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Der Israelit · 1877-08-15 · Heft 33 (15.8.1877) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 33 (15.8.1877)
Date
1877-08-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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X7I1I Jahrgang. Erste Leilage)« Ar. 33 des Israelit. Zeitiingsriachrichten & Gorrefpondenzen. Deutschland. Berlin, im Juli. Unter den zahlreichen hiesigen Vereinen und Gesellschaften figurirt auch eine Gesellschaft „zur Beförderung des Christenthums unter den Juden". Dem soeben veröffentlichten Jahresbericht derselben entnimmt „B. Tgl." folgende sehr bemerkenswerthe Angaben. Die aus Collecten erzielte Einnahme belief sich auf 17,454 Mark 71 Pf., die Ausgabe auf 20.467 Mark 77 Pf.; das verbleibende Capital beziffert sich auf 26,733 Mark 55 Pf.. An Gehalt beziehen die beiden Prediger Daab und de la Roi mit dem Misssonär Lichtenstein 12,450 Mark. Der Bericht erzählt ferner: „Im Katechumenen-Unterricht hatten wir dreizehn einzelne Personen und drei Familien. Davon gingen freiwillig oder wurden entlassen 9. Getauft wurde ein einzelner Katechumene und eine ganze Familie von 6 Mitgliedern. Dem Unterricht verblieben 3 einzelne Seelen und 2 Familien rc. rc. Also für die Summe von 20,467 Mark 77 Pf. sind glücklich 7 Juden getauft; macht rund per Kopf 3000 Mark Kosten. Die frommen Gemüther, welcbe bei der Collecte steuerten, mögen sich die Frage vorlegen, ob die gewonnenen Seelen nicht etwas zu hoch bezahlt sind. Berlin. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Nach einem Specialerlaß des Ministers der geistlichen Angelegenheiten vom 14. Juni steht die unter dem April 1859 erlassene Circularverfügung überden Religionsunterricht von Dissidentenkindern nicht mehr in Geltung. Da nach der Circular- Verfügung vom 29. Februar 1872 Schüler, welche in einer Religion, beziehungsweise Confession, erzogen werden sollen, für welche im allgemeinen Lehrplane der betreffenden Anstalt Unterrichtsstunden nicht angesetzt sind, auf den Antrag der Eltern ohne Weiteres von dem Religionsunterricht zu dispensiren sind, so ergibt sich, daß die Dispensation der Kinder von Dissidenten, welche in giltiger Form aus der Landeskirche ausgetreten sind, nicht vou besonderen Bedingungen abhängig gemacht werden kann, also die Verfügung vom 6. April 1859, insoweit sie entgegengesetzte Vorschriften enthält, außer Kraft gesetzt ist, Rumänien. Bukarest. Die isr. Alliance zu Wien theitt der „Neuzeit" mit: Vielleicht dürfte es vou allgemeinem Interesse sein, zu erfahren, wie sehr patriotisch alle jüdischen Gemeinden Rumäniens bei den die Kräfte des Landes so sehr erschöpfenden Kriegszuständen sich zeigen. Fast in allen größeren Orten haben sich zu'Beginn des Krieges Comitös gebildet, um Gelder zur Unterstützung der Armee oder der Verwundeten zu sammeln. So hat das isr. Comite zu Peatra, wie im Monikurul offtciell ausgewiesen, die Summe von 1051 Fr. 32 Cent, gesammelt. In Husch, im District Tulcin, brachte das Somit« 2262 Fr. 16 Ct. zusammen. Gleiche Opfer wurden allenthalben von den Gemeinden gebracht. Das genannte amtliche Organ vom 3. Juli brachte ein Communiqu«, in welchem das Ministerium die von der spaniolischjüdischen Gemeinde in Bukarest überreichte Adresse und die Spenderliste veröffentlicht und den Spendern für den kundgegebenen Patriotismus seinen Dank ausipricht. Die Gesellschaft „Zion" hat an diesen Sammlungen lebhaften Antheil genommen, von ihr ging der erste Anstoß zu solchen patriotischen Leistungen aus. Ueber die Absendung der vom „Zion" ausgerüsteten Ambulanz berichtet das officieüe Blatt, daß dieselbe mit derselben feierlichen Ceremonie entsendet wurde, wie die von christlichen Damen in Jassy ausgerüstete. Das Comit« der isr. Damen steht gleichfalls, so heißt es daselbst, unter dem Schutze Ihrer Hoheit der Fürstin; der Erfolg der Arbeiten desselben war außerordentlich glücklich, denn es vermochte im Vereine mit dem Somit« „Zion" die aus zwei Wagen für Verwundete, zwei Regimentswagen mit Verbandzeug und einem Hospital mit 10 Betten bestehende Ambulanz zu Stande zu bringen. Ihre Hoheit die Fürstin und der Präsident der Gesellschaft des rothen Kreuzes (Prinz Demeter Ghika) beglückwünschten die Comitö's zu den Gefühlen, die sie kundgaben. Während dieser Feier ereignete sich ein bemerkenswerther Zwischenfall. Ein kleines Mädchen von 8—9 Jahren näherte sich mit einer Bittschrift der Fürstin und trug ihr vor, daß sie eine Waise sei, und Niemanden habe, der sich ihrer annehme, die Fürstin möge ihr daher ihren Schutz angedeihen lassen. Dieses plötzliche, unerwartete Auftreten des jungen Mädchens, das so beredt ihr Elend schilderte, brachte die Fürstin und

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