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Der Israelit · 1877-10-24 · Heft 43 (24.10.1877) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 43 (24.10.1877)
Date
1877-10-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1027 ZeLtuttKSrrachrichten und Gorrefponden;en. Deutschland. Mainz, 19. Oktober. Vor einigen Monaten verschied in Würzburg der fromme und hochgeachtete Herr M. I. Mayer y":. Gleich nach dem Tode desselben erhielten wir von einem der Familie nahestehenden Herrn ein Telegramm, das uns ersuchte, vor Ablauf der D’tfi'JtP keinen Nekrolog zu veröffentlichen, da zweien Schwestern irV? des Verewigten die nya^ erspart werden sollte; diese beiden schon älteren Damen jrrD1 insr 'n1 o»n find die Frau H. in H. und Frau M. in Würzburg, welche letztere ihre Wohnung nur selten verläßt und ihr daher der beklagenswerthe Todesfall längere Zeit verschwiegen bleiben konnte. Beide Damen sind Leserinnen des „Israelit." Natürlich kamen wir dem Wunsche der Familie nach und brachten die Trauerbotschaft erst spät, indem wir die Verspätung durch die oben dargelegten Verhältnisse begründeten. Der Correspondent der in Berlin erscheinenden „Jüdischen Presse" jedoch hatte nichts Eiligeres zu thun, als in jener Begründung einen Angriff auf seine Ehre zu finden und unfern Correspondenten der Lüge zu zeihen. Alle Mitglieder der Familie M seien, behauptet er, in Würzburg zugegen gewesen; das Ganze sei nur ausgedacht, um den Correspondenten der „Jüdischen Presse" als einen nm w’sio S’dd wn, als einen thörichten Verbreiter böser Nachrichten erscheinen zu lassen. Wir haben die Sache in. diesen Blättern bis jetzt nicht erwähnt, weil wir keine Kleinigkeitskrämer sind und weil wir uns seit einer langen Reihe von Jahren daran gewöhnt haben, die unberechtigten Vorwürfe und Schlimmeres als das, wie es die jüdischen Zeitungen und Zeitschriften allwöchentlich en gros gegen uns Vorbringen, stillschweigend zu ertragen. Es scheint jedoch die Idee, von uns sich angegriffen zu glauben, bei der „Jüdischen Presse" zur Manie, zur fixen Idee werden zu wollen. In unserem Leitartikel zu Nr. 41 des „Israelit" (Glycerin im Bier) findet sie merkwürdiger Weise, daß wir gegen die „Jüdische Presse" die Insinuation der Leichtfertigkeit und Gewissenlosigkeit erhoben, weil sie dazu gerathen habe (in Nr. 3s u. 39), „die Vorsicht zu gebrauchen, das Bier von einem redlichen Erzeuger selbst zu beziehen." Dem gegenüber diene der löbl. Redaction der „Jüd. Pr." zur Beruhigung, daß wir bei Niederschrift unsres Leitartikels „Glycerin im Bier" den betreffenden Artikel in der „Jüd. Pr." noch gar nicht gelesen hatten und daß wir erst später durch unfern geschätzten Mitarbeiter, Herrn I. Kahn, auf denselben aufmerksam gemacht wurden. Der Passus, daß wir nicht in den Ruf derer einstimmen, welche ohne Weiteres jeden iiv'9* wwn zu einem noa -nv'x stempeln, bezog sich lediglich auf einige Herren, welche uns — brieflich — veranlassen wollten, im „Israelit" bekannt zu geben, daß man künftighin kein Bier mehr trinken dürfe. Wir ersuchen die löbl. Redaction der „Jüd. Presse" ebenso höflich wie freundschaftlich bei etwa wieder vorkommenden ähnlichen Fällen erst brieflich bei uns anzufragen; wir werden dann nicht verfehlen, ihr offen und ehrlich zu sagen, ob in unfern Artikeln versteckte Angriffe gegen die geehrte Collegin vorhanden seien oder nichl. Berlin. Rach dem „Tageblatt" ist im Cultusministerium ein Gesetzentwurf betreffend die Uebertragung des gesammten Beerdigungswesens an die politischen Ortsgcmeinden ausgearbeitet und soll dessen Unterzeichnung alsbald erfolgen. Nach dem Entwürfe dürfen neue Friedhöfe nichts anders mehr als von den politischen Ortsgemeinden angelegt werden, so daß die wohlerworbenen Rechte der confessionellen Gemeinden auf ihre gegenwärtigen Friedhöfe, die sie bis zu deren Vollbelegung noch weiter benutzen dürfen, nicht beeinträchtigt werden. Die Idee, auch die Beerdigung auf den bereits bestehenoen konfessionellen Kirchhöfen von einem bestimmten Zeitpunkte ab zu verbieten, hat man fallen lassen, da die alsdann nothwendig werdende vermögensrechtliche Auseinandersetzung zwischen den confessionellen Gemeinden und den Ortsgcmeinden auf allzu große Schwierigkeiten stoßen würde. Oesterreichisch - Ungarische Monarchie. Wien. Unsere, die Mosenthal'scheu Orden betreffende Darstellung in diesen geschätzten Blättern hat bis heute eine Widerlegung von zuständiger Seite nicht erfahren. Noch weniger ist auf die Frage am «Schlüsse jener Darstellung eine Antwort erfolgt, was sich auch leicht voraussehen ließ. Da eine Ehrenrettung des Heimgegangenen Dichters die Nächstliegende Tendenz jener Zeilen war, so kann uns dieses beredte Schweigen genügen. Was uns veranlaßt, aus den Gegenstand noch einmal zurückzukommen, sind die diesbezüglichen Aeußerungen zweier uns zu Gesicht gekommener jüdischer Blätter. Ein in Stettin erscheinendes, hier sonst nicht bekanntes Btatt, die „Israelitische Wochenschrift", machte seinem Aerger über die j Stellung, welche die Redaction des „Israelit" zur

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