Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1878)
- Date
- 1878-02-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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157 Opfer der spanischen Jnquisiton gefallen, weil er seinen Glauben nicht wechseln wollte. war er sein Lebenlang ein treuer Anhänger der jüdischen Religion gewesen. Rußland. Petersburg. Nach einer amtlichen Liste sind in der russischen Armee bis jetzt 2357 jüdische Soldaten, darunter 1871 verheiratete, im Kriege gefallen. (W. JSr.) Feuilleton. Lsther Wem. Eine historische Erzählung. VII. Im Hause Rabbi Salomon Aschkenasi's waren die Vorsteher und Rabbinen der isr. Gemeinde zu Constantinopel versammelt, um zu berathen, wie man dem drohenden Verderben entgegentreten könnte. Immer näher rückte der Termin der Austreibung, über beinahe 100,000 Menschen sollte namenloses Elend Hereinbrechen. „Was wir haben thun können," sagte Rabbi Jizchak Akrisch, der ehrwürdige Chacham Baschi, „ist geschehen. Wir haben uns gleich unserm Vater Jakob auf drei Dinge vorbereitet: auf Geschenk, Gebet und Kampf. Wir haben dem Grohwesir Geschenke geboten, in einer Höhe, wie wir sie kaum zu erschwingen vermögen; er ist unempfindlich dagegen geblieben. Unsere Synagogen und Schulen werden nicht leer von Betern; aber es hat Gott noch nicht gefallen, unser Gebet zu erhören. Wir haben es versucht, den Kampf mit Ferhad aufzunehmen und ihn durch andere Einflüsse zu stürzen; unsere Bemühungen sind ohne Erfolg geblieben; ich weiß nicht, was wir noch zu unternehmen vermöchten." „Wenn Ihr, Sennor Salomo," sagte Rabbi Jakob del Megido, einer der Vorsteher der Gemeinde , „noch einmal zur Sultanin Valida ginget!" „Ich will gern zu ihr gehen," antwortete der Angeredete; „allein es ist vergeblich. Die Valide würde uns gerne helfen, wenn sie könnte. Sie hat jedoch nicht den geringsten Einfluß auf ihren Sohn, der sich ganz von Ferhad Pascha beherrschen läßt." Rabbi Salomo's Diener, Abiöser, trat ein. „„Herr,"" sprach er, „es ist ein Bote da von der Sultanin Valide. Ihr sollt augenblicklich in -den Palast kommen."" „Vielleicht," rief der Chacham Baschi, „sendet Gott uns sitzt Rettung!" Rabbi Salomo hatte sich erhoben und mit ihm all die Andern. „Möge es Gottes Wille so sein."'sprach er; „ich eile in den Palast. Verzeiht, Ihr Herren!" „Geht mit Gott und bringet uns bald frohe Nachricht!" riefen., sich entfernend, die Männer. Rabbi Salomo ordnete seinen Anzug und wanderte dem Serail zu. Die Wachen des Palastes grüßten ihn und ließen ihn ungehindert hineingehen. Ein Diener geleitete ihn in die Gemächer der Valide. Die Sultanin wartete mit Ungeduld. „Salomo," sagte sie, „der Augenblick ist da, da ich Deinen Wunsch erfüllen und Deine Glaubensgenossen retten kann. Aber ich brauche Deine Hilfe, um Ferhad zu stürzen und Sinan wieder an die Spitze der Geschäfte zu stellen." „„Wie könnte ich ohnmächtiger Wurm,"" antwortete Rabbi Salomo. ,. „meiner großmächtigea Kaiserin Hilfe leisten? Wenn es aber Eurer Majestät erhabene Meinung ist, daß ich so Großes zu vollbringen im Stande fei. so bitte ich über mich zu gebieten. Meine allergnädigste Herrin weiß, daß ich keinen dringenderen Wunsch habe, als meiner hohen Gönnerin zu dienen."" „Ich weiß es. Du bist treu, Salomo. Du! kannst in der That mir und Dir und allen Dei«! nen Glaubensgenossen einen großen Dienst erwei-! sen. Es ist ein Mädchen in den Palast gebracht-! worden, schön wie die aufgehende Sonne, voll! Geist und Anmuth; mein Sohn, der Padischa, ist! entzückt von ihrer Schönheit, ihrer Klugheit, ihrem j Liebreiz. Sie. wie keine andere, könnte den Sul-! tan dem Einflüsse dieses verhaßten Ferhad eot-! ziehen. Sie aber — hat man jemals so was ge-! hört? sie weigert sich. Sultanin Chaseki zu wer-! den; denn sie ist Jüdin und will ihren Glauben j nicht aufgeben. Alles Bitten und Flehen meines! Sohnes war bis jetzt vergebens. Er. der sich be- ( rauscht in der Lust des Herrschend, dessen Befehle j erfüllt werden, wenn sie kaum ausgesprochen, er j liegt als ein Bittender zu den Füßen dieser Jüdin,! und der mächtigste Herrscher der Welt fleht und! bittet umsonst. Ich werde Dich zu ihr führen lassen, Salomo. Zu Dir, ihrem Glaubensgenossen, wird sie Vertrauen haben. Stelle ihr das Thörichte ihres Benehmens vor. Du wirst anscheinend allein mit ihr sein. Aber, ich warne Dich, sprich kein unbedachtes Wort. Ihr werdet beobachtet, gesehen und gehört. Du weißt ja, daß Lorkeh-