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Der Israelit · 1877-09-05 · Heft 36 (5.9.1877) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 36 (5.9.1877)
Date
1877-09-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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864 Rumänien. Galatz. 22 Juden, türkische Unterthanen Don hier, haben sich an den Redacteur des „W. JSr." gewandt, daß sich dieser beim türkischen Gesandten in Wien dafür verwende, daß sie, weil der türkische Consul seit dem Ausbruch des Krieges abgereist und in Folge dieses schutzlos dastehen, unter den Schutz eines anderen Consulates gestellt werden. Wir werden, schreiben sie, verfolgt und Niemand nimmt uns in Schutz. Es werden die größten Grausamkeiten an uns und unseren Kindern verübt. Viele aus unserer Mitte werden sogar zum Militär genommen, ohne daß man unsere Passe berücksichtigt. Palästina. Jerusalem. In Nr. 33 schreibt Herr E. Marcufe, daß es wünschenswerth wäre, die genaue Zahl der jüdischen Handwerker in Jerusalem zu erfahren. Die dahier unter dem Titel nj/tp erscheinende hebräische Zeitung hat eine genaue Zusammenstellung über dieselben veröffentlicht. Darnach gibt es daselbst bei einer jüdischen Bevölkerung von 13,000 Seelen, wovon aber fast ein Drittel alte und kranke Leute sind: 182 Schneidermeister und Gesellen, 98 Schuhmacher, 86 Schreiner und Zimmerleute, 35 Kunstdreher, 15 Eisenschmiede, 7 Kupferschmiede und Messinggießer, 2 Töpfer, 41 Spengler, 12 Silber- und Goldarbeiter, 13 Schuhmacher, 5 Graveure, 3 Sculpteure, 4 Schirmmacher, 10 Buchbinder, 4 Fleischhacker, 10 Zehngebotschreiber, 5 Maschinen - Arbeiter für Schneider und Schuhmacher, 1 Leineweber, 1 Sattler, 3 Tapezierer, 3 Eisendrahtarbeiter , 1 Bürstenmacher, 52 Lastträger, 21 Bäcker und Gehilfen, 31 Buchdrucker und Schriftsetzer, 10 Kaffeemahler, 132 Spezereiwaarenhändler, 35 Kurzwaarenhändler, 17 Geldwechsler, 20 Conditoren, 12 Früchte- und Krautverkäufer, 33 Destillateure und Weinverkäufer, 4 Metzger. Außer diesen gibt es noch ungefähr 300 Schreiber, Makler u. s. w. Feuilleton. Prr Kiuiglichk Ncsidcst. (Eine historische Erzählung.) XXXVIII. König August war der Gräfin Kosel überdrüssig geworden; in Warschau lernte er die Gräfin Dönhoff, eine Tochter des Fürsten BielinSki, des Krongroßmarschalls von Polen, kennen. Wie einst die Fürstin Lubomirska, ließ sich die Gräfin Dönhoff von ihrem Gatten scheiden, um dem Könige nach Dresden zu folgen. Unterdeß erhielt die Kosel den gemessenen Befehl, ihr Palais neben dem Schlosse in Dresden zu räumen — angeblich, weil der König bauliche Veränderungen damit vornehmen wolle — und sich auf ihr Lustschloß Pillnitz, zu begeben. Als Rabbi Bärmann in Dresden ankam, war die Gräfin bereits nach Pillnitz abgereist; sie hatte im Geschäftshause die Bitte zurückgelassen, daß er ihr dahin folgen möge. „Da bist Dü endlich," rief die Gräfin dem Residenten entgegen. «wie sehnsüchtig habe ich Dich erwartet! O, Behrend, Du allein bist brav und treu. Alle Uebrigen haben mich verlassen, sind meine Feinde geworden. Menschen, die ich aus dem Staube gezogen, die nichts sind als meine Creaturen, die mir ihr ganzes Glück verdanken, verfolgen mich jetzt, seitdem der König mir seine Gunst entzogen hat. Ich muß, ich muß seine Liebe mir wieder gewinnen, und dazu sollst Du mir helfen, Behrend. O, gib mir ein Mittel dazu, und ich werde Dich königlich belohnen." „„Gnädige Gräfin, ich verstehe Sie nicht."" „Es gibt doch eine Geheim - Wissenschaft bei Euch Juden, die man Kabalah nennt!" „„Allerdings." " „Und Du kennst diese Wissenschaft; leugne es nicht. Wie hättest Du sonst Dich dem Tode auf Schloß Königstein entziehen können?" „„Ich weiß nichts von der Kabalah. Wohl hat mich Gott in wunderbarer Weise gerettet, aber es geschah aus ganz natürlichem Wege. Es ist die besondere Fürsorge Gottes, die mir in unverdienter Weise durch Seine Gnade zu Theil wurde."" „Behrend, Du weißt, daß. als der König um mich warb, er mir ein Eheversprechen geben mußte; ich habe es hier, verbrieft und besiegelt. Ich habe mich immer als feine Frau betrachtet. Jetzt will er mich bei Seite schieben und mir das Eheversprechen entreißen lassen; aber ich gebe eS nicht her; eher würde ich sterben. Behrend, hilf mir, rette mich! Gib mir ein Mittel, die Liebe des Königs wieder zu gewinnen!" „ „Gnädige Gräfin, Sie verlangen Unmögliche« von mir!"" „Behrend, ich weiß, Du thust Alles für Deine Glaubensgenossen, Du wagst Leben und Vermögen für sie. O, hilf mir, Behrend, und ich verspreche Dir, ich will Jüdin werden." Der Resident lächelte.

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