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Der Israelit · 1877-12-26 · Heft 52 (26.12.1877) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 52 (26.12.1877)
Date
1877-12-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1233 Altona, 14. Dec. Am vergangenen Dienstag fand hier die Feier des 70. Geburtstages des RabbinatSassessors I. M. Cohn statt, der namentlich durch die verschiedenen Vereine, deren Lehrer der Gefeierte bereits seit einer Reihe von Jahren ist, ein würdiger Ausdruck verliehen wurde. Den Anfang machte de: Begräbnißverein, der am Vorabend der Feier eine Mahlzeit veranstaltete. Nach der Begrüßungsrede durch den Oberrabbiner vr. Löb, der im Namen des Vereins dessen Glückwünsche überbrachte, ging man zu Tische, wo der Oberrabbiner in geistreicher Rede die Vorzüge des Gefeierten zur Sprache brachte. In gleicher Weise brachten mehrere Andere Toaste auf den Jubilar auS, denen von der ganzen Tischgesellschaft freudig beigestimmt wurde. Am Dienstag ließ der genannte Verein durch seinen Vorstand ein werthvolles Geschenk überreichen; ebenso schenkte der Lernverein eine goldene Uhr. Die Klausvorsteher — der ehrwürdige Greis fungirt schon 40 Jahre als Klausner — überbrachten gleichfalls werthvolle Geschenke, die von einer hebräischen Degrüßungshymne, verfaßt von Herrn I. Wittkower, begleitet waren. Viele Privatgratulationen und Geschenke aus Hamburg uud Altona lieferten dem Jubilar den Beweis seiner allgemeinen Beliebtheit. Möge es dem überall geschätzten Greis, noch lange Zeit vergönnt sein, zur Freude seiner Familie, wie aller Gemeindemitglieder sein thatenreiches Leben fortzusetzen. Co^hchch. In der letzten Sitzung des Gemeinde-Rathes dahier kam der Antrag zur Beratung, die hiesige jüdische Schule mit der Bürgerschule zu vereinigen, unter der Bedingung, dem jüdischen Lehrer A. Hcilbrunn die vacanie 5. Lehrerstelle der Bürgerschule zu übertragen. Der Antrag erlebte, zur nicht geringen Überraschung derer, die unserem Jahrhundert gern das Merkmal der Auf. klärung und des Fortschrittes zugestehen, Fiasko; er wurde mit 8 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Die vorurtheilslosen und wahrhaft freisinnigen Männer waren selbstverständlich für den Antrag, aber sie wurden überstimmt. „Die Majorität' wollte „prinzipiell keinen jüdischen Lehrer an der Bürgerschule haben, damit dieser der exclusiv - christliche „Charakter gewahrt bleibe." Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. R Aus Böhmen („Die Subventionsfrage der Rabbinen.") Ueber diese brennende Frage hat Ihre so geschätzte Zeitung von Zeit zu Zeit, theils Berichte über die Entwicklung derselben. theilS auch weitere Anregungen zur Beförderung und Austragung dieser hochwichtigen Angelegenheit gebracht. Der heutige Bericht bezweckt sowohl Auskunft über. den Stand dieser Angelegenheit, als auch weitere Anregung hierüber hervorzurufen. Bor Allem muß constatirt werden, daß der Tachauer Rabbiner Schidloff es einzig und allein war, der diese SubventionSfrage angeregt. in Fluß gebracht, sie als eine officielle, als Ausfluß der Gleichberechtigung zu behandeln verstanden hat, daß derselbe noch immer nicht den Muth sinken, sich nicht mit leeren Ausflüchten abfertigen ließ und läßt. Im Gegentheil arbeitet derselbe', so viel bekannt ist, wenn auch ganz allein, doch wacker weiter fort, um dann mit Gottes Hilfe an das erwünschte Ziel zu gelangen. Zu bedauern ist blos, daß diesem sich aufopfernden Rabbinen sein fürstlicher Gönner durch den Tod leider entrissen wurde. Wenn dieser hochgeehrte Fürst am Leben geblieben, derselbe hätte, wie es sein edler Vorsatz war, durch eine neuerliche, nachdrückliche Intervention bei der h. Negierung entscheidend und ausschlaggebend gewirkt, und das wieder gut gemacht, was durch Saumseligkeit einer löbl. jüdischen Corporation abgeschwächt wurde. Eine 2. Petition einzubringen, hat sich als notwendig herausgesiellt, diese wurde eingebracht; diesmal hat auch der Klattauer Rabbiner, Herr vr. Perletz, eine gleiche miteingebracht. Rabbiner Schidloff strebte,, einen hochangesehrnen und einflußreichen Abgeordneten dafür zu interessiren, der im Reichsrathe selbst für die Sache das Wort führen soll. Er suchte diesen in Strakowitz auf. Herr Josef Fürth versprach demselben, s. Z. das Wort dafür zu ergreifen. Dieser ehrenwerthe Herr Abgeordnete hat auch zur Zeit kräftig, eingehend und warm dafür das Wort geführt. Doch als wider Erwarten die 2. Petition, die vom R.-R. zur eingehenden Würdigung und Berücksichtung an die h. Regierung abgetreten und anempfohlen wurde, von Seiten der Regierung unberücksichtigt blieb, wurde sofort eine 3. nachdrückliche Petition von den beiden Rabbinen eingebracht. Inzwischen hat der Tachauer Rabbiner?es unternommen, zum 2. Mal Sr. Excellenz dem Herrn C.-Minister in Karlsbad seine Aufwartung zu machen, um gründlich und eingehend diesen Gegenstand zu besprechen, erhobene Einwände zu entkräftigen. Ebenso hat die Deputation der böhm. Rabbinerversammlung, auf Antrag des Tachauer Rabbiners, die Mission erhalten, bei der Ueberreichung der Denkschrift an den H. Minister auch die Subventionsfrage in Anregung zu bringen und dieselbe kräftig zu befürworten. Beiden gab Se.

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