Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 49 (5.12.1877)
- Date
- 1877-12-05
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1169 Rothschild für die beiden Anstalten die Häuser an der Rechneigrabenstraße erbaute, dotirte sie zugleich, auf Verwendung deS Herrn Siegmund GeifenheiMer, jede derselben mit 1500 Francs Rente, in Anbetracht der durch die größeren Räumlichkeiten gestiegenen Ausgaben. Zum Andenken an die Freiherren Meyer Amfchel, Amschel Meyer, Salomon« Meyer, Nathan Meyer, Carl Meyer und JameS Meyer von Rothschild erfolgen an deren Todestagen je eine Ausnahme unter Erlaß des Einkaufgeldes. Der jährliche Betrag zur Männerkrankenkasse beläuft sich jetzt auf iO Mark; derjenige zur Frauenkrankenkasfe ist 15 Mark. Daß der letztere höher ist, erklärt sich aus der zarteren Gesundheit des weiblichen Geschlechts und der daraus resultirenden häufigeren Inanspruchnahme der Kasse seitens der Mitglieder, welche denn auch eine rege Betheiligung wohlhabender Gemeindeangehöriger um so mehr wünschen und erhoffen läßt. Mühlhausen (Elsaß). Der hier erscheinenden, von Herrn Jsaac Wurmser herausgegebenen Zeitschrift: „Israelitisches Elsaß-Lothringen" entnehmen wir: Ende v. M. fanden hier bei dem Lehrerinnenseminare, während 5 Tagen, die Prüfungen der Schulamtscandidarinnen zum höheren Lehrfachc statt, in Folge deren eine hiesige junge Glaubensgenossin, Frl. Caroline Dreyfuß mit vorzüglichen Noten als fähig befunden, sofort eine Anstellung an der städtischen, gemischten höheren Töchterschule erhielt.*) Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pretzburg. IV. Für die Beantwortung der einen der von uns angeregten Fragen, soll die Lösung bereitim :>"n gegeben sein. Bezugnehmend nämlich auf die Worte der hl. Schrift (3. B. M- 18. -1) ncter» ’nipin nw wyn ’üsro re* r^l, wozu a"r bemerkt beri -p'y Dtoy oro rail D03 ^4* 13001 'SV Kiff D03 03^ ,nVS0 Dfc'J/n mol ~)D**n ttov ,d1-ya onn» Dnan dh: «ip ■p’N om ra» 1"r .->"er noan nol« Zerrte" rcan piop "hob* »wen d. h. in ihnen soll das Ziel Deines Strebens liegen, sie sollen Dir das Hauptsächliche, das Absolute, nicht aber das Nebensächliche, das Bedingt sein, eS bewege sich all Dein geistiges Aufnehmen und Schaffen nur in ihnen, *) Zur gefl. Beachtung dem wohllöblichen Magistrat in Magdeburg, der einer tüchtigen jungen Lehrerin eine Anstellung verweigerte, «eil sie der mosaischen Confession angehörtc. daß Du nimmer fremdartige Dinge in sie hineinmischest, daß Du nicht sagest, ich habe nun die jüd. Wiffenschaft gelernt, jetzt will ich dieWiffenschaft anderer Völker lernen, darum heißt eS: vra roll Tu darfst aus ihrer Sphäre nicht weichen. Herr Rabbiner Hirsch '"3 bemerkt dazu in seinem Pentateuch folgende markante Worte: Verstehen wir diese Sätze recht, so ist durch den an der andern Spitze gestellte Satz hIed üwyn Int cry der Auffassung vorgebeugt, als ob durch die folgende Sähe » in völliges Jznoriren aller in außerjüdischea 5treisen gewonnenen und gepflegten, oder nicht direct auf die Gesetzeskunde beziehenden Kenntnissen undWissenschaften gefordert werde. Indem oscry nl2D Di?yn iw np’y geboten wird, ist ja bereits die Beschäftigung auch mit andern Gebieten der Erkenntniß als gestattet vorausgesetzt. Nur soll uns die Wiffenschaft der Thora und die auS ihr zu schöpfende Erkenntniß das Hauptsächliche und das absolut Gegebene und Feststehende sein. Nur als Hilfswissenschaft und nur insofern sie dem Studium der Thora-Wissenschaft wahrhaft helfend dienen und sich als irv dem ^p'y vnterordnen, sollen auch sie gepflegt werden. Die Thora aber und die in ihr gegebenen Wahrheiten seien überall und immer das unbedingt Gegebene und bilde den Maßstab für alle auf andere Wissensgebiete zu schöpfenden Ergebnisse. All unser geistiges Aufnehmen und Schaffen bewege sich immer auf dem Staudpuncte der Thora und in den von ihrer Doctrin gewiesenen Bahnen, so daß wir nur das an- und aufnehmen was ihnen adäquat ist. und nicht Fremdartiges, aus anderen Voraussetzungen Erwachsenes in unserer aus der Thora zu schöpfende Wissenschaft hineinmischen." So wahrhaft von göttlich-frommen Geiste durchweht diese Worte sind und so beherzigenswerth und schwer ins Gewicht fallend, dieselben als von einem Rabbiner Hirsch stammend — sind, so scheint uns die Begründung derselben durch die Worte des u"n nicht die richtige zu sein, lev Dryn iw rp^y Dtpy scheint uns hier keinesfalls die Präjudizirung der später erst erwähnten nua mcan zu sein, denn wie erklärte sich dann der zur Begründung auch vom Jalkut Absch. 591 citirte Vers (Spr. Salomo 6) wn pi Ire* Dml per, vol ~b \*v idin, daß doch einem völligen Jznoriren der n"« nicm gleichkömmt: “p’y Dtry scheint hier vielmehr in Bezug auf die focialen gesellschaftlichen Verhältnisse angewandt zu fein, die Thora als -ip,y dem industriellen gewerblichen Leben beizustellen, wie dies auch zu Berachoth (35 b.) gelehrt, und in den Spr. d. Väter in den Worten ’y-e* “ro.vlDj jopimin nvy Ausdruck gegeben ward. Sei dem wie immer, so muß man die Wahrheit obiger Worte anerkennen