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Der Israelit · 1877-08-27 · Heft 35 (27.8.1877) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 35 (27.8.1877)
Date
1877-08-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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834 lugend, die auch die abgefallenen Brüder noch als dem alten Judenthum angehörig verbindet. Diese Tugend ist es daher auch , welche in erster Reihe mit jedem Elul auf eine erneute Hingebung rechnen darf. Man würde den Werth dieser Tugend tief unterschätzen, wenn man die Bedeutsamkeit selbst eines solchen partiellen Einflusses des Elulmonats verkennen wollte. — Nicht auf die thatsächliche Hilfe, welche in unserer von harten Schicksalsschlägen so schwer heimgesuchten Gegenwart, die Pflege dieser Tugend zu bringen vermag, wollen wir Hinweisen. Dieses Hinweises bedarf es Gottlob nicht. Wenn Krieg, Hunger, Brandunglück, und harte Geschäftskrisen an die jüdischen Herzen in einer so dringlichen Weise appelliren, wie dies gerade jetzt der Fall ist, so bedarf es des Elulmonats nicht erst, um die spendende Hand zu öffnen. Wenn aber der Elulmonat dennoch zeigt, wie der jüdische Wohlthätigkeitssinn noch immer einer Steigerung fähig ist, so liegt in der Uebung dieser von allen Parteispaltungen unabhängigen Tugend, ein gar herzerhebender Trost. Wenn uns Gottes gütige Allweisheit einmal aus der Zerfahrenheit erlösen wird, unter welcher heute alle jüdischen Interessen leiden, so wird ja diese Tugend, das npiy nim, einer alten prophetischen Ueberlieferung zufolge der Faden sein, an welchen er die Anfänge seines Erlösungswerkes knüpfen wird. Jede, auch die kleinste Spende wird so unbewußt, ein Beitrag zur Beschleunigung unserer Erlösung, die Gottes Liebe sammelt, um aus dem npm nnr unsere Zukunft emporblühen zu lassen. Nicht nur für den leiblichen Tod des Jndividums ist das moo b’sn npia gesagt, auch die große jüdische Gesammtheit wird kraft dieser Tugend ihre Auferstehung zu einem neuen Leben feiern. Glücklich, wer zur Erreichung dieses höchsten aller Ziele bewußtvoll mitwirkt, ihm wird der Elul eine Zufluchtsstätte werden, und die tröstliche Zuversicht, die in dem moo npiy liegt, darf ihn heiteren Sinnes dem pn Ov entgegensehen lassen, wo die Würfel über Tod und Leben fallen werden. —n— ZeitrrngSnachrichten und Corresporrvenzerrl Deutschland. Mainz, 27. August. Wir haben heute zum dritten Male 1000 Mark an das Comito in Memel zum Besten ddr Abgebrannten zu Wilkomir übersandt. Heilbrontt, 20. Aug. Den Bemühungen des hies. K. Vorsteher - Amtes ist eS mit noch einigen Freunden gelungen, den Herrn M. U. zu veranlassen, seine abgegebenen Erklärungen, betreffs der ConfessionSlosigkeit zurückzunehmen. Frankfurt a. M., 21. Aug. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung befürwortet die Schulkommission (Referent Herr vr. Rößler) den Magistratsantrag, wonach in denjenigen städtischen Schulen, in welchen 30 israel. Schüler oder mehr den israel. Religionsunterricht verlangen, ein solcher fakultativ gegeben werden soll. Aus dem Bericht geht hervor, daß im Gymnasium von 65 israel. Schülern nur 20, in der Musterschule von 50 nur 29, in der Wöhlerschule von 57 etwa die Hälfte, in der Ostendschule von 27 nur 7 den Unterricht verlangt haben. In der Elisabethenschule sind 132 Israel. Schülerinnen, wurde aber keine Umfrage gehalten. Der Unterricht würde also vor der Hand nur bei der Letzteren einzuführen sein. Der Vorsitzende fragt an, ob die Kommission über den Fall berathen habe, wenn die 30 in den verschiedensten Klassen sich befinden? Herr Or. Rößler verneint dies. Herr Stadtrath Dr. Sauerländer: Es würden dann mehrere Klassen zusammengelegt werden. Für's Erste sei übrigens nur von der Elisabethenschule die Rede, in welcher überall Parallelklassen beständen, also keine Schwierigkeiten entstehen würde. Die vorgeschlagene Einrichtung entspreche der für die katholischen Schüler angenommenen. Herr Labes: Es sei eigenthümlich, daß ein Unterricht eingerichtet werden solle gerade für die Schüler, die den Wunsch noch gar nicht ausgesprochen. Erst solle man in der Elisabethenschule Nachfragen. Die Zahl 30, die sich auf Kinder vom 6. bis 14. Lebensjahr vertheile, sei ein seltsamer Maßstab, man könne doch z. B. 8jährige mit 14jährigen nicht in dieselbe Religionsstunde schicken. Herr vr. Marx: Er sei aus principiellen Gründen dagegen. Allgemein sei der Wunsch nach aconfessionellen Schulen; man solle daher, wenn man nicht die Macht habe, den bisher berechtigten konfessionellen Unterricht auszuschließen, wenigstens keinen Schritt zurück thun und nickt einer Confession, die bisher nicht das Recht gehabt habe, ein solches einräumen. Der Unterricht solle allerdings vorerst nur facultativ sein; er halte dies aber für einen Lockvogel, derselbe würde sehr bald obligatorisch werden Man könne auch gar nicht wissen, ob nicht auch die Orthodoxen kämen, und dann müsse man zweierlei Unterricht er-

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