr zu bedauern. Wenn dessenungeachtet der Rechnungsabschluß pro 1877 im Gegenhalt zu jenem pro 1876 sich als sehr günstig darstellt, so ist dies dem Beschlüsse letzten Verbandtages, wonach jungen Leuten, welche die Casse mehr als einmal besuchen, nur eine Unterstützung von höchstens Mk. 2 verabreicht werden darf,' und dem prüfenden Auge, welches während der Sommermonate auf die sogenannten „Saison"-Reisenden gerichtet wurde, zu verdanken. Die Einnahme betrug 11,523 Mk. 92 Pf., die Ausgabe betrug 10,329 Mk. 29 Pf. Die Centralstelle unterstützte 1720 Arme gegen 1544 Arme im Jahre 1876. Nach Nationalitäten ausgeschieden, bestand die Frequenz aus: Oesterreich mit Ungarn und Galizien 548 , Rußland und Polen 417, Süddeutschland 310. Norddeutschland 359, Frankreich 4', diverse Länder 44. Rödelheim. Freitag den 11. d. M., U2& verstarb plötzlich an den Folgen eines Schlaganfalls Herr Moses A. Lehmann dahier in einem Alter von 74 Jahren. Der Verewigte war als frommer Israelit, rechtschaffener Mensch und Bürger auch in weiteren Kreisen vorteilhaft bekannt. Seine Jünglingsjahre verbrachte er theilweise aus der na»»’ in Mainz, von wo er als '21 -onn rwo zurückkehrte und einen reichen Schatz an talmudischen Kenntnissen und Wissen in das bürgerlich und geschäftliche Leben, dem er sich in der Folge widmete, mitbrachte. Dem Vorstande der hiesigen isr. Gemeinde gehörte er mehrere Decennien hindurch als Mitglied an, das Amt eines Präses derselben bekleidete er beinahe ein ganzes Decennium. Mit seltener Gewissenhaftigkeit erfüllte er sämmiliche Pflichten dieser nicht immer angeuebmen Stellung. Den Gottesdienst versäumte er in seinen gesunden und kräftigen Tagen nie; da war ihm keine Stunde zu früh und kein Wetter zu schlimm, umma?y poa sein Gebet rvmyi nnn» verrichten zu können, wohnte er ja sogar noch am Vorabende seines Todestages (im eigentlichen Sinne des Wortes) dem 7* vor 7 Uhr stattfindenden Morgengottesdienste bei. Die zahlreiche Betheiligung bei der.-i'id sowohl von Juden als auch Nichtjuden, von hier als auch von auswärts, war ein Beweis für die Liebe und Achtung, welche sich der Verstorbene in allen Kreisen seiner Bekannten zu erwerben gewußt hatte. Cantor Holzer, welcher dem Verstorbenen am Grabe einen wannen Nachruf widmete, hob, anknüpfend an die Worte: nsio no 'n Ky ,'n "iny nwo nov die Verdienste hervor, durch welche sich derselbe im Leben ausgezeichnet sowohl als Mensch und Bürger im Allgemeinen, als auch in Erfüllung aller Pflichten eines frommen Israeliten im Be» sonderen, schilderte mit beredten Worten den Verlust, der die isr. Gemeinde durch den plötzlichen Tod ihres rnjci ans betroffen hat, daran die Mahnung knüpfend, dem Beispiele, welches der Verewigte als -ueh pns tcr# gegeben, stets nachzuahmen, indem sie dadurch demselben ein unvergängliches Denkmal im Geiste errichtet, sich selbst aber das Wohlgefallen Gottes erwirbt und erhält. Möge der barmherzige Tröster im Himmel die Hinterbliebenen durch seinen väterlichen Trost in ihrem tiefen Schmerze um den großen Verlust, der sie betroffen hat, trösten und aufrichten! n"3"s"j"P. H. Oesterr. - Ungarische Monarchie. PreHburg, 26. Januar. Dieser Tage verschied allhier der Oberlehrer der isr. Gemeinde- HauptschuleHerr B. Forchheim. Zweiundfünfzig Jahre oblag derselbe seinem Beruf als Lehrer mit aufopfernder Hingebung, mit seltener Treue und Gewissenhaftigkeit. Als derselbe vor zwei Jahren sein 50jähriges Amtsjubiläum feierte, wurde er durch unfern erhabenen Monarchen, der stets bemüht, das wahre Verdienst würdig zu belohnen, mit dem Verdienstorden decorirt. Ein selten großer Conduct Leidtragender, darunter die Professoren der Gymnasial- und Realschulen, gaben demselben das letzte Geleite. n^Wn. D.

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