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Der Israelit · 1878-01-16 · Heft 3 (16.1.1878) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 3 (16.1.1878)
Date
1878-01-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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natürliche Butter werden ziemlich genau 4,30 bis! 4,35 Gramm Fettsäure enthalten, also 86 bis 87! Procent." Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. > Mainz, 9. Januar. „Die Jsr. Wochen-! schrift" läßt sich von einem „glaubwürdigen Augen-! zeugen" berichten, daß der Herausgeber des ^Israelit" bei Trauungen, die in der Augsburger j Synode verhandelte Reform des Ningewechsels eingeführt habe. — Wenn die „glaubwürdigen" Berichterstatter der „Jsr. Wochenschrift" derselben solche aus der Luft gegriffene, lächerliche Lügen auftischen, wie mag es erst mit den übrigen Correspondenten des genannten Blattes, das stets von! Alt-Weiber-Geschwätz strotzt, aussehen! j Heilbronn. Zu meinem größten Bedauern j habe ich Veranlassung zu den in Ihrer geschätzten! Zeitung unter der Aufschrift „Curiosum" und! „Trauriges Zeichen der Zeit" aus Crefeld und! Prag gebrachten Mittheilungen uoch von einer i dritten betrübenden Erscheinung zu berichten. i Zwei Israeliten, Namens Kirchhausen und j Grombacher, veröffentlichen in der hiesigen „Neckarzeitung" vom 22. Dezember und 1. Januar zwei! jeden wahrhaften Juden schmerzlich berührende; Annoncen. Dieselben lauten: | „Beachtenswerthe Anzeige. Heute Samstag! „den 22. Dezember bringen wir einen größeren „Transport prima fetter Ungarschweine im Gast- „hof zur Linde zum Verkauf und laden die hie- „sigen und auswärtigen HH. Metzgermeister da- „zu ein. Verkaufstag nur Samstag. Kirchhausen u. Grombacher." j „Heilbronn. Ein Neujahrsgeschenk!! Am! „nächsten ersten Freitag im neuen Jahren bringen! „wir eine größere Partie primafette Ungar-! „schweine, größtentheils englischer Race, im Gast-! „Hof zur Linde hier per Pfund zu 48 Pfg. zum! „Verkaufe und laden hiezu die HH. Metzger, i „sowie Privatleute von hier und der Umgegend! „mit der Zusicherung ein, daß wohl weder im I „Preise noch in der Qualität der Maare Jemand j „mit uns wird concurriren können."! „Prosit zum Neujahr, „Zur guten, billigen Maar! „Alle kommet um zu kaufen, von Grombacher u. Kirchhausen." Wenn dem Juden der Handel mit Schweinen an und für sich religionsgesetzlich verboten, wenn es in unserer Zeit leider keine seltene Erscheinung ist, daß Juden den Sabbat öffentlich entweihen, so ist es aber gewiß unerhört und wohl noch nie dagewesen , daß Juden im Glauben der Väter so weit herabgesunken und sich nicht scheuen, aller Welt öffentlich anzuzeigen, daß ihr „VerkaufStag nur Samstag" ist. Berlin, 9. Jan. Eine Anzahl Petitionsberichte beschäftigte heute das Abgeordnetenhaus. Eine Petition der Synagogengemeinde zu Greifenberg beschwert sich darüber, daß ein Stipendium, welches nach der Bestimmung der Erblasserin den Söhnen solcher Eltern, „die in der Stadt Greiffenberg zu Bürgerrecht leben," zu gute kommen soll, nach dem Beschluß der Commünal-Behörden den jüdischen Bewohnern der Stadt verweigert wird. Dieser Beschluß stützt sich darauf, daß zur Zeit der Errichtung des Stipendiums die Juden von dem Bürgerrecht ausgeschlossen waren, die Erblasserin also bei ihrem Legat an diese nicht gedacht haben könne. Die AHgg. v. Meyer (Arnswalde), Frhr. Beeremann und Rüppel 'schlossen sich dieser Interpretation an. Das Haus trat jedoch dem Beschlüsse der Commission bei, die Petition der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Stettin. In Greiffenberg in Pommern bestehen am dortigen Gymnasium unter Verwaltung des Magistrats zwei Stipendien - Stiftungen , von deren Genuß bisher die Juden ausgeschlossen waren. Nach vergeblichem Petitioniren beim Ministerium hat sich der Vorstand der Synagogengemeinde zu G' eiffenberg an das Abgeordnetenhaus mit der Bitte gewendet, ans Aufhebung der die Juden ausschließenden Clausel hinwirken zu wollen. — Die Commission für Gemeindewesen hat über diese Petition einen Bericht erstattet, aus dem wir das Wesentliche mittheilen. Die eine dieser Stiftungen beruht auf einer Cessionsurkunde vom 10. September 1661, kraft welcher die Erben eines Obersten Gruntzen eine Forderung an den damaligen kurfürstlichen Landkasten der Stadt Greiffenberg zn Gunsten der Kirchen, Schulen,'Prediger und Armen, sowie zu eines „ehrbaren Rathes Stipendio' für die studirende Jugend" abgetreten haben. Die zweite Stiftung rührt aus letztwilligen Dispositionen der verwittweten Landräthin v. d. Osten vom 30. Juni 1702 und 23. November 1725 her, in welchen die Erblasserin daH Gut Wiskow der Stadt Greiffenberg mit der Maßgabe „zu

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