Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 34 (22.8.1877)
- Date
- 1877-08-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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801 entfernt vom Ziele sich glaubt, ist in des Allbarmherzigen Augen das hohe Ziel schon erreicht; nnpu ’jn r „Ich , der Ewige, zur Zeit werde Ich es beschleunigen, die bar tiisn awiy pfit nnyn Dipo, die Sündigen und Unvollkommenen harren noch des in ihren Augen fernen Zeitpunkts. ,wnN Dipo bv uisn oww, nicht wissend, daß er durch das erhabene Wirken der Edlen und Vollkommenen schon nahe ist, beschleunigt wird. Und gibt es eine größere Tröstung als die Gedankenreihe, die wir in diesen Aufsätzen dargelegt haben? Selbst die Roth wird uns zum Hoffnungsstern und zur Bürgschaft für die Erlösung; die Rückkehr zu Gott muß erfolgen, wie uns die Geschichte Israels es so vielfach lehrt, denn der Bund der Väter hört niemals auf und Gott es Erbarmen geht nie zu Ende, bis das Ende unsrer Leiden gekommen sein wird, -m -iok'i jrmaP anb »m npp» -r- O’JD non. „Und Er wird sprechen: Fürwahr mein Volk sind sie. Kinder, die nicht trügen werden. und Er wird ihnen werden zum Helfer." Deßhalb. mein Bruder, meine Schwester, verzage nicht über den sich mehrenden Abfall und die sich häufenden Sünden. Bedenke, daß es in Deiner Hand liegt, durch gottgefälligen Wandel großes Gewicht zu legen in die Wagfchaale der Weltenwägung. Sprich nicht: ich bin zu gering, zu unbedeutend. Siehe, der Geringste wird gleich tausend gelten und der Unbedeutendste gleich einem mächtigen Volke. Es nahen die großen, furchtbaren Tage v'2' D'«n,jn, geeignet, gute Entschlüsse keimen zu lassen und zur Reife zu bringen; mögen dann sich an uns erfüllen die Worte des Propheten Jonah: *ib nnyw nobm w» ivtt nnznx min ’JW „Und ich, mit der Stimme des Dankes will ich Dir opfern; was ich gelobt habe, will ich vollbringen; die Hilfe ist bei Gott." Dir Vrdcn Mosenthal's. Wien, 15. August 1877. Kaum hat sich das Grab einige Monate über unserem unvergeßlichen Lieblings-Dichter geschlossen, kaum hat sich der erste Schmerz gemildert, der alle Kreise unserer Stadt erfüllte, als ihnen ihr vortrefflicher populärster Bühnendichter so plötzlich mitten in seinem rüstigen Schaffen entrissen wurde, und schon mischen sich in diesen edlen Schmerz so schrille, unlautere Mißtöne, daß wir es den Manen des theuren Heimgegangenen schuldig zu sein glauben, die Thatsachen, um die es sich hier handelt, einer objectiven Besprechung zu unterziehen. — Seit einigen Wochen bilden die Orden Mosenthals, ihre Unterbringung in der Synagoge zu Caffel und die Stellung, welche das kurhessische Landrabbinat dazu einnehme, eine stehende Rubrik in der Tagespressc. Von der einen Seite werden Glossen über Mosenthals Eitelkeit gemacht, die ihn auf die absurde Idee gebracht haben soll, feine Orden in der Caffeler Synagoge aufgehängt zu wissen, auf der anderen Seite wird die rigorose Behandlung bespöttelt, welche das Landrabbinat der ganzen Angelegenheit zu Theil werden ließ, indem es die Erfüllung dieses letzwilligen Wunsches versagte, während andere Stimmen in der Haltung des Landrabbiners nicht weniger als eitel religiöse Rigorosität erblicken. — Wir haben es hier in erster Reihe mit der Verdächtigung zu thun, welche den Heimgegangenen selbst betrifft, und erst in zweiter Reihe intcressirt uns, die Stellung, welche das hessische Landrabbinat in der ganzen Angelegenheit zu nehmen für gut befunden hat. Mosenthal hat also den Theil seiner Orden, welcher nach seinem Tode nicht wieder zurückgegeven werden muß, der Caffeler Syoagogenge» iminde testamentarisch vermacht und daran den Wunsch geknüpft, daß man dieselben in der dortigen Synagoge aufhängen möge. Das Landrabbinat hat jedoch die Erfüllung dieses Wunsches, als dem jüdischen Religionsgesetz nicht entsprechend, untersagt. Was null zunächst diesen Wunsch an und für sich betrifft, so räumen wir gerne das Ungewöhnliche derselben ein, ohne jedoch in der angeblichen Eitelkeit des Verblichenen das Motiv dieser letztwilligen Bestimmung zu finden. Man braucht den Verstorbenen nicht persönlich gekannt zu haben, man braucht nicht durch einen langjährigen Verkehr mit dem Dichter die Ueberzeugung gewonnen zu haben, wie Mosenthal gerade von dieser Schwäche vieler Dichter so frei war, daß es geradezu einer Verleumdung gleichkommt, sie ihm insinuiren zu wollen, man braucht sich nur die eine Thatsache zu vergegenwärtigen, daß es sich um eine kurz vor dem Tode getroffene letztwillige Bestimmung handelt, und wie doch bei solchen Anlässen wahrlich die Eitelkeit es nicht zu sein pflegt, welche die letzten Wünsche bictirt. Man braucht ferner nur aus dem Munde des Heimgegangenen, die seltene Anhänglichkeit vernommen zu haben, mit welchen er an seiner Vaterstadt und seinem engeren Vaterlande hing, man braucht nur einen Blick in seine herrlichen Dichtungen besonders in seine gemüthvollen Genrebilder geworfen zu haben deren Stoff er sämmtlich dem jüdischen Famili «n