Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1877)
- Date
- 1877-08-15
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447695-2447728--14010-2469901- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
793 senes Ganze bildet in der Ausübung und Erlernung der min. Im Monat Ab 5637. E. Marc ns e. Wüvzbirrg, im August. Von unserer Kreisregierung erging dieser Tage eine Entschließung, die auch für weitere Kreise von Interesse fein dürfte, weßhalb davon in diesem gesch. Blatte hiermit Kenntniß gebe: Der neologe Rabbiner vr. G. in A. wollte — obwohl ihm die Erlaubniß hierzu von dem hiesigen Herrn Districts-Rabbiner verweigert wurde — die religiöse Trauung eines auswärtigen Brautpaares dahier vollziehen. Herr Districts-Rabb. Bamberger dahier erhob dagegen Beschwerde beim hiesigen Stadtmagistrate, welcher diese Beschwerde, in Rücksicht auf die bestehenden Verordnungen, als begründet erachtete, und dem Herrn Dr. G. den Vollzug der fraglichen Trauung bei Strafe untersagte. Letzterer beruhigte sich aber dabei nicht, und ergriff Recurs zur Kreis- Regierung. Allein auch diese Behörde war gleicher Ansicht und erklärte den Beschluß des Magistrats als vollkommen correct. — Bei einem orthodoxen Rabbiner hätte es nicht erst der Staatsgewalt bedurft, ihn würden schon religiöse Bedenken davon abgehalten haben, am Wohnsitze eines Rabbiners ohne dessen Zustimmung eine Trauung zu vollziehen. Gleichzeitig mache ich die freudige Mittheilung, daß auch in diesem Jahre die Leistungen der israel. Lehrerbildungsanstalt sich in herrlichster Weise bekundeten. Von den sieben Zöglingen, welche das Austritts-Examen bei der königl. Prüsungs - Commission ablegten, erhielten Einer die Note I und die sämmtlichen übrigen Prüflinge die Note II/ Weitere Mittheilungen über diese segensreiche Anstalt vorbehaltend, bemerke für heute nur noch, daß für das nächste Schuljahr wieder eine bedeutende Anzahl von Zöglingen sich um Ausnahme in diese Anstalt bewirbt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pefth» Aus der Mehala wird folgender betrübende Fall mitgetheilt: Gelegentlich der Commaffation siel der Friedhof der Mehalaer Juden- Gemeinde in die Gemarkung der dem Herrn Kralik gehörigen Felder. Die Gemeinde recurrirte zweimal an das Ministerium, um Schonung ihres Friedhofes, in welchem noch vor drei oder vier Jahren beerdigt worden war. Auf den ersten Recurs hatte dieselbe gar keine, auf den zweiten die Antwort erhalten, daß es bereits zu spät sei, um in der Sache etwas zu thun. Demzufolge wurden die Leichensteine entfernt und auf dem Leichenfelde Kukuruz gebaut, der heute ausnehmend schön steht- Wie uns mitgetheilt wird, soll sich die Mehalaer Judengemeinde tief gekränkt fühlen über diese Verletzung der Pietät; dieselbe mußte aber geschehen lassen, was nicht zu andern war, weil sie zu arm i war, um das betreffende Grundstück abzulösen. Pretzburg, am 24. Ab. Der hiesige Verein min 'p’ino, der schon seit länger als einem halben Jahrhundert seine segensreiche Thätigkeit auf dem Gebiete des Thorastudiums, in unserer Stadt, wo noch t>"n das Thoraftudiüm fleißig und mit Ernst gepflegt wird, entfaltet, hat dieser Tage ein Freudenfest gefeiert, welches um so erhebender auf die Theilnehmer gewirkt hat, je geräuschloser und bescheidener dasselbe gefeiert wurde. Der genannte Verein hat sich die Aufgabe gestellt, zur Hebung und Verbreitung des Thorastudiums beizutragen und wird zu diesem Zwecke allabendlich zwischen nmo und rmyo, in den Vereinslokalitäten gelernt. Es wird dort nämlich dvv "iidd gelernt; der Vortragende ist: nrniL2.-i jmi Din «pftm yüj n*io dessen Name allein schon Gewähr dafür bietet, daß man sich hier nicht mit dem mechanischen Herunterlefen begnügt, sondern daß jedes einzelne Thema mit Ernst und Eifer, wie es der Gegenstand erfordert, durchdacht und besprochen wird. Die Gediegenheit der Vorträge, das Durchdringen eines jeden einzelnen Gegenstandes, die Klarheit und Tiefe des Geistes, verbunden mit immenser Gelehrsamkeit, die der Portragende hiebei entwickelt, was bei dessen anerkannter Größe etwas Selbstverständliches ist, machen diese Vorträge zu einem wahren Seelengenuß für jeden, der Sinn und Verständniß für das Thorastudium hat. Außerdem sieht der Vortragende nicht in dem sondern in dem ’piDK nmVm annyo» den Hauptzweck des Thorastudiums und richtet demgemäß seinen Vortrag ein; so daß jeder, der auch nur einmal seinen Vortrag besucht, sicher sein kann, etwas Nützliches, praktisch Verwertbares zu hören. Nachdem nun dieser Verein im vorigen Jahre, unter Leitung seines Lehrers, einen orb auf bv gemacht hatte, wurde sogleich mit no-o dddd begonnen und am 23. Ab d. I. wurde der di’d auf dieselbe festlich gefeiert. Es war wohl keine solche Festlichkeit, wie wir sie bei Gelegenheit des di»d D"tp gesehen haben, es war aber immerhin eine erhebende,'wahrhaft jüdische rosa 'iw nnctr, die auf alle Theilnehmer einen nachhaltigen tiefen Eindruck, gemacht hat; und pwn mn trug daS Seinige dazu bei, durch geistvolle Vorträge die Stimmung zu erhöhen. Wir können nicht besser unsern Bericht schließen