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Der Israelit · 1877-08-27 · Heft 35 (27.8.1877) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 35 (27.8.1877)
Date
1877-08-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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832 Führer und Bol? zitternd dem selbstverschuldeten Geschicke entgegen. 40 Tage lang rang Moscheh im Gebet vor Gott für sein tiefgesunkenes Volk, 40 Tage lang zitterte das ganze Volk, aufgelöst in reuige Zerknirschung, vor dem strafenden göttlichen Unwillen, da vergönnte Gott Moscheh einen Einblick in die Waltung seiner göttlichen Liebe, zeigt ihm wie Gott Gott bleibe vor wie nach der Sünde, wie er mit seiner unerschöpflichen Langmuth und Liebesfülle Laster, Abfall und Leichtsinn hinweghebe, aber doch Nichts ungeahndet lasse, und derief am!. Elul Moscheh zu sich, um sein im Menschenkreise so schwer gekränktes Bundeswort zum zweiten Male Israel anzuvertrauen. Seitdem sind die Elultage psn »d», Tage des besonderen göttlichen Wohlwollens, seitdem ruft uns schon mehr als dreitausend Jahre jeder Elul zu Gott und unsrer Pflicht zurück, und will für -as alte Gotteswort jedem Einzelnen neue Herzenstafeln bringen. Die tnoittn ’tenn, die Weisen, die für die Meußerungen des jüdischen Pflichtlebens die leisen Spuren im Gotteswort aufsuchen. werden daher nicht müde, die Bedeutung des Elul in den verschiedensten Nüancen der Schrift zu suchen. Sie finden in ihm die Zufluchtsstätte, die Gott jedem an die Hand gibt, der sein Lebensglück leichtsinnig gemordet.. DlpD "t) 'PDPI mü "IBM Es ist die Zeit, in der Gott selber dem zwiespältigen menschlichen Herzen entgegentritt, um es den von der göttlichen Liebe gesteckten Zielen zuzuwenden. Ntti *pa? rs Tnto 'n tei Diese rege Gottesliebe stellt die sonst vernachlässigte oder gar gänzlich abgebrochene Verbindung zwischen uns und unserem himmlischen Vater wieder her, läßt uns ihn als unseren Freund erkennen» zu dem wir uns sehnsüchtig erheben und der sich liebend zu uns herabneigt. ’ini nn*? Schließlich zeichnen sie den Elul als den Monat, in welchem die alljährlich neu erwachende göttliche Liebe auch die Menschenliebe in den jüd. Herzen weckt, die den Bruder zum Bruder führt und die mit Liebesgaben dem Armen die Armuth zu mildern bestrebt ist. □’jrikv*? nunai Welch' mahnender Ernst, welch' beseeligender Trost liegt nur in der einen Anschauung, welche die Bedeutung der Elultage mit derjenigen der vbpa ny der Zufluchtsstätten in Verbindung bringt, die Schutz und Sühne demjenigen bringen, der absichtslos das Leben eines Menschen verkürzt hat! Gibt es doch kaum eine Institution des göttlichen Gesetzes, die also zeigt, mit welch unerbittlichem Ernste Gottes Liebe jede, selbst absichtslose Verkümmerung eines Menschenlebens zur Verantwortung zieht, als gerade diese. Mit welchem ernstesten Ernst mag nun erst die gedankenlose Gleichgiltigkeit zur Rechenschaft gefördert werden, die das eigene Lebensglück, das eigene Seelenleben leichtsinnig hinmordet, ohne von der Größe, ja ohne von dem vollzogenen Verbrechen selbst auch nur eine Ahnung zu haben! Ist Gott, Gott, ist sein Wort D'Ti nun eine Lehre des Lebens, so ist jede Entfernung von diesem Lebensquell ein Schritt zum Tode, wird jede treu geübte Mizwah dem pflichttreuen Menschen ein ynr -iw eine Lichtsaat auf seinem Lebensweg, so heften sich an jede Vernachlässigung unserer Pflichten die schwarzen Todesschatten und jeder leichtsinnige Verächter des göttlichen Willens ist, selbst wenn er noch lebt d. h. noch athmet, ißt, trinkt und schläft, rettungslos dem felbstbereiteten Tode verfallen. Gibt es schon bei dem faktischen absichtslosen Menschenmord keinen mibt, der nicht tid*j anp wäre*), so kann noch weniger die Unkenntniß des göttlichen Willens ein fortgesetzles, gottentfremdetes Leben rechtfertigen oder auch nur beschönigen. Ja, diese muthwillig gepflegte Unkenntniß unserer Pflichten tritt selbst als Anklägerin gegen solche i'rimvO dvw , gegen die aus Unkenntniß Irrenden auf, und stempelt sie, ihren Jrrthum als fluchbeladenen Muthwillen anklagend, zu on? onn«. — Hat Gott unser ganzes Wohl und Wehe, Leben und Tod an die Kenntniß und Unkenntniß, an die Erfüllung und Nichterfüllung seines Willens geknüpft, wer will dann die Nichterfüllung seiner Pflichten mit der Unkenntniß derselben entschuldigen? Schützt doch auch in unserem gesellschaftlichen Leben die Unkenntniß eines Gesetzes nie vor den Folgen einer Uebertretung, und Gottes heiliges, lebenspendendes Wort brauchte man nur nicht zu kennen, um es skrupellos übertreten zu dürfen? Für das absichtslos vergossene Blut stellte das Gesetz einen Rächer auf, reißt den Mörder aus Familie und Heimath und isolirte ihn durch Verbannung; für das gedankenlos gemordete Seelenleben aber gäbe es keinen Annehmer, man könne an sich, seinen Kindern, seiner ganzen Umgebung einen Seelenmord begehen, indem man gedankenlos die zahllosen Fäden zerschneidet, welche unser ganzes Dasein an Gottes Wort knüpfen, und es gäbe keine Zufluchtsstätte, welche den Seelenmörder aufnehme und schütze! Da weist uns der goldene Wink unserer »ann tvtswi mit den Worten ,un ci’n^m ms nP iem Dipa pp tidem vrp auf den Elulmonat als aus den *) Makoth 9. to “nopp rpnar.

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