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Der Israelit · 1877-12-19 · Heft 51 (19.12.1877) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 51 (19.12.1877)
Date
1877-12-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1204 wiederum die Triebfeder alles Strebens ist. Dereinst aber» wenn Gilt der Herr sein Volk erlösen und uns sammeln wird von allen Enden derErde, dann werden alle irdischen Zustände vollkommen sein, und eines irdischen Strebens wird es nicht mehr bedürfen. Dann wird ein Zustand der Sittenreinheit eintreten, deren Symbol die Beschneidung n'j'DEa rurpjn ist. Eine vollständige Harmonie wird dann herrschen, nicht mehr gestört durch den Kampf gegen den bösen Trieb. -H260W l’D’i HJO» N'VvR RIO’ "nJ'3 .mpo» xo\3 *?y ,n>3'Dt^n *?y Aber das geistige Streben wird noch bleiben, die vollkommene Gotteserkenntniß wird auch dann noch nicht erreicht sein, denn »m cnx ’jxv x1? '3. die wahrhafte Gotteserkenntniß kann in diesem Leben nicht erreicht werden. Selbst Mofcheh, der größte aller Propheten, hat sie nicht vollständig erlangt, D'-i^xd vyv lmDnm , Gott hat ihm noch, wenn auch nur ein Weniges, von der wahrhaften Erkenntniß fehlen lassen. 49 Stufen des Wissens hat Moscheh, unser Lehrer, erklommen; die fünfzigste blieb auch ihm unerreichbar. Die wahrhafte Gotteserkenntniß erreicht der Mensch erst im ewigen Leben. ntsry bty &on oV.y „Die Harfe im Jenseits wird zehn Saiten haben." Die Zehnzahl ist das Symbol der höchsten Vollendung; es gibt nicht mehr Zahlen als zehn; alle übrigen Zahlen sind nichts als Wiederholungen. Die heilige Schrift gibt uns eine Andeutung, wie die höchste Gotteserkenntniß durch die Zehnzahl symbolisirt wird. Als Gott zuerst sich seinem Volke in Aegypten offenbarte, da heißt es yasix tt'.i dhVx, „es ist ein Finger Gottes". Am Meere aber, als das Volk Gottes Glorie derart schaute, daß, wie die Weisen sagn, eine Magd am Schilf- Meere mehr geschaut hat als die späteren Propheten, da heißt es: ,mi nwy -upx nbnn Tn nx 'an»» *n>? .may noponi '-o U'öx-i /_i nx oyn ix*v’i „Und Israel sah die große Hand, wie Gott gethan wider Mizrajim, und das Volk fürchtete den Ewigen, und sie. glaubten an Gott und an seinen Diener Moscheh." Wir sehen also, daß der Grad der Erkenntniß am Meere um das Fünffache größer war als der in Aegypten, wie ja die dafür gebrauchten Bezeichnungen, Finger und Hand, es ergeben; dereinst aber nbya icnpc inr -p-p ujo tcnpo,, „haben Deine Hiinde bereitet das Heiligthum," beide Hände — dann wird das Zehnfache erreicht sein, die vollkommene Gotteserkenntniß, welche die höchste Seligkeit in sich schließt. Riadd '-6 mn idixi iuds pun ^yi 'hy .tsnn R'V ib n»» ib nm nwy „Auf zehvsaitigem Instrument und auf dem Psalter, dem Gedanken gemäß mit der Harfe; und ferner heißt es: Mit Harfe und zehnsaitigem Psalter Preises J^n, singet Ihm ein neues Lied." i* Am Schilfmeere heißt es 'J3i nvo ~pem ix nxin m’Brn nx sen»», da ist mw, Lied, weiblich; hier aber heißt tw, männlich. Am Schilfmeere war noch nicht das Ende aller Leiden, denn die Bestimmung des Weiblichen ist zu gebähren. Dem Liede, der vollkommenen Harmonie, im Jenseits wird kein anderes Lied folgen, es wird ewig neu bleiben ann tw. Und ziehen wir das Facit aus all' dem Gesagten, so ergibt sich uns, daß wir in Bezug auf das Irdische genügsam sein sollen und zufrieden, aber in Bezug auf geistiges Erringen stets vom höchsten Eifer beseelt'; daß wir gegen die Leidenschaft kämpfen sollen, solange, bis alle Leidenschaft ein Ende hat, damit wir dereinst theilhaftig werden der höchsten Seligkeit, der wahrhaften Gotteserkenntniß. Das ist der echte, rechte Fortschritt, den das Judenthum lehrt, fortzuschreiten bis zur höchsten Stufe der Weisheit und des Glückes, bis daß der Mensch, der schwache Mensch, größer und herrlicher wird, denn ein Engel Gottes. r&xn Dnoiyn ]'z ’nnji „Siehe, spricht Gott zum Menschen, die Engel, die hier stehen, sie bleiben, wie sie sinD, Du aber kannst fortschreiten bis Du mehr wirst denn sie." Wadbi Samuet Wonöi jrj. m. Mainz, 12. December. Ein Gottesgebot, dem sich der theure Heimgegangene mit ganz besonderer Vorliebe hingab, war das der Beschneidung. Die Zahl derer, die er in den Abrahams - Bund ausgenommen, beläuft sich auf Tausende. Während 67 Jahre hat er dieser Mizwah mit der größten Aufopferung, Sorgfalt und Hingebung obgelegen. Als noch nicht siebenzehnjähriger Jüngling hat er damit begonnen, und noch zwölf Tage vor seinem Hinscheiden, Montag, l2. November, hat er mit ungeschwächter Kraft, Gewandtheit und Geschicklichkeit eine Beschneidung vollzogen. Man kann jedoch nicht sagen, daß ihm irgend eine Mizwah theurcr oder lieber gewesen als eine andere. Als in den trübsten Zeiten des israel.

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