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Der Israelit · 1877-10-17 · Heft 42 (17.10.1877) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 42 (17.10.1877)
Date
1877-10-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1008 die Parias, über deren Unzuverlässigkeit man sich in den verächtlichsten Ausdrücken überbot. (Zu diesem „man" gehört auch der braunschweigische Landes-Rabbiner Dr. L. Herzfeld.) Dem gegenüber will die vorliegende Abhandlung einer Quelle, der Mischnah, zu ihrem Rechte verhelfen, deren einziger Makel darin besteht, daß ihre Autoren eben „Rabbinen" waren, denen man noch immer geschichtliche Treue uud die Präcision der Darstellung absprechen zu müssen glaubt, obwohl sie im Puncte der Präcision thatsächlich von keinem anderen Quellenwerk überboten wird, und überhaupt mindestens soviel für ihre Glaubwürdigkeit als Iosephus gegen sich hat. Die Abhandlung stellt sich nun die Aufgabe, durch genaue Untersuchung beider Urkunden, die anscheinend zwischen beiden obwaltenden Divergenzen womöglich auszugleichen, oder doch auf möglichst enge Grenzen zu beschränken, und in den Divergenzen die Richtigkeit der Angaben der Mischnah zu erweisen. Endlich werden die Ergänzungen der Traktate Middoth aus der Darstellung des Iosephus neben anderen Aufschlüssen für die Mischnah registrirt, und so wahrhaft goldene Winke gegeben, wie pm £H-pn mnü zu genießen sind. Auf die Details dieser lichtvollen Auseinandersetzung hier einzugehen ist unmöglich; man muß die Abhandlung selber studiren, um die immense Belesenheit, die Unbefangenheit, die Gründlichkeit kurz den ganzen ct^n würdigen zu können, den eine solche Arbeit bedeutet. — Sie legt ein beredtes, glänzendes Zeugmß über den wissenschaftlichen Geist der Anstalt ab, deren Jahresbericht sie eröffnet, indem sie ihr Ideal üy nun pN in so sinnig verkörptrr Weise zum Ausdruck bringt. Doppelt erfreulich ist es daher aus dem vorliegenden Jahresbericht, die von Jahr zu Jahr sich steigernden Sympathien für diese noch so junge Anstalt eonstatiren zu können. Zwar hat — wie wir dem Berichte des Curatoriums entnehmen — der Tod einige Lücken in die Reihen der Beitragenden gerissen, auch ist die trübe Geschäftslage nicht ohne Einfluß geblieben, aber trotzdem konnte, Dank der sich stets steigernden, wärmsten Beweisen der thatkräftigften Förderung mit erhöhten Einnahmen abgeschlossen werden. Die zahlreiche Beiheiligung in Baiern machte die Bildung eines Local Comites für München-Jchenhausen-Hürben nothwendig, eine erweiterte Theilnahme wird ferner aus de > Provinzen Hannover und Hessen, sowie — vom Auslande — besonders Holland mit dankender Anerkennung verzeichnet Der Bericht schließt mit dem Wunsche nunmehr durch Legate nnd Stiftungen zum Fonds des Seminars die Möglichkeit zu schaffen, daß es von allen Schwankungen der Zeit unberührt seinem erhabenen Beruf mit ausreichenden selbstständigen Mitteln sich widmen könne. Aus dem Berichte des RectorS verzeichnen wir die Beweise deS Vertrauens, welche dem Seminar durch Berufung von Hörern auf vacante Rabbinatsstellen gegeben wurden. Es wurden berufen: die Herren Dr. Munk und Dr. Cahn als Provinzialrabbiner nach Marburg, bez. Fulda, Dr. Goldschmidt als Rabbiner nach Briefen, Dr. Chodowsky als Prediger und Schuldirektor nach Aurich, Schloß als Lehrer an die Unterrichtsanstalt der Religionsgeseüschaft in Mainz. Das Seminar war im verflossenen Jahre von 24 Hörern besucht. Die Bilanz weist für das vergangene Jahr eine Einnahme von 35,392 M. 39 Pf. und eine Ausgabe von 25,122 fDl. 86 Pf., mithin einen Ueberschuß von 8860 M. 13 Pf. auf. — Das Gesammtcapital deS Seminars beträgt laut Stand vom 1. September 1877 107,440 M. 67 Pf. —n— Zeitungsnachrichten und Correspondettzen. D e n t s ch l a n d. Muinz, 1l. Qct. Die „Jsr. Wochenschrift" öffnet ihre Spalten dem Geschimpfe eines ehemaligen Tabboch, das in gleicher Weise zu erwidern unfern gesellschaftlichen Gewohnheiten widerspricht. Ausdrücke wie „Schmutzblatt, Bettelsuppe, Schriftverfälscher, Am ha-Arez" mögen wohl in den Kreisen zum guten Tone gehören, in denen sich Herr Raphael Kirchheim in Frankfurt a. M. und Herr Treuenfels in Stettin zu bewegen pflegen. Der lächerlichen Beschuldigung des Herrn Tr. gegenüber, wir hätten den Stoff zu einem Artikel im „Israelit" Holdheim's Predigtsammlung entnommen, möge die Versicherung dienen, daß wir Holdheims Predigtsammlung nie gesehen, wie viel weniger ihr etwas entlehnt haben. Wie würde, im entgegengesetzten Falle, die „Jsr. Wochenschr." mit „Lügner und Verleumder" um sich werfen! Wir aber wollen es gar nicht verrathen, wofür wir Herrn Tr. und jenen — ehemaligen Tabboch halten. In derselben Nummer der „Jsr. Wochenschrift", in welcher im Style der „Damen der Halle" auf den „Israelit" geschimpft wird, hat man die Kühnheit, eine ganze Erzählung dem „Israelit" nachzudrucken, und zwar so, wie wenn diese eine für

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