Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1877)
- Date
- 1877-12-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1224 leS, was er sein eigen nennt, gehört seinem Herrn. Man zwang sie zu schwerer Arbeit, für die es keinen Lohn gab. Man mißhandelte sie in der rohesten Weise, ohne daß ein Richter ihre Klage vernahm und Abhilfe schaffte. Man raubte ihre Kinder, um sie zu tödten. Es heißt in der heiligen Schrift: „Und es starb der König von Mizrajim, da seufzten die Kinder Israel und schrien, und ihr Jammergeschrei stieg empor." Schon die ältesten Erklärer werfen die Frage auf, wieso das Jammergeschrei der Israeliten eine Folge des Todes des Königs war. Die Weltgeschichte belehrt uns darüber. Es wird uns erzählt, daß in Aegypten über jeden verstorbenen König einen Todtengericht abgehalten wurde, das zu entscheiden hatte, ob dem Hingeschiedenen Herrscher die Ehre eines königlichen Begräbnisses zu Theil werden dürfe. Jener Pharao batte mit verabscheuungswerther Willkür alle jene furchtbaren Leiden über Israel verhängt. Die Israeliten hatten erwartet, daß der todte Tyrann von den Todtenrichtern verurtheilt und ihnen dann ein besseres Geschick werden würde. Allein, sic hatten sich getäuscht, 'pü no>i, auch im Tode wurde der Unterdrücker Israels als König von seinen Richtern gewürdigt; jetzt schwand den Unglücklichen jede Hoffnung auf eine Besserung ihrer Lage. a»-6se -re onyw Sym. „Aber ihr Jammergeschrei stieg empor zu Gott," nnmv ysam Dnp*o rw, „Und Gott hörte ihr Seufzen". So sollen auch wir stets und unerschütterlich auf Gott vertrauen. Gott, der über Alles wacht, wird auch über uns wachen: Er, dessen Weisheit und Güte sich überall offenbart, wird nichts geschehen lassen, was nicht am Ende uns zum Heile gereichte; nichts von Allem, und sollte es auch uns noch so widerwärtig erscheinen, wird uns in Wahrheit zu schaden vermögen. Und wenn Gott Leiden schickt, so sollen wir wissen und erkennen, daß Gott es ist. der stets Alles zum Besten lenkt. Er, der vor allen andern Geschöpfen den Menschen so herrlich schuf, Er, der aus allen Menschen uns erwählt hat zu Seinem Volte, Er, der uns geschützt und behütet hat von Anbeginn an bis auf den heutigen Tag, Er, der uns geführt hat aus der Knechtschaft zur Freiheit, der unsre Voreltern ernährt hat in der Wüste vierzig Jahre lang, Er, der unsre Zuversicht gewesen die Jahrtausende hindurch von Geschlecht zu Geschlecht, der uns den Sturz und das Verderben all* unsrer übermächtigen Feinde hat erschauen lassen und uns gehütet hat, wie den Augapfel man schützt — Er wird auch uns nicht verlassen. Und wenn eS stürmet noch so sehr — aus dem Verworrenen geht Ordnung und Schönheit hervor, und in Klarheit löset sich auf. was uns ein Labyrinth schien. vy Tnni “ibys -p-ny 1« n«-»» „So möge denn sichtbar werden Dein Wirken Deinen Dienern, und Deine Majestät wird sich offenbaren an ihren Kindern." Pik Lkbk«5MittkMschll«g. (Schluß.) Außer der fast an Unmöglichkeit gränzenden Schwierigkeit, welche die Lebensmittelfalschung jedem einzelnen jüdischen Hausstand bereitet, der sich gewissenhaft dem Regime der jüdischen Speisegesetze unterstellt, wirft diese Calamitat noch ein grelles Licht, auf unsere allgemeine Lage und läßt sie in ihrer ganzen Macht- und Trostlosigkeit nach jeder Seite hin erscheinen. „Ins Exil ging Juda!" klagt Jeremias, und die Weisheit unserer Weisen commentirt diese Klage mit der Bemerkung: „Auch andere Völker wurden exilirt, aber ihr Exil verdient diesen Namen gar nicht, denn sie können mit den Völkern, unter denen sie als Exulanten leben, gemeinschaftlich, essen. Aber Israel, dem durch seine Speisegesetze, die Nahrungsmittel seiner nichtjüdischen Umgebung versagt sind, Israel ist das einzige Volk, dessen Exil mit Recht seinen Namen verdient!" *) Welch tief bedeutsame Wahrheit liegt in dieser Anschauung, die als Gradmesser für die Härte unseres Exils, die größeren oder geringeren Schwierigkeiten ins Auge faßt, welche sich der Befolgung der jüdischen Speisegesetze im practischen Leben entgegenftellen! Wie schlägt diese Auffassung den kläglichen Wahn nieder, der das heraufdämmernde Morgenroth einer lichteren. freieren, humaneren Zeitricht, ng, schon als die vollendete Geula preist, der daher jeden Seufzer nach Erlösung nicht rasch genug aus unseren Gebeten streichen, jede Erinnerung an unsere Vergangenheit, jede Sehnsucht nach dem Ideale unserer Zukunft, aus den jüdischen Geistern und Herzen loschen zu müssen meint! — Und in der That! Ist es Gott, der unsere Nahrung regelt, ist es sein Gesetz, das, indem es einen geistigen Kordon um unser Denken und Em- «br« er» a^yn morn mim nntu (1 pme mbi Dmb: s»x »s vy .(m~i ro'N »na) mm Dmm D’nw onso