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Der Israelit · 1878-01-30 · Heft 5 (30.1.1878) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 5 (30.1.1878)
Date
1878-01-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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103 siebenwöchentlichen Krankenlager aus diesem Leben. Der Dahingeschiedene war in des Wortes wahrster Bedeutung ein -nm pny. Alle seine Tage und Nächte waren der Welt hehren Säulen: ä'iDr, mv'vzi muy nun geweiht. All' sein Thun trug das Gepräge aufrichtiger Gottesverehrung. Er verstand es, dem Eigendünkel, des Menschen gefährlichstem Feinde, die tödtende Waffe zu entreißen und so reiften in ihm die Worte unsrer Weisen b"r. note^ v'^iyv zum unwandelbaren Principe. Geleitet von dieser heiligen , das Herz himmelwärts richtenden Lehre, war er der selbstlose, seiner seltenen Tugenden gar nicht bewußte Mann, dessen Freundlichkeit selbst in den Tagen seines Alters, an Frische nichts verlor. Da er in Wahrheit vor Gott und in seiner heil. Lehre wandelte, war er auch großer. Opfer feinem Gotte und dessen ewigen Geboten fähig. Irdische Reichthümer waren nicht die Ziele seines irdischen Lebens, er besaß solche auch nie. Seine feurige Gottesliebe wußte, was er in npny Spenden zu wenig gethan haben mochte, durch rvjyn npnyn ja mr «mp zu ersetzen. Zwei oder drei Tage nacheinander zu fasten uud dabei halbe Nächte zu lernen, gehörte bei ihm nicht zu den Seltenheiten; ja er fastete einmal — "iwy^Da ra“'’2iin f'o* twv Wie Gott stets sein einziger Hort gewesen, war das Gotteshaus bis zu seiner Erkrankung seine Zufluchtsstätte; bei schwachem Körper, ja bei zitternden Gliedern suchte er stets nosn oy zu sein; an seinem letzten Lebenstage, wo alle Kraft des Körpers ihn schon verlassen hatte, liey er sich die anlegen, um in dieser Krone Israels seine letzte n^sn himmelwärts steigen zu lassen. Wie treffend finden die Thora-Worse: »otcm 40 ny ruua« i'i' die vom Targum Onkelos als auf das Gebet Bezug habend, interpretirt werden, auf den in Gott Entschlafenen ihre Anwendung! Die so in Gottesliebe getränkte Seele spendete ihre Düfte auch den Menschen, unter denen sie weilte. ran novO -ja to, alle Israeliten — alle für Gott und seine heil. Lehre Kämpfenden, lehrt Rabbi Schimeon, sind königliche Prinzen. Der Dahingeschiedene hat es bewiesen. Er hat gezeigt, daß man auch in der Armuth großmüthig, wie der Sohn eines Königs, sein könne. Zur Zeit der Theuerung, da er selbst für die Seinen des Brodes kaum genug hatte, borgte er bei einem Bäcker Brod, gab es den Armen, denen solches völlig mangelte! lind als Gatte und Vater? Liebei, gehrter Leser! Auch hierin mag der Entschlafene uns mustergiltig sein. Er verstand es. unter dem vom Himmel ihm verliehenen Beistände, seine herrlichen und großen Eigenschaften seinen Kindern zu vererben. Weder Dürftigkeit noch Verlockung der destructiven Zeitströmung konnten den Edlen darin beirren, feine Söhne dem Thorastudium zuzuführen. Er wußte es zu gut, daß es ohne Thora- Wissenschaft kein wahre- Judenthum, kein echtes jüdisches Gemeinde- und Familienleben gäbe. Er war von der Wahrheit durchdrungen, daß Kinder für Eltern nur dann den wirklichen Werth haben, wenn jene ein 'n nt>m sind, das heißt, wenn diese durch ihre Kinder fortleben. Und wie herrlich hat dieser Edle seine himmlische Absicht erreicht! Er hatte den Seelengenuß, einen seiner Söhne getreu in seinem Sinne an der hiesigen Waisen- Anstalt als Lehrer und als aufopferungsfähige« Vater dieser Waisen wirken zu sehen; er sah seine» Geist walten in diesem feinen Sohne, der rastlos zum Wohle der Menschheit beiträgt und unermüdlich an der Verbreitung der heil. Thora und an der Erhaltung ihrer Institutionen arbeitet. □"n i4npj {nrrDDff D’pny erklären unsere Weisen: iwv'V D'jrn' D^nn. Und so sehen wir diese Worte an dem leider aus unserer Mitte geschiedenen pns so treulich bewahrt. Seine körperliche Hülle liegt im kühlen Grabe, aber sein frommer Wille wirkt in seinen Kindern fort. So stirbt der Fromme. Er genießt schon von seiner Hände Arbeit in dieser Welt himmlische Genüsse; aber der eigentliche Lohn bleibt ihm Vorbehalten im jenseitigen Leben. R. Rau. Memel. Es wird den Lesern Ihres gesch. Blattes gewiß ein ausführlicher Bericht über eine Festlichkeit willkommen sein, welche wochenlang unsere Gemeinschaft in höchste Spannung versetzt hat, wir meinen den ‘man mo, welchen nach Vollendung des ganzen d"cp die hiesige *nm man am 9. Das? (Sonntag, l 3. Januar) veranstaltete. Das Fest hat seit dem Bestände der man bereits zum zweiten Male stattgefunden; das letztemal. vor etwa 8 Jahren, weniger glänzend und großartig freilich wie diesmal, weil der Verein damals bei weitem die Mitgliederzahl und Frequenz nicht aufzuweisen hatte, wie gegenwärtig. Das Fest begann mit Ausgang des Sabbats *o '2 durch eine glänzende Illumination unseres neuen eman rva. Man denke sich unter diesem nicht etwa einen engen dumpfen Raum, welcher in erstickender Atmosphäre eine zusammengepreßte Menschenmasse vereinigt — es ist dieses Beth- Hamidrasch vielmehr ein hoher, luftiger, von acht mächtigen Kirchenfenstern erleuchteter Saal, in welchem bequem tausend Menschen Platz haben, da das Lehrhaus gleichzeitig auch Bethaus ist. Alle Festeinrichtungen waren vom Vorstande in Gemeinschaft mit dem Rabbiner, Herrn S. H.

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