Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1878)
- Date
- 1878-02-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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160 Frankfurt a. M., 22. Januar. Samstag Abend hielt der israel. Krankenunterstützungsverein unter dem Vorsitz des Herrn Adolf Tebläe seine . Generalversammlung ab. Der Verein besteht nunmehr 35 Jahre und besitzt ein Vermögen von 34,432 SW. (gegen 32.563 M. jm Vorjahr). Im abgelaufenen Jahre wurden verausgabt für Arzeneien, Wein, Bäder, Badekuren, Krankenwärterdienste u. s. w. 2558 M. Der Verein hat jetzt 7 Aerzte, 3 Chirurgen und 3 Apotheker. An Stelle deaus dem Vorstand scheidenden Herrn Moritz Levy wurde Herr Rudolf Strauß zum Cafsier gewählt, die übrigen Vorstandsmitglieder wurden bestätigt. Aachen, im Jan. Vor Kurzem starb im Alter von 83 Jahren Herr Abrah. Fiebermann, welcher 47 Jahre als unermüdlicher und uneigennütziger Lehrer gewirkt hat. Auf der bedeutenden des Rabbi HerzScheier P"L"r in Mainz erwarb er sich mit seinen ausgezeichneten Fähigkeiten bald den Namen eines aufgeweckten Talmudjüngers, und verließ er dieselbe als tüchtiger Hebräer und Talmudist, aber auch mit anderen Kenntnissen bereichert, da er sich neben der Erlangung jüdischer Wissenschaft durch Selbstunterricht auf das Lehrer- Examen vorbereitete. Nachdem er an mehreren Plätzen segensreich als Lehrer fungirt hatte, wurde er 1826 zu einer größeren Wirksamkeit nach Aachen berufen. Die israel. Elementarschule in Aachen wurde von der König!. Regierung als die erste öffentlich privilegirte in Pre ßen anerkannt; es wurden derselben bei öffentlichen Prüfungen die ehrendsten Belobungen zu Theil ünd der Gemeinde seitens der Schulbehörde die hervorragenden Leistungen ihres Lehrers in den schnletche'lhaftesten Ausdrücken für letzteren bekundet. Weil die Stundenzahl für den hebräischen und Religionsunterricht zu klein war, so beraumte er mit Genehmigung des Schulinspeetors noch einige Extrastunden (wöchentlich) ohne jede Remuneration an. Die allgemeine Verehrung, die von der ganzen Gemeinde dem geschätzten Lehrer entgegen getragen wurde, zeigte sich m der schönsten Art und Weise bei Gelegenheit seines 25jährigen Amtsjubiläums , das sich durch die vielen Beweise von Liebe und Anhänglichkeit von Seiten des Gemeinde- und Schulvorstandes, der Vorgesetzten hohen Behörde, der Collegen aller Confessionen. der Schüler und Schülerinnen, kurz von Alt und Jung zu einem wahren Ehren- und Jubelfest gestaltete. Zum dauernden Andenken an dasselbe erhielt der von dem Jubilar in's Leben gerufene Jugendvereiu, dessen schöne Aufgabe darin besteht, arme Schulkinder mit Büchern, Schreibmaterialien und anständigen Kleidungsstücken zu versehen, den Ehrennamen „Fiebermaan'schrr Jugendverein". Der im Leben mit so wenig irdischen Glücksgütern gesegnete Mann hinterließ dennoch diesem wohlthätigen Verein einen Sparpfennig von 75 Mark. Wenn wir einen Blick in die eigene, echt jüdische Häuslichkeit dieses schlichten, bescheidenen, anspruchslosen Mannes werfen, so bietet sich unfern Augen ein erhebendes Bild dar. Wie wurden da in alt patriarchalischer Weise und v"' gefeiert! Was waren das für herrliche Abende, die n"i und Sederabende! Wie freute er sich so herzlich mit einem schönen und rw«, mit einer hübsch geschmückten mol Nach nur 1'/-tägigem Leiden schied er aus diesem Leben, umgeb.n vou seiner treuen 8 l Jahre alten aber noch rüstigen Lebensgefährtin, seinen Kindern und Enkeln. Die Theilnahme an dem Verlust dieses Mannes war allgemein, und ein ehrenvolles Leichenbegängniß. zu dem sich zahlreiche Freunde, Verehrer und Schüler des Verewigten eingefunden, gab Zeugniß davon. Sein Andenken wird ein bleibendes und gesegnetes sein! Hamburg. Am 23. v. M., Nachm. 5'/- Uhr hielt Herr Or. Äscher Steingut in dem der hiesigen Peterstraßen »Klaus zu Ehren seines früheren Lehrers, des sel. Herrn Oberrabbiner vr. I. Lipschütz einmon, zu welchem sich ein sehr zahlreiches, aus Kaufleuten wie Gelehrten bestehendes Publikum eingefunden. In einer beinahe l'/2stündigen Rede schilderte Redner ein treues Lebensbild des Entschlummerten und knüpfte daran außer vielen höchst lehrreichen min nm schließlich noch einige Glanzstellen aus einem der berühmten Werke des Hingeschiedenen, dem mm durch welche er seiner von der Zuhörerschaft mit ungeteiltem Be'fall aufgenommenen Gedenkrede ganz besondere Würze verlieh und gleichzeitig D”po gewesen den Ausspruch unsrer Weisen: p>Dsn Pp OVSSG” TIE1» 22H Hn8 *|Pin 3TÖ.T p'2 "pTH rso ny'.cr mi id’N OIL«2? p'2 ('3 nnios) .rnpo rrsjff nosn Serbien. Belgrad. Das Belgrader Amtsblatt hat vorgestern einen Ukas Milan's, betreffend die Verwaltung der bisher von den Serben eroberten Districte veröffentlicht. Alle Personen, ohne Unterschied des Glaubens, sollen als serbische Bürger angesehen werden, die freie Religionsübung wird gewährleistet, herrenloses Gut fällt dem Staate zu, jeder Bürger ist dienstpflichtig. In allen Thei-