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Der Israelit · 1877-07-18 · Heft 29 (18.7.1877) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 29 (18.7.1877)
Date
1877-07-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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680 verständigen. Das Baruch Auerbach'sche Waisenhaus wies diesen Vergleich aber zurück und seine Antwort war ein Appell an das Obertribunal, welches in diesen Tagen zu Gunsten der jüdischen Alter-Versorgungs-Anstalt und des jüdischen Krankenhauses entschieden hat. Frankr eich. Paris (Monatsbericht fJuni) der All. Isr. Univ.) (Schluß.) (Die Israeliten der Türkei.) Ein isr. Hausirer aus Canea, Namens Abraham Treves, nurde am 30. April aus dem Heimweg von 4 bewaffneten Griechen überfallen, die ihn seiner Maaren und seines Geldes beraubten; es sind Schritte bei dem General-Gouverneur, Sr. Ex. Samih Pascha, zur Verhaftung der Schuldigen geschehen. — Etwa 20 Israeliten haben sich in die verschiedenen zu Smyrna, Magnesia, Aidir und Vurla gebildeten Freiwilligen-Compagnien einreihen lassen; es ist jedoch die Rede davon, daß eine vollständig aus Israeliten bestehende Compagnie zu Smyrna gebildet werden soll. — Eine Depesche auä Widdin vom 16. Mai an das C.-Comitö meldet, daß 700 isr. Einwohner dieser Stadt kein Brot haben und die Alliance um Hilfe anrufen. — Ebenso groß ist die Noth unter den armen Israeliten in lffustschuk. (Die Israeliten von Aegypten.) Die Israeliten von Aegypten sind nicht mehr als die der Türkei vor der Blutanklage geschützt; dies beweist ein neulicher Vorfall in dem Dorfe Damanhur^ Die Einwohner und viele Leute aus den Nachbarorten waren am 4. April, dem siebenten Pessachtage, auf dem Marktplatz versammelt als ein arabisches Weib zu schreien anfing, daß ein Jude ihm sein zweijähriges Mädchen aus den Armen gerissen, in die Synagoge gebracht und getödtet habe. Da die Bevölkerung von einigen Fanatikern aufgeregt, sich auf die Israeliten werfen und mißhandeln wollte, eilte einer der Letzteren H. Moses Scerussi, zum Gouverneur, Sr. Exc. Giafer Pascha, welcher das Weib sofort verhaften ließ, das seine Aussagen zu wiederholen und sogar zu unterzeichnen wagte. Hierauf wurde der Mann desselben gerufen, der nur erklärte, daß er im Begriffe sei, seine Tochter zu suchen, und von dem Raube, dessen seine Frau die Israeliten beschuldigt, nichts wisse. Dennoch wurden Nachsuchungen (der Form wegen, sagte der Gouverneur) in der Synagoge vorgenommen, natürlich erfolglos. Gegen Abend fand man das Kind spielend in dem arabischen Viertel. Die Mutter gestand sodann ein, daß sie gelogen und diese Geschichte auf Anstiften einiger Araber erfunden habe. Sie wurde mit ihrem Manne ins Gefangniß gesetzt, und 6 bis 8 Individuen, die durchaus nicht das Volk gegen die Israeliten aufgereizt haben wollten, erhielten die Bastonnade. H. Matatia Nahman aus Cairo, dem das C.- Comitä diese Mittheilungen dankt, fügt hinzu, daß die Israeliten dem Eouverner Giafer Pascha für die von ihm entfaltete Energie sehr verpflichtet sind. — H. Mandolfo aus Alexandrien, der gleichfalls hierüber berichtet, schreibt, daß der Mudir auf seine Veranlassung versprochen hat, Instructionen zu ertheilen und Maßregelnzu ergreifen, um solchen Vorkommnissen in Zukunft zu begegnen. (Die Primärschulen.) Ruftschuk. — Eine Anzahl armer Kinder bleibt in der Stadt, mit denen H. Pariente den Unterricht fortsetzt; die Schule der Alliance ist also noch die einzige in Rustschuk geöffnete Unterrichtsanstalt. Die Bibliothek und die Archive der Schule sind von H. Pariente an die HH. Gebrüder Tedeschi nach Varna geschickt worden, welche dieselben in einem ihrer aus Steinen errichteten Magazine im Depot halten werden. — Das noch nicht bezogene neue Schulgebäude wird auf Vorschlag des H. Pariente als Ambulanz benützt werden und ist dieser Bestimmung gemäß durch eine weiße Fahne mit rothem Halbmond kenntlich gemacht. Feuilleton. Der Königliche Hcfiirent. (Eine historische Erzählung.) XXXI. Als Löb den günstigen Bescheid vom Residenten erlangt hatte, eilte er nach Waldenburg zurück, um seine Frau von dem Erfolge zu benachrichtigen und sie darauf vorzubereiten, daß man den Residenten vorerst in dem Glauben lassen müsse, daß die Beschneidung schon morgen, Mittwoch, stattzufinden habe. Unterdeß batte Rabbi Bärmann seine Vorbereitungen getroffen; zwei Pferde standen gesattelt vor dem „Judenhause", eins für den Residenten, eins für seinen Diener Johann, der ihn begleiten sollte. Noch im letzten Augenblicke versuchte Asarjah, ihn von der Reise nach dem Königstein zurückzuhalten. „Thut mir den Gefallen," sagte er, „und kehrt

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