Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1878)
- Date
- 1878-02-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. Erste Anlage zn Nr. 7 -es Israelit. Zeituvgsnachrichten und Correfponderrzen. Deutschland. Maittz, 7. Februar. ^«2 wp bv a» atea mdi-ra naier, „Wie der Hund zurückkehrt zu seinem Auswurfe, so wiederholt der Narr seine Thorheit". An diesen Ausspruch des weisen Königs (Mischlö 26, 11) mußten wir unwillkürlich denken, als uns soeben die Nr. 6 der „Israel. Wochenschrift" zu Händen kam. Wir haben schon neulich berichtet, daß das genannte von Alt-Weiber - Geschwätz strotzende Winkclblatt die ebenso alberne wie lügenhafte Behauptung in die Welt geschleudert hat, der Herausgeber dieser Blätter lasse bei Trauungen das Brautpaar die Ringe wechseln. Trotz unsrer „heftigen Entgegnung im „Israelit" und einer andern von Herrn G. zu Mainz in der „Wochenschrift" hält der Correspondent der „Wochenschrift" seine Mitteilung über den Lehmann'schen Trauungs- Ritus aufrecht". — Diese Frechheit übersteigt alle Grenzen. Seit fast einem Vierteljahrhundert haben Tausende und aber Tausende den „Lehmann'schen Trauungs-Ritus" zu beobachten Gelegenheit gehabt und sie alle können es bezeugen, daß niemals ein Wechsel der Ringe dabei stattgefunden. — Was will nun die „Wochenschrift" mit solchen dummen und albernen Lügen? Es ist nichts als ein kleinliches und erbärmliches Manöver, in Scene gc setzt, um uns zu ärgern. Herr Rabbiner Treuenfels in Stettin, der in jeder Nummer seines Winkelblattes Keulenschläge und Kanonenschüsse gegen uns vergeblich losläßt, will es einmal mit Nadelstichen versuchen; aber auch das verfehlt den Zweck. Zu sehen, wie die Feinde unsrer heiligen Religion sich abmühen, bald so, bald so gegen uns zu agitiren, — das erfüllt uns mit unendlicher Freude, indem es uns überzeugt, daß wir uns dem *fna auf dem rechten Wege befinden. Mainz, 8. Februar. Wir haben heute für die Nothleidenden rc. im heil. Lande 2061 Mark 2 Pf. an das Central - Comitä in Amsterdam geschickt. Die Summe der von uns in diesem Jahre für obigen Zweck gesammelten und übersandten Gelder beträgt nunmehr 5638 M. 45 Pf. Die Berichte aus dem heiligen Lande lauten noch immer ganz trostlos, trotzdem reichliche Regengüsse eine gesegnete Erndte in Aussicht stellen. Mergentheim. Wenn fromme, gesetzestreue Israeliten von dieser Welt scheiden, in welcher sie zum Heil und Segen der Mit- und Nachwelt zeitlebens gewirkt, so ist sicherlich der „Israelit" die würdigste Ruhmeshalle für das Andenken dieser Edlen, das zu ehren vielleicht auch für Manche aneifernd sein wird, den Heimgegangenen in ihrem edlen Wirken nachzuahmen. . Wir erfüllen heute mit schmerzlich bewegter Seele die traurige Pflicht, zuvörderst unserm Schmerz Ausdruck zu geben über den Heimgang eines trefflichen Mannes und Gemeindemitgliedes, des allverehrten Herrn Jakob Hirsch n"y von hier. Derselbe war langjähriger Vorsteher der hiesigen Gemeinde, ein Ehrenmann in des Wortes strengster Bedeutung, geliebt, geachtet, geehrt von Allen, die jemals Gelegenheit hatten, mit ihm zu verkehren. Stets zeigte er besonders regen Sinn für alles jüdische Interesse; für Förderung. Hebung und Verbreitung echt religiöser Zwecke, wozu er weder Mühe noch Opfer scheute. Seine Herzensgute für Armenunterstützung kannte fast keine Grenzen. Mit Freuden suchten ihn die Armen auf, und mit noch freudigerem Herzen sah man ihn -inD3> vbyi diese mso ausüben. Auch die Armen des heiligen Landes wurden stets von ihm bedacht, und wurde eine Collecte veranstaltet, so war er dabei zu den ersten Spendern zu zählen. Er wirkte auch für koschere Kost der Soldaten der hiesigen Garnison, und wie oft gab er sich alle erdenkliche Mühe, auf die hohen Festtage Urlaub für dieselben zu erhalten! Den min hoi1? zollte er stets große Verehrung und Achtung und trug viel zur Unterstützung für dieselben bei. Und wie in seinem Leben er die allgemeine Achtung und Anerkennung seiner Mitbürger empfunden, zeigte sich auch bei seinem Leichenbegängnisse. Nicht nur viele Freunde und Verwandte von Glaubensgenossen von Nah und Fern, auch viele seiner christlichen Mitbürger gaben ihm das letzte Geleite. Auf dem Friedhofe in Balbach sprach Herr Bezirksrabbiner Gunzenhauser von hier über die sehr trefflich gewählte Schriftsteller lyjEn "jt>n app'i »sato o, worin er in schönen Worten die Vorzüge des Dahingeschiedenen hervorhob. Möge der Edle in jenen höheren Sphären des Lichts, im Schatten der Allmacht weilen und unfern frommen Ahnen beigesellt werden, und sein schmerzlicher Verlust hienieden durch seine Söhne uns ersetzt werden. L. W. H alewi.