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Der Israelit · 1878-01-09 · Heft 2 (9.1.1878) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 2 (9.1.1878)
Date
1878-01-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Bevölkerung der Stadt ist aufgeregt und begeistert, und als sie sich gestern Abends in der Synagoge versammelten, um Gott für den Sieg bei Plewna zu danken, sprach der Prediger am Ende seiner Rede und nachdem er die Depesche verlesen, die Hoffnung aus, daß jeder der Anwesenden, welchen das Loos zur Vertheidigung des Vaterlandes nach dem Kriegsschauplätze herausfordern wird, einen solchen Heldenmuth und solche Tapferkeit wie Feigenburg zur Schau tragen möge. ' G. L. Berlin. In dem soeben erschienenen sechsten Bericht der Commission für das Gemeindewesen über Petitionen erstattet der Abg. Lammstein Bericht über eine Petition des Vorstandes und des Repräsentantencollegiums der Synagogengemeinde zu Merzig in der Rheinprovinz. Dieselben führen an, dag die Mitglieder der israel. Gemeinde daselbst früher eine besondere Elementarschule aus eigenen Mitteln unterhalten hatten; diese habe nicht die Rechte einer öffentlichen Schule genossen, sei vielmehr als eine Privatschule behandelt. Da es der Synagogengemeinde in letzterer Zeit schwer geworden, qualificirre Lehrer zu gewinnen und dauernd zu erhalten, auch das isr. Schullokal, welches Privateigenthum der jüdischen Gemeinde sei, den jetzigen Anforderungen nicht mehr entsprochen und aus Sanitätsrücksichten habe geschlossen werden müssen, so sei die jüdische Schule durch Verfügung der Königlichen Regierung zu Trier am 21. März 1876 aufgelöst und seien die Kinder in die städtischen Schulen vertheilt. Da nun der isr. Religionsunterricht nicht unter die Elementarfächer ausgenommen sei, so habe die Synagogengemeinde behufs Ertheilung desselben einen Lehrer auf eigene Kosten engaairen müssen. Gleichzeitig habe sich dieselbe an den als Lokalschulinspector fungirenden Bürgermeister der Stadt Merzig mit dem Ersuchen gewandt, ihr in dem neu erbauten Communalschulhause für die Zeit, wo Unterricht nicht ertheilt werde, ein Lokal für den jüdischen Religionsunterricht zur Disposition zu stellen. Unter dem 7. Juli 1876 habe die Synagogengemeinde den Bescheid erhalten, daß die Stadt'verordneten-Versammlung das Gesuch abgelehnt habe; Gründe seien für diese Ablehnung nicht angegeben. Auf eine bei dem Landrath erhobene Beschwerde habe die Königliche Regierung zu Trier den Lokalschulinspector beauftragt, der Synagogengemeinde ein Lokal in dem Sinne ihrer Eingabe anzuweisen. Ein von den Stadtverordneten dagegen verfolgter Recours beim Oberpräsidium zu Coblenz habe die Aufhebung der Verfügung der Königlichen Regierung zu Trier zur Folge gehabt. Die Synagogengemeinde habe sich nunmehr recurrirend an den Cultusminister gewandt, sei indessen durch ein von diesem und dem Minister des Innern gemeinschaftlich erlassenes Rescript vom 14. April 1877 mit ihrem Anträge zurückgewiesen. Die Petenten beantragen: Das Haus der Abgeordneten wolle das Staatsministerium veranlassen, unter Aufhebung der Ministerialverfügung vom 14. April d. I. die isr. Einwohner von Merzig für berechtigt zu erklären, daß der jüdische Religionsunterricht in dem der Civilgemeinde gehörigen öffentlichen Elementarschulgebäude ertheilt werde. — Die Commission beantragte: Uebergang zur Tagesordnung. Oefterreichisch-Ungarische Monarchie. Prag. Dem Bericht über die sechste und siebente Verwaltungsperiode des Vereines zur Förderung und Verbreitung der Wissenschaft des Judenthums „Afike Jehuda" in Prag entnehmen wir: Die Bestrebungen des Vereins sowohl, als auch die erzielten Erfolge haben nicht nur in der Heimath, sondern auch in den hervorragendsten Organen der jüdischen Publizistik vielfach schmeichelhafte Anerkennung und Würdigung gefunden. Das Verhältniß unseres Vereines zur löbl. Prager Cultus-Gemeinde-Nepräsentanz in Bezug auf die Talmud-Thora-Schule blieb auch in diesem Jahre vollkommen unverändert; es wurde unserseits der gleiche namhafte Betrag von fünfhundert Gulden beigetragen, und von den neun Mitgliedern, aus denen die zur Leitung dieses eben so unentbehrlichen als segensreichen Gemeinde-Instituts eingesetzte Commission besteht, wurden seitens unseres Vereines vier Mitglieder entsendet. — Die glücklichen, nunmehr in allen Kreisen unserer Gemeinde bekannten und anerkannten Resultate der Talmud-Thora-Schule lassen es als überflüssig erscheinen, dieselben in Details anzuführen, und mögen bei dieser Gelegenheit die Leistungen des Lehrkörpers dieser Anstalt in ehrenvoller, lobender Weise hervorgehoben werden. Die gediegenen Vereinsvorträge hatten auch Heuer ein eben so zahlreiches als distinguirtes Publikum gefesselt , bildeten häufig den Sammelplatz sämmtlicher hier anwesenden Fachgelehrten und können füglich als der Brennpunkt des hiesigen jüdisch-wissenschaftlichen Lebens bezeichnet werden. Die Zahl der aufliegenden Zeitungen wurde erhöht und hat die stattliche Ziffer Eilf erreicht. Das Lesezimmer erfreut sich fortwährend eines starken Besuches. Die Vereinsbibliothek wurde durch den Ankauf einiger Werke vermehrt. Es kann mit Genugthuung berichtet werden, daß dieselbe benützt wird,

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