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Der Israelit · 1878-01-23 · Heft 4 (23.1.1878) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 4 (23.1.1878)
Date
1878-01-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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73 Ehre das Andenken deiner Eltern, wann diese nicht mehr sind. Ehre sie nach ibrem Tode durch dein ruhmreiches Leben. Du warst vielleicht ihre letzte Sorge, ihr letzter Kummer, ihre letzte Freude, ihr letztes Gebet. So sei ihr Grab dir noch ein Heiligthum, so sei ihr Name und die Erinnerung ihres liebenvollen Lebens noch deine Stütze, deine Freude! (Schluß folgt.) Literarischer Jericht. Leitfaden für den Unterricht in der Bibelkunde und biblischen Geschichte. Von S- Berlin. Hamburg. Hoffmann u. Campe. i87H. Die fleißige Sorgfalt, mit welcher dieses Büchelchen ausgearbeitet ist, steht in keinem Verhältniß zu dem Zweck, der durch dasselbe thatsächlich erreicht werden kann. In den mittleren und oberen Classen sollen, nach der Absicht des Verfassers, die Schüler durch Benutzung dieses Leitfadens zur Lectüre der biblischen Bücher im Original oder in einer Uebersetzung angeregt werden — Eine jüdische Schule aber, die'mittlere und obere Classen hat, würde sich ein trauriges Zeugniß aussteüen, wenn ihre Schüler erst durch eine bloße Nomenclatur, und eine Zusammenstellung von Capitelüberschriften der historischen Partien in Thnach, zum Studium des Originals oder einer Übersetzung angeregt würden. Wir glauben nicht, daß der schöne Wunsch des Verfassers, daß mit diesem Büchlein, der Sinn der lernbegierigen Jugend für das Lesen der heiligen Schriften geweckt, und innige Vertrautheit mit der großartigen Vergangenheit unseres Volkes hergestellt werden möge, auf diesem Wege seine Verwirklichung finden kann. Der naturgemäß einfachste, sicherste Weg zur innigen Vertrautheit mit der mm führt nicht über Leitfäden, sondern besteht darin, daß man geradezu auf's Ziel lossteuert und — sie studirt. Das ist das beste Weckmittel für den Sinn der lernbegierigen Jugend. Wie aber eine dürre chronologisch geordnete Inhaltsangabe auf die Jugend anregend wirken könne, ist nicht abzusehen. — Dagegen mag das Büchelchen als Leitfaden für den Lehrer, der bibl. Geschichte vorträgt, sowie als Repetitorium für den Schüler sich eher eignen. Was die chronologischen Angaben des Büchelchens betrifft, so vermissen wir darin die gebührende Rücksichtnahme, auf die jüdische Tradition, ein Mangel, der sich bei der Periode der getheilten Reiche besonders fühlbar macht. Wenn z. B. — um von der schwierigen Festsetzung der Regierungszeit der Könige ganz abzusehen, — das Auftreten Jesajas in das Todesjahr Usijahs gesetzt wird, so widerspricht dies nicht nur der Capitelüberschrift von Jesajas Cap. 1., sondern auch anderen von Abarbanell zur Stelle, angeführten Stellen, woraus sich zur Evidenz ergibt, daß die Ueberschrift des Berufungscapitel (VI.) mmy nio rutto nur den Sinn haben kann, wie ihn die jüdische Tradition gibt: Das Jahr. in welchem der K. Usijahu vom Aussatz heimgesucht wurde. Die Wirksamkeit des Propheten Jona, wird gleichzeitig als mit dem Propheten Hoscheah, un» ter die Könige Usio, Jotam rc. gesetzt, während es nach der Tradition der Prophet Jona war, welcher noch zu Jehoram's Lebzeiten Jehu im Aufträge Elischa's zum König salbte. Es ließe sich noch eine größere Anzahl, hierheraehöriaer Bemerkungen hier beifügen, doch maa das Gesagte genügen. Auch in der Schreibweise der in deutscher Schrift wiedergegebenen hebräischen Wörter, vermißt man vielfach eine Consequenz. Nochauer und Kedorleomer, stehen friedlich auf derselben Seite beisammen, ebenso Choron und Laban. Statt Sedom, Sodom u. a. m. —n— Zeitungsnachrichten und Correspondcnzen. Deutschland. Mainz, 20. Januar. Wir haben bereits öfters Gelegenheit gehabt, den inJanoshaza in Ungarn durch Herrn Marcus Schlesing er daselbst begründeten Verein „Ki lo Almon Jisroöl" rühmlichst zu erwähnen. Der genannte Verein macht es sich zur Aufgabe, Kinder in unserer heiligen Gotteslehre zu unterrichten, um sie zcm Besuche der Jeschiboth tüchtig vorzubereiten. Ein gewiegter Talmudist, der ehemalige Rabbiner Samuel Bürger, unterrichtet die Knaben in Mikra, Mischnah und Gemara, während andere Lehrer für den profanen Unterricht bestellt sind. Die

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