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Der Israelit · 1878-02-06 · Heft 6 (6.2.1878) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 6 (6.2.1878)
Date
1878-02-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XIX. Jahrgang. Erste Beilage zu tlr. 6 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Ein Wort an Herrn Her man Meßner. Doctor und Professor der Theologie an der Universität zu Berlin, Herausgeber der „Neuen evangelischen Kirchenzeitung"; von S. Meyer, Redacteur der „JüdischenPresse". Berlin 1877. Goetz'sche Buchhandlung* Es ist eine sehr interessante Schrift, die uns hier vorliegt, und auf die wir die jüdische Leserwelt deshalb besonders aufmerksam machen. — In jüngster Zeit haben schriftstellernde Judenfeinde vielfach die gehässigsten Angriffe gegen Juden und Judenthum in die Welt geschleudert. Dieselben haben jedoch, weil sie meistens von halbgebildeten Fanatikern und unreifen Literaten ausgingen, wenig Eindruck gemacht, und wurden deshalb auch von Judenweniger beachtet. Daß aber auch ein Professor der Theologie an der Konigl. Universität zu Berlin in das Gejohle der modernen Hep Hep-Rufer einstimmt, ist eine Thatsache, die wohl gewürdigt zu werden verdient, und in diesem ^Worte an Herrn Meßner" die richtige Würdigung gefunden hat. Die von genanntem Professor herausgegebnie „Neuevangelische Kirchenzeitung" hat nämlich vor einiger Zeit einige scheele „Blicke in’8 moderne Judenthum" geworfen, die weniger wissenschaftlichen Kennerblick als eine hochgradig fanatische Unduldsamkeit gegen das Judenthum und seine Bekenner verriethen. Unter dem Motto: „Du sollst deine Brüder nicht hassen in deinem Herzen, zurechtweisen sollst du deinen Nächsten," hat nun der Verf. der vorliegenden Schrift die Blicke des Herr Professor auf's Korn genommen, und denselben in überaus glücklicher Weise ad absurdum geführt. Jede Zeile ist ein in Glacä-Handschuhen geführter Kolbenfchlag, und unter der Wucht dieser Schläge schrumpft der Nimbus der Gelahrheit und christlichen Liebe so bedenklich zusammen, daß schließlich nichts mehr davon übrig bleibt. Außerdem aber bietet sich dem Verf. vielfache Gelegenheit, die Besprechung mannigfacher wissenschaftlicher Materien und jüdischer Tagesfragen an den Gegenstand seiner Schrift zu knüpfen. Es werden behandelt: Judenbekehrung und Missions- Gesellschaften, Bildungstrieb, Wohlthätigkeit, Handwerk und Handel unter den Juden, Alliance Jsr. Univ., Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums, Islam und Christenthum und ihr Verhältnis zum Judenthum, Bismarck, Windthorst und die europäischen Consuln über die rumänische Judenfrage rc. rc. Die ganze Art der Darstellung ist eine so gediegen gründliche. an vielen Stellen, besonders wo von Herrn Professor Meßner die Rede ist, eine so treffend humoristische, daß die Lectüre dieser Schrift jeden Leser — vielleicht Herrn Prof. Meßner und Consorten ausgenommen — in hohem Grade befriedigen wird. —n— Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Regensburg. ^ok”o -PDrfc fühle ich mich veranlaßt, in Ihrem geschätzten Blatte mirzutheilen, daß die „Koschere Fleischwaaren - Fabrik von S. Berg in Prag" in religiöser Beziehung kein Vertrauen genießen kann; denn unter den an einen hiesigen Israeliten geschickten Rauchwaaren waren geräucherte Zungen, die nicht geporscht (ausgeadert) waren. Breslau. Nach dem zwölften Jahresbericht des Vereins „Ahabath Jerusalem (a'twrr nun« man) hatte dieser Verein im verflossenen Jahre eine Einnahme von 1738 M. und eine Ausgabe von 1999 M., wovon 1065 M. nach Jerusalem geschickt wurden. Oesterr. - Ungarische Monarchie. Wieu. Dem vierundzwanzigsten Bericht des allgemeinen österreichischen iörael. Taubstummen- JnstituteS in Wien vom Jahre 1877 entnehmen wir: Die Chronik, unserer Anstalt schätzt sich glücklim, den 29. April als einen erhebenden Denktag verzeichnen zu können. An diesem Tage ward nämlich dem Institute die hohe Ehre, von „Ihrer

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