Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1878)
- Date
- 1878-01-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. Erste Otilage)« Ar. 4 -es Israelit. - Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Feuilleton. Frankreich. Paris. Herr Baron Gustav von Rothschild spendete zum Andenken an seinen vor Kurzem verlorenen Sohn Andre 12,000 Fr. Renten, mit denen auS dem Hospital kommende Convalescenten unterstützt werden sollen. (Un. Jsr ) Rußland. Aus KowNv schreibt man in „Nowosti" Folgendes: Am 10./22. December feierte die hiesige jüdische Gemeinde im Beisein des Gouverneurs und anderer Gouvernement»VerwaltungS - Personen die Einweihung des neuerbauten großen jüdischen Krankenhauses. Nachdem die Vertreter der Gouvernement - Administration die Baulichkeiten des Hospitals besichtigten, sang der Chor der hiesigen großen Synagoge dem Psalm XXX; hierauf hielten 2 der Repräsentanten der jüdischen Obrigkeit Reden — eine in hebräischer und die andere in russ. Sprache. Nach Beendigung der Reden verrichtete der Chor das im jüdischen Cultus eingesührte Gebet für den Kaiser und für das ganze Regentenhaus. Hierauf wurde im Nebensaale ein Frühstück servirt, bei welchem unter anderm, ein Toast auf den hier, auch in jüdischen Kreisen, sehr geliebten und geachteten Gouverneur BasilewSki ausgebracht wurde, welches derselbe mit einem solchen auf die russische Waffen - Errungenschaften der letzten Zeit, erwiederte. Diesem mit großem „Hurrah" begleiteten Toast, folgte die russische Nationalhymne, vorgetragen vom oben erwähnten Chore. Auf Anregung des gebildeteren Theils der hiesigen jüdischen Bevölkerung, welcher bekannt ist mit den edlen Bestrebungen des Kaisers Alexanders 1 zur Besserung der Stellung der Israeliten in Rußland, wurde hier am 12 /24. December, in der Synagoge, bei großem Menschenandrange, das 100jährige Geburtstags - Jubiläum des russischen Czaren Alexander 1. gefeiert. Nachdem der Rabbiner seine sehr hübsch abgefaßte Rede vollendete, sang der Chor den 21. Psalm und hierauf das Gebet für Kaiser und Vaterland. G. L. Licht und Schatten. Erzählung von Friedrich Rott. I XX.! Caroline brach in ein lautes Lachen aus. j „Köstlich! köstlich!' rief sie einmal über das an-? dere, „eine solche Naivetät hätte ich meinem Herrn! Schwager nicht zugetraut. Aber warum lässest Du ihn denn dabei? warum schenkst Du ihm nicht reinen Wein ein? Wüßte er, was Du Alles um ' seinetwillen thust, er würde auch weit mehr für i Dich thun Aber das muß anders werden, ich j werde ihm die Augen öffnen." „Um Alles in der Welt nicht!" rief Emma angstvoll, „wenn Carl wüßte." „Wenn Carl wüßte, wie sehr er Dir zu Dank verpflichtet ist, so würde er sich auch dankbar gegen Dich bezeigen ..." „Nein, nein, nein, Du kennst Carl nicht, wenn er wüßte, daß ich alle diese Sachen nur um seinetwillen beobachte . . ." — „Nun, warum stockst Du? was fürchtest Du?" „Er würde aufhören mich zu lieben," murmelte Emma bebend und schlug die Hände vor das zukkende Antlitz. „Aber Närrchen, wie kannst Du nur solchen Unsinn reden. Tausendmal mehr würde Carl Dich lieben, wenn er wüßte, was Du Alles um feinet willen entbehrst." „Nein, nein, das verstehst Du nicht." „Warum sollte ich das nicht verstehen? wenn ich einmal — es kommt das nicht häufig vor — aber wenn ich einmal um Friedrichs willen auf die thörichtste Laune verzichte, so liegt er zu meinen Füßen und sucht durch tausend Aufmerksamkeiten es zu vergelten. Und wenn nun Carl erfahren würde, daß Du um seinetwillen Dein ganzes Leben umgestaltet hast, da würde er doch sicher -" „Aber ich wiederhole Dir, daß Du nichts davon verstehst," fiel Emma heftig ein, „Carl und Friedrich sind nicht mit einander zu vergleichen." „Freilich nicht. Aber liebes Kind, wenn Du fortfährst, Deinem Mann, aus den Opfern, die Du ihm bringst, ein Geheimniß zu machen, so darfst Du Dich auch nicht beklagen." —